HEILIGKREUZ: Der Dornröschenschlaf geht zu Ende

Ins alte Pächterhaus soll nach zehn Jahren wieder Leben einziehen. Die neue Nutzung mit Ferienwohnungen sorgt nun für eine Premiere.

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Petra Wey-Hofstetter von der Pflegschaft Heiligkreuz und Benno Baumeler, Stiftungsrat Pro Heiligkreuz, im ersten Stock des alten Pächterhauses. (Bild Manuela Jans-Koch)

Petra Wey-Hofstetter von der Pflegschaft Heiligkreuz und Benno Baumeler, Stiftungsrat Pro Heiligkreuz, im ersten Stock des alten Pächterhauses. (Bild Manuela Jans-Koch)

Das alte Pächterhaus auf Heiligkreuz. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
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Das alte Pächterhaus neben der Kirche auf Heiligkreuz. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Das Hospiz Heiligkreuz. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Petra Wey-Hofstetter, Präsidentin Pflegschaft und Stiftung pro Heiligkreuz, und Architekt Benno Baumeler im Wohnzimmer des Pächterhauses. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Blick ins Wohnzimmer des Pächterhauses. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Blick in ein Zimmer des Pächterhauses (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Blick in die Vorratskammer des Pächterhauses. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Blick ins Wohnzimmer des Pächterhauses. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Petra Wey-Hofstetter, Präsidentin Pflegschaft und Stiftung pro Heiligkreuz, und Architekt Benno Baumeler im Gang vom Obergeschoss des Pächterhauses. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Blick in die Zimmer vom Obergeschoss des Pächterhauses. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Blick in die Zimmer vom Obergeschoss des Pächterhauses. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Blick in den Gang vom Obergeschoss des Pächterhauses. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Blick aus der Scheune in den Gang vom Obergeschoss des Pächterhauses. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Die alte Küche des  Pächterhauses. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Die alte Küche des  Pächterhauses. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Ein altes Telefon. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Das alte Pächterhaus auf Heiligkreuz steht unmittelbar neben dem Hospiz (rechts). (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)
Die Kirche Heiligkreuz. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)

Das alte Pächterhaus auf Heiligkreuz. (Bild: Manuela Jans-Koch/Neue LZ)

Cyril Aregger

Neben dem stattlichen Hospiz sowie der Wallfahrtskirche am Ortseingang steht das alte Pächterhaus auf Heiligkreuz ob Hasle etwas verloren da. Das rund 170 Jahre alte Holzgebäude, erbaut als Bauernhof und später genutzt als Wohnhaus und Beiz, hat definitiv schon bessere Zeiten erlebt: Die Schindeln sind morsch, die Balken rissig. Kein Wunder, steht das seit kurzem unter kantonalem Denkmalschutz stehende Haus doch seit 2005 leer.

Viele Ideen verworfen

Doch der Dornröschenschlaf hat jetzt ein Ende. Letzte Woche begannen die Renovationsarbeiten. Dies, nachdem nun endlich klar ist, was mit dem Gebäude geschehen soll. An Ideen mangelte es in den letzten zehn Jahren nicht: Ein Haus für Künstler, ein Ort für Klassenlager oder gar ein Kreuzmuseum wurden als künftige Nutzung geprüft – und wieder verworfen. Nun werden im Pächterhaus zwei Ferienwohnungen entstehen, die mit Hilfe der Stiftung Ferien im Baudenkmal ab kommendem Herbst vermietet werden sollen.

«Wir sind seit gut zwei Jahren mit der Stiftung in Kontakt», erzählt Petra Wey-Hofstetter, Präsidentin der Pflegschaft Heiligkreuz (siehe Kasten), der das Haus gehört. Die vom Schweizerischen Heimatschutz gegründete Stiftung vermittelt derzeit rund 30 Ferienwohnungen in Baudenkmälern. Im Kanton Luzern wird das Pächterhaus das erste Angebot sein. «Die Nachfrage nach solchen Ferien ist offensichtlich gross», weiss Petra Wey. «Die meisten Wohnungen haben eine Auslastung von bis zu 90 Prozent.» Für die Pflegschaft würde das Pächterhaus bereits bei einer Belegung von rund 50 Prozent selbsttragend sein. «Alles mehr ist ein willkommener Zustupf für die weitere Entwicklung und Erhaltung von Heiligkreuz», so Wey.

Aussen wird alles neu

Bis die beiden 2-Zimmer-Wohnungen aber für rund 1000 Franken pro Woche vermietet werden können, ist noch einiges zu tun: «Aussen wird alles neu», sagt Benno Baumeler, Architekt und Stiftungsrat von Pro Heiligkreuz. Wärmedämmung, Fenster, Schindeln und grosse Teile des Dachs müssen ersetzt werden, eine nachträglich angebaute WC-Anlage wird abgerissen. «Alles in Absprache mit dem kantonalen Denkmalschutz», betont Baumeler. Im Innern braucht es neue Sanitäranlagen, Küchen und zeitgemässen Feuerschutz. Eine Holzzentralheizung soll für die nötige Behaglichkeit im Winter sorgen. Im Erdgeschoss wird der Kachelofen von 1951 saniert. Sonst muss im Innern nicht allzu viel gemacht werden, wie auch ein Augenschein zeigt: Das Holz in den Zimmern ist gut konserviert. «Die Substanz ist zum Glück gut», sagt Baumeler. «Wir werden die alten Böden und Täfer abschleifen und nach dem Einbau von Dämmung und Feuerschutz weiter verwenden können. Die schlichte Atmosphäre eines Bauernhauses aus den 1850er-Jahren soll erhalten bleiben.»

Quasi unverändert wird die um 1900 angebaute Scheune, die derzeit von der Pflegschaft, Vereinen und dem Skilift als Lager gebraucht wird. Auch das zweite Obergeschoss des Pächterhauses wird nicht saniert. «Das wäre wegen der zusätzlichen Isolation sehr aufwendig», erklärt Benno Baumeler. «Und es wäre fraglich, ob sich eine dritte Ferienwohnung bei diesen Investitionen rechnen würde.»

200 000 Franken Spendengelder

Kosten wird die ganze Sanierung rund 1 Million Franken. Pflegschaft und Stiftung Pro Heiligkreuz beteiligen sich mit 200 000 respektive 100 000 Franken an den Kosten, hinzu kommen 140 000 Franken der Luzerner Denkmalpflege, ein Bankdarlehen über 300 000 Franken und eine grosse private Spende über 100 000 Franken. Fehlen noch 200 000 Franken, die durch Spenden zusammenkommen sollen. «Seit Sammelbeginn im Juni haben wir schon rund 70 000 Franken gesammelt. Es läuft gut», sagt Petra Wey-Hofstetter. «Darunter sind nebst Beiträgen von Stiftungen auch viele kleine private Spenden aus der Region. Das zeigt uns, wie sehr das Heiligkreuz dem ganzen Entlebuch noch immer am Herzen liegt.»