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Heimatschein verschwindet schleichend: In Luzern und Agglomeration kann man jetzt online umziehen

In der Region Luzern kann man Umzüge neuerdings online melden. Bis Ende 2019 sollen die restlichen Gemeinden des Kantons dazustossen. Noch sind aber einige administrative und finanzielle Aufgaben zu lösen.
Simon Mathis
Ein Umzug ist nicht nur mit logistischem, sondern auch mit administrativem Aufwand verbunden. (Bild: Gaetan Bally, Zürich, 30. März 2012)

Ein Umzug ist nicht nur mit logistischem, sondern auch mit administrativem Aufwand verbunden. (Bild: Gaetan Bally, Zürich, 30. März 2012)

Der Heimatschein: Für die Behörden ist er ein wichtiges Instrument, für Umziehende oft ein Ärgernis. Er muss nämlich von einer Verwaltung in die nächste gelangen, und meistens ist persönliches Erscheinen Pflicht. Künftig aber soll das Ab- und Anmelden bei Gemeinden einfacher werden. Die Digitalisierung macht’s möglich: Mit dem so genannten «eUmzug» kann man sich auch von Zuhause aus ummelden – am Smartphone oder am heimischen Computer.

Zurzeit bieten zehn Kantone den eUmzug an; Aargau, Appenzell Ausserhoden, Glarus, Graubünden, Schwyz, St. Gallen, Thurgau, Uri, Zug und Zürich. Neu dazu gesellt hat sich der Kanton Luzern – vorerst aber nur teilweise. Am 18. Januar ging das Angebot «eUmzugLUAgglo» unter der Internetadresse www.eumzug.swiss online. So sieht die Startseite aus:

Printscreen von eUmzugCH.

Printscreen von eUmzugCH.

Mit dabei sind bislang die Gemeinden Adligenswil, Ebikon, Emmen, Horw, Meggen, Malters, Rothenburg sowie die Städte Kriens und Luzern. Die Geschäftsleitung liegt bei der Stadt Luzern, der Kanton steuerte 30'000 Franken bei.

50 Luzerner sind bereits online gezügelt

Der erste Luzerner Einwohner meldete sich am 22. Januar online um. «Bis jetzt hatten wir in der Stadt Luzern 25 Online-Umzüge», sagt Katrin Aeberhard, Leiterin der städtischen Bevölkerungsdienste und Geschäftsführerin von eUmzugLUAgglo. «Im gesamten Kanton waren es 50.» Diese Personen haben sich den Gang auf die Verwaltung erspart. In diesen Fällen schickte die Wegzugsgemeinde den Heimatschein direkt an die Zuzugsgemeinde.

Das Ende des Heimatscheines ist der Online-Umzug also nicht – noch nicht. «Wir hoffen, dass wir den Heimatschein bis 2023 abschaffen können», sagt Aeberhard. Die Gebühr von 35 Franken für den Zuzug einer Einzelperson oder einer Familie in die Stadt Luzern bleibt übrigens bestehen.

Schweizweite Abdeckung bis Ende Jahr

Das Projekt der Agglo-Gemeinden ist Teil des nationalen Programms «eUmzugCH» unter der Leitung von eOperations Schweiz – einer Organisation, die für Bund und Kantone elektronische Lösungen im Bereich Behördenleistungen entwickelt und betreibt. Das Ziel ist, dass der eUmzug bis Ende 2019 schweizweit umgesetzt ist.

Das ist gar nicht so einfach, da es eine Anpassung der involvierten Systeme nötig macht. «Die Gemeinden in der Schweiz nutzen über 30 verschiedene Einwohnerkontrollsysteme in drei Sprachen», erläutert Manuela Kleeb, Projektleiterin bei eOperations. «Diese müssen alle umzugstauglich gemacht werden.» Auch im Kanton Luzern fehlen immerhin noch 74 Gemeinden. «Grundsätzlich kann sich jede Luzerner Gemeinde dem Portal anschliessen», sagt der Stadtluzerner Sozial- und Sicherheitsdirektor Martin Merki (FDP). Aber:

«Die Stadt Luzern kann nicht Dienstleisterin für den ganzen Kanton sein.»

Ein weiterer Ausbau wird also unweigerlich zu administrativem und organisatorischem Mehraufwand führen.

Daten müssen zu hundert Prozent stimmen

Der eUmzug lasse sich nicht so einfach beschummeln, erläutert Aeberhard. Die Seite gleiche die Online-Angaben mit der kantonalen Datenplattform Lureg ab. «Alle Informationen müssen zu hundert Prozent übereinstimmen, ansonsten lässt sich die Umzugsmeldung nicht abschliessen.» Bei technischen Problemen könne man sich bei den zuständigen Gemeinden melden.

«Die elf an eUmzugCH angeschlossenen Kantone wickeln pro Tag über 100 Umzugsmeldungen online ab», sagt Manuela Kleeb. «Die Nachfrage an diesem Onlinedienst ist vorhanden und die Rückmeldungen sind grösstenteils positiv.» Allerdings sei vielen Umziehenden noch gar nicht bewusst, dass sie ihren Umzug auch online melden können. «Wir müssen das Angebot noch besser kommunizieren. Die weitere Ausweitung des Angebots unterstützt dies», so Kleeb.

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