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HAUSTIERE: «Spontanferien sind schwierig»

Die Sommerzeit bedeutet für Tierpensionen Hochsaison. Wer einen Platz für Hunde, Katzen und Co. sucht, muss vorausplanen. Dennoch kümmern sich Tierhalter erst auf den letzten Drücker darum.
Susanne Balli
Edith Reuteler vom Tierheim Staffelweid im Götzental. (Bild: Pius Amrein (Udligenswil, 5. Juli 2017))

Edith Reuteler vom Tierheim Staffelweid im Götzental. (Bild: Pius Amrein (Udligenswil, 5. Juli 2017))

Susanne Balli

susanne.balli@luzernerzeitung.ch

Soeben hat Edith Reuteler ein Telefonat mit einer Katzenbesitzerin geführt, die ihr Tier loswerden will. Nicht nur während der Sommerferien, sondern für immer. Reuteler betreibt das Tierheim Staffelweid im Götzental in der Gemeinde Udligenswil. «Leider häufen sich vor den Ferien solche Anfragen. Einige Leute merken dann, dass sie für die Ferien keine Lösung haben und dass sie auf Dauer gar kein Tier möchten», sagt sie. Darum plant sie auch immer ein paar Plätze für solche «Notfälle» ein. So wendete sich vor kurzem eine weitere Frau an Edith Reuteler. «Ihr Hund ist nicht sozialisiert und macht Probleme. Sie will ihn nicht mehr – und am nächsten Montag geht sie in die Ferien», sagt Reuteler.

Diese zwei aufgeführten Beispiele mögen Extreme sein. Tatsache ist aber: Zahlreiche Tierhalter kümmern sich erst auf den letzten Drücker um einen Ferienplatz für ihr Haustier. Diverse Tierpensionen kennen das Problem der Kurzfristigkeit: «Wir müssen derzeit sehr viele Absagen erteilen, wir sind über drei Monate ausgebucht», sagt Nicole Locher von der Tierpension Locher in Littau.

Probetage für Hunde vereinbaren

Auch Petra Roos, Leiterin des Tierheims an der Ron in Root, sagt: «Es gibt immer wieder Leuten, die kurzfristig einen Platz für ihr Tier suchen.» Ferienplätze gebe es derzeit nur noch, wenn jemand absage. «Wir empfehlen darum, möglichst früh zu reservieren und bei Hunden auch einen Probetag zu vereinbaren.»

Bei Sandra Gloor in der Tierpension Hofmatt in Gettnau sind für die Sommerferien nur noch tageweise einzelne Plätze vorhanden. «Wer sich erst jetzt um einen Ferienplatz kümmert, ist zu spät dran», sagt sie. In der Tierpension Hofmatt werden Hunde nur aufgenommen, wenn sie ein bis zwei Probetage absolviert haben. Dabei könne man sich gegenseitig kennen lernen und prüfen, ob der Hund mit der neuen Situation klarkomme. «Die Anmeldungen erfolgen im Durchschnitt kurzfristiger als noch vor einigen Jahren», sagt Sandra Gloor.

Heute würden immer mehr Leute per Mausklick Ferien buchen. «Dabei kommt es nicht selten vor, dass schlicht vergessen wird, das Haustier für einen Ferienplatz anzumelden.» Dann müsse man schauen, ob man es so regeln könne, dass das betroffene Tier doch noch einen Platz finde. «Spontanferien zu buchen, ist für viele Tierhalter schwierig», sagt Gloor. Wer also einen Platz während der nächsten Herbstferien für sein Tier auf sicher haben will, muss diesen bereits jetzt organisieren.

Will ein Tierhalter seinen Liebling aber nicht ins Heim geben, bleiben weitere Möglichkeiten. «Sich privat zu organisieren, ist für die meisten die beste Lösung», sagt Tierarzt Martin Keiser von der Tierklinik Obergrund AG in Luzern. Wenn Verwandte, Freunde oder Nachbarn während der Ferien das Tier füttern und sich kümmern, könne es in seiner gewohnten Umgebung bleiben. Es gebe aber auch immer mehr Angebote von professionellen Homesittern, welche die Tiere zu Hause mehrmals täglich besuchen oder gar zu Hause wohnen und auch zum Haus schauen.

Das Haustier in die Ferien mitzunehmen, ist eine weitere Option. «Dabei muss man aber aufpassen, dass man nicht die eigenen Bedürfnisse über jene des Tieres stellt», so Keiser. Wenn jemand mit dem Camper an die Ostsee fahre, spreche nichts dagegen, den Hund mitzunehmen. «Aber Spanien bei 40 Grad im Schatten muss nicht sein, da fühlt sich ein Hund sicher nicht wohl», sagt der Tierarzt. Tierbesitzer sollten sich einige Monate im Voraus erkundigen, welche Impfungen und Dokumente vorgewiesen werden müssen.

«Wie bei Kindern, die das erste Mal auswärts schlafen»

Die Organisation der Ferienbetreuung fürs Tier sei vor allem bei Neuhaltern ein Thema, sagt Martin Keiser. Zur Unterbringung im Heim meint er: «Man kann das ausprobieren. Das ist wie bei Kindern, die das erste Mal auswärts schlafen.» Einmal im Jahr schade es dem Tier sicherlich nicht. «Und einmal im Jahr eine hundefreie Zeit für sich zu haben auch nicht.»

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