Wettbewerb für Grossfeld-Erneuerung in Kriens wird aufwendiger

Der Krienser Stadtrat beantragt für den Grossfeld-Architekturwettbewerb 755'000 Franken – mehr als ursprünglich geplant. Er kommt damit Kritikern entgegen. 

Stefan Dähler
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Das Pflegeheim Grossfeld. (Bild: Pius Amrein, Kriens, 12. September 2019)

Das Pflegeheim Grossfeld. (Bild: Pius Amrein, Kriens, 12. September 2019)

Nun geht es vorwärts mit der Erneuerung des in die Jahre gekommenen Heims Grossfeld in Kriens. Der Stadtrat beantragt dem Einwohnerrat den Kredit für den Architekturwettbewerb. Statt eines einstufigen Verfahrens hat sich der Stadtrat für einen aufwendigeren zweistufigen Wettbewerb entschieden. Aus diesem Grund steigen die Kosten von den im Budget 2019 vorgesehenen 600'000 Franken auf 755'000 Franken.

In der ersten Phase sollen die Architekturteams ein Gesamtkonzept für das Areal erarbeiten. Wobei ihnen freisteht, ob das bestehende Grossfeld ganz oder teilweise erhalten bleiben oder vollständig durch einen Neubau ersetzt werden soll. Danach würden acht bis zwölf Teams ausgewählt, die ein detaillierteres Projekt ausarbeiten sollen.

Höhere Akzeptanz bei Architekten

Die Mehrkosten könnten innerhalb des Globalbudgets kompensiert werden und sollten daher keinen Einfluss auf die Jahresrechnung haben, schreibt der Stadtrat. Er empfiehlt dem Einwohnerrat, den höheren Betrag in Kauf zu nehmen, da das zweistufige Verfahren «bei den verschiedenen Anspruchsgruppen auf eine wesentlich höhere Akzeptanz» stösst, heisst es im Bericht und Antrag.

Die Anpassung erfolgt aufgrund einer Intervention der IG Baukultur Zentralschweiz. Diese kritisierte den ursprünglichen Plan des Stadtrats, das im kantonalen Bauinventar als schützenswert verzeichnete Grossfeld ganz abzureissen (wir berichteten). «Die IG hätte eine Empfehlung rausgeben können, dass Architekten nicht im Wettbewerbs-Preisgericht Einsitz nehmen sollen», sagt der Krienser Sozialvorsteher Lothar Sidler (CVP). «In dieser Konstellation macht ein zweistufiges Verfahren mehr Sinn.»

Stadtrat ist nicht im Preisgericht vertreten

Das Wettbewerbs-Preisgericht besteht aus Vertretern der Heime Kriens AG, der Stadtverwaltung und Fachpersonen der Bereiche Architektur sowie Städtebau. Der Stadtrat ist im Gericht nicht vertreten. Lothar Sidler nimmt Einsitz in das Expertenteam, das jedoch nur eine beratende Funktion hat. Er kann also nicht für den von ihm favorisierten Neubau stimmen. «Wichtig ist, dass das Preisgericht hoch qualifiziert ist», sagt Sidler. Er fügt an:

«Wir lassen ganz bewusst offen, ob ein
Neubau mit, ohne oder teilweisem Erhalt des Bestandsbaus resultiert.»

Es bestehe diesbezüglich auch keine Gewichtung bei den Wettbewerbskriterien.

Gefordert ist, dass die Teilnehmer die Umgebung mit einbeziehen. Diese soll aufgewertet und offener gestaltet werden. Geplant ist, dass eine Verbindung zwischen Kehrhof-Quartier und Hofmatt entsteht. Das Grossfeld soll weiter 102 Plätze bieten und baulich eher wie ein Wohnhaus statt ein Heim oder Spital konzipiert sein.

Wettbewerb dauert bis Ende 2020

Der Abschluss des Wettbewerbs ist auf Ende 2020 geplant. Danach wird die Stadt das Projekt der Heime Kriens AG übergeben und das Grundstück im Baurecht abgeben. So kann der Einwohnerrat bei der Ausgestaltung des Wettbewerbs noch mitreden, wie dieser es 2017 bei der Behandlung des Gründungsvertrags der Heime Kriens AG gefordert habe, sagt Sidler. Das Geschäft kommt am 12. Dezember ins Parlament. Wann die Bauarbeiten starten, ist noch unklar. «Nach dem Wettbewerb erfolgen die Planung und das Baubewilligungsverfahren, das wird noch seine Zeit dauern», so Sidler. Das Ziel sei aber natürlich, dass es möglichst schnell geht. «Das Grossfeld befindet sich nicht mehr in einem guten Zustand, daher drängt die Zeit.»

Offen sind auch die Kosten. Gemäss einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2011 ist für einen Neubau mit über 50 Millionen Franken zu rechnen.