HEINRICH VILLIGER: «Wir haben noch genügend Finanzkraft»

Anti-Tabakkampagnen und Rauchverboten zum Trotz: Der Pfeffikoner Zigarrenfabrikant Heinrich Villiger (78) ist in Festlaune.

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Heinrich Villiger in der Produktionsabteilung seiner Firma. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Heinrich Villiger in der Produktionsabteilung seiner Firma. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Heinrich Villiger, findet man innerhalb der Tabakbranche überhaupt noch Grund zum Feiern?

Heinrich Villiger: Die diskutierten Rauchverbote und die verschiedenen Präventivkampagnen sind natürlich schon dunkle Wolken am Himmel. Sicher ist: Die Tabakindustrie ist keine Wachstumsbranche mehr. Aber wir gehen davon aus, dass wir unser Volumen halten können.

Was macht Sie so zuversichtlich? Hat sich die seit Jahren anhaltende Antiraucherstimmung bisher nicht negativ auf Ihr Geschäft ausgewirkt?

Villiger: Einen leichten Rückgang auf dem Inlandmarkt konnten wir bisher durch vermehrte Exporte wettmachen. Durch Marktanteilgewinne und Exporterweiterungen erzielen wir dieses Jahr ein Umsatzwachstum von 6 Prozent.

Das dicke Ende steht vielleicht noch bevor, wenn die von der WHO sowie europäischen und nationalen Gesundheitsbehörden angestrebte Vision einer rauchfreien Gesellschaft Tatsache wird.

Villiger: Wir rechnen nicht damit, dass es zu einer Prohibition kommt. Aber wir wissen heute tatsächlich nicht, wo der Druck auf die Tabakindustrie aufhört, an welchem Punkt man uns in Frieden lässt. Es gibt keine andere Branche, nicht einmal beim Alkohol, die derart unter Druck ist, wie der Tabak.

Weit gehend zu Recht. Oder nicht? 

Villiger: Unbestritten ist, dass die Nichtraucher ein Recht darauf haben, von Rauchern nicht beeinträchtigt oder belästigt zu werden. Dafür haben wir Verständnis. Aber gegen generelle Verbote und Einschränkungen wehren wir uns.

Wie rüsten Sie sich für die Zukunft?

Villiger: Europaweit stagniert der Zigarrenkonsum oder ist leicht rückläufig. Wenn der Umsatz zurückgeht, steigen unsere Kosten. Somit werden wir gezwungen, jedes Jahr die Preise leicht zu erhöhen. So ist es bisher gelungen, den Umsatz trotz rückläufigem Absatz zu halten. Von unserer Grösse her verfügen wir noch über genügend Finanzkraft, um weiterhin zu investieren. Für kleine Betriebe dagegen wird es schwierig. Der Konzentrationsprozess geht weiter.

Interview von Hans R. Wüst

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag im Wirtschaftsteil der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.