HEIMARZT EICHHOF: Staatsanwaltschaft akzeptiert Freispruch

Die Staatsanwaltschaft akzeptiert den Freispruch des ehemaligen Heimarztes des Stadtluzerner Betagtenzentrums Eichhof. Wie sie am Mittwoch vermeldete, verzichtet sie auf einen Weiterzug des Obergerichtsurteils an das Bundesgericht.

Drucken
Teilen

Rückblende: Zwischen 1995 und 2001 hatte ein Alterspfleger in der Zentralschweiz insgesamt 22 Personen getötet, 9 davon im Betagtenzentrum Eichhof in Luzern. Der Mann war geständig und wurde 2006 zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt.

In der Folge musste sich auch der ehemalige Heimarzt des Betagtenzentrums Eichhof vor Gericht verantworten. Das Amtsgericht sprach den heute 65-jährigen pensionierten Arzt im Juni 2007 der fahrlässigen Tötung schuldig. Das Gericht war der Überzeugung, dass die Tötung des letzten Opfers hätte verhindert werden können, wenn der Heimarzt seinen Verdacht früher der Polizei mitgeteilt hätte.

Urteil angefochten
Der Arzt zog das Amtsgerichtsurteil an die nächsthöhere Instanz, das Obergericht, weiter. Dieses kam am 18. März 2008 zu einem gegenteiligen Schluss und sprach den angeklagten Arzt von Schuld und Strafe frei.

Das Obergericht stellte zwar fest, der Arzt hätte seinen Verdacht bereits im Mai 2001 nach zwei Todesfällen mit unklarer Ursache der Polizei melden müssen. Doch sei nicht erwiesen, dass durch diese frühere Meldung die Tötung des letzten Opfers hätte verhindert werden können. Das Obergericht verneinte damit den ursächlichen Zusammenhang zwischen der verspäteten Meldung und der Tötung des letzten Opfers.

pi/Neue LZ