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HAUSBESETZUNG: Eigentümer verlangt die Räumung

Die seit Samstag besetzte Villa an der Obergrundstrasse beschäftigt nun die Polizei. Der Besitzer will das Haus abreissen lassen.
Stefan Dähler
Rund 50 Aktivisten haben die Villa an der Obergrundstrasse 99 besetzt. (Bild Pius Amrein)

Rund 50 Aktivisten haben die Villa an der Obergrundstrasse 99 besetzt. (Bild Pius Amrein)

Stefan Dähler

Mehrere Jahre lang stand sie leer – die Villa an der Obergrundstrasse 99. Bis am Samstag rund 50 Aktivisten diese besetzten (Ausgabe von gestern). Die Eigentümerin des Hauses, die Bodum AG mit Sitz in Triengen, toleriert dies jedoch nicht und verlangt, dass das Haus geräumt wird. «Die Besetzung ist inakzeptabel», sagt der dänische CEO Jørgen Bodum auf Anfrage unserer Zeitung. Sein Anwalt werde bei der Polizei Anzeige erstatten.

Gebäude ist schützenswert

Bodum würde das Gebäude gerne abreissen und Mietwohnungen realisieren lassen. Derzeit laufen jedoch noch Verhandlungen mit der Stadt, die laut Bodum eine Renovation bevorzugen würde. Wann der Baustart erfolgt und wie viel das Projekt kostet, sei noch offen. «Ich bin erstaunt, wie lange sich das hinzieht», sagt Bodum, der das Gebäude seit 2013 besitzt. Dieses befinde sich inzwischen in einem schlechten Zustand.

Markus Hofmann, Leiter Ressort Baugesuche bei der Stadt Luzern, bestätigt, dass man mit Bodum seit längerer Zeit in Kontakt stehe. Das Haus gelte als schützenswert und stehe in der Ortsbildschutzzone B. In dieser Zone sollen historische Gebäude grundsätzlich erhalten bleiben. Weitere Angaben macht Hofmann zurzeit nicht.

«Wir wären froh gewesen, wenn sich der Eigentümer direkt bei uns gemeldet hätte», sagt ein Sprecher der Besetzer, der anonym bleiben will. Wie die Gruppe, die sich Gundula nennt, bei der Räumung vorgehen wird, sei noch offen. «Wir haben das noch nicht besprochen.»

«Nur den Boden gewischt»

Die Gruppe wolle einen Ort schaffen «für Begegnungen, Kultur, Diskussion und Innovation», wie es auf der Homepage heisst. Solche Orte seien in Luzern rar. Dass gleichzeitig Räume «während Jahren durch Leerstand besetzt gehalten» würden, sei ein Widerspruch, den die Aktivisten «nicht hinnehmen» wollen. Der Sprecher betont, dass man mit der Besetzung keine andere Nutzung verhindern wolle. «Wir wussten, dass der Eigentümer das Haus abreissen will und dass es seit geraumer Zeit leer steht.» Veränderungen habe man keine vorgenommen. «Wir haben lediglich den Boden gewischt.» Die Besetzer verfügen über fliessendes Wasser, den Strom erzeugen sie mittels Generatoren.

Während dieser Woche sind diverse Anlässe wie ein Siebdruckkurs, Basteln, Diskussionsrunden, Filmvorführungen und Partys geplant. Diese sollen in einem Rahmen stattfinden, der für die Nachbarschaft erträglich sei. Bisher sind bei der Polizei keine Meldungen wegen Nachtruhestörungen eingegangen.

Nachbarsvilla wird renoviert

Wie lange es dauert, bis die Besetzer das Haus verlassen müssen, ist noch offen. «Je nach Situation wird die Polizei mit dem Besitzer und den Besetzern das Gespräch suchen», sagt Kurt Graf, Sprecher der Luzerner Polizei. Man werde sie sicher vorgängig informieren und an sie appellieren, dass sie sich an den dann vereinbarten Räumungstermin halten. «Es ist im Interesse aller, dass die Sache friedlich abläuft», sagt Graf.

Übrigens besitzt Bodum an der Obergrundstrasse 101 eine weitere leer stehende Villa. Dort konnte er sich mit der Stadt einigen, die Planungen sind bereits weiter fortgeschritten als beim besetzten Haus: Im Sommer soll das Gebäude renoviert werden. Dort entstehen Wohnungen und Büroräume für die Bodum AG. Zudem soll der Betonanbau weichen und durch eine Glaskonstruktion ersetzt werden. «Diese wird ähnlich aussehen wie beim Apple-Gebäude in New York», kündigt Bodum an.

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