Heimatchörli Luzern zeigt überraschenden Auftritt vor 400 Zuschauern

Nach einigen Veränderungen trat das Heimatchörli Luzern in Littau unter dem Motto «Einisch andersch!» auf – und verwandelte den Konzertsaal in ein Probelokal.

Monika van de Giessen
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Das Heimatchörli Luzern bei einem früheren Auftritt in Baar.

Das Heimatchörli Luzern bei einem früheren Auftritt in Baar.

Bild: Zuger Zeitung, 26. April 2014

Das Heimatchörli Luzern wurde vor 41 Jahren als erster Frauenjodlerklub der Zentralschweiz gegründet. Wer dem Frauenchörli im Gründungsjahr 1978 kaum eine grosse Überlebenschance in der damals von Männern dominierten Jodlerszene gegeben hat, wurde am Samstag, im Zentrum Sankt Michael in Littau, anlässlich ihres Jahreskonzerts eines anderen belehrt.

Das Spezielle am Gesang der jodelnden Frauen ist, dass sie vorwiegend im Männerchorsatz singen. Ein ausgeglichener Chorklang prägte all ihre Vorträge. Das diesjährige Motto «Einisch andersch!» zog sich wie ein roter Faden durchs Programm. Vieles war anders, als an den letzten 40 Jodlerabenden. Einerseits haben acht Jodlerinnen nach vielen Jahren aus unterschiedlichen Gründen den Chor verlassen, andererseits beklagt der Verein weniger Auftritte und weniger Medienpräsenz. Zudem gabs einen Wechsel im Präsidium. Regula Müller steht seit einem Jahr dem Klub als Präsidentin vor.

Getreu dem Motto «Einisch andersch!» war denn auch der erste Auftritt des Chors zu Beginn des Konzerts. Nicht in der Tracht, sondern in Zivilkleidern traten die 23 Frauen vor die 400 Konzertbesucher und zeigten, wie eine Jodlerprobe abläuft. Nach den ersten zwei Liedern folgte der Tenüwechsel: Die Jodlerinnen präsentierten sich standesgemäss in ihren Trachten. Die Idee, das Jahreskonzert einmal anders zu gestalten, hatte die Präsidentin:

«Ich suchte nach einer neuen Herausforderung.»

Seit 23 Jahren wird der Chor von Franz-Markus Stadelmann geleitet. «Für uns ist er ein Glücksfall, denn er ist super vernetzt in der Jodlerszene», sagt die Präsidentin.

Den Auftakt machte das Heimatchörli mit dem Jodellied «Los guet» des Horwers Hans Argegger, gefolgt von weiteren Liedern wie «s’Grüchtli» des Entlebuchers Ruedi Bieri und «De Augestärn» von Emil Wallimann (Musik) und Sepp Scheuber (Text). Abwechslung ins Programm brachte der Jodlerklub Heimelig aus Buochs unter der Leitung von Andrea Matter-Frank. Den musikalischen Schlusspunkt setzten beide Klubs mit dem Schwandhütte-Jutz von Josef Zihlmann.