Interview

Heitere-Chef Christoph Bill: «Wir verlieren 90 Prozent Umsatz»

Die Absage des Heitere-Open-Airs schmerzt den Veranstalter. Finanziell verkraftet Heitere Events zwar einen einmaligen Ausfall, doch auf der emotionalen Ebene trifft es den Zofinger doch sehr.

Roger Rüegger
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Heitere-Veranstalter Christoph Bill.

Heitere-Veranstalter Christoph Bill.

Bild: Keystone

Auf dem Heiternplatz in Zofingen hätten dieses Wochenende 36000 Leute am Open Air gefeiert. Nun kann man im Schatten der Linden Kraft fürs 2021 tanken. Heitere-Chef Christoph Bill ist optimistisch.

Es ist Open-Air-Wetter. Wie sehr schmerzt der Ausfall?

Christoph Bill: Täglich damit konfrontiert, hatte ich genug Zeit, die Lage zu akzeptieren. Jetzt, in der Festivalwoche, tut’s wieder weh. Es fehlt ein Stück Leben. Nicht nur mir. Viele haben ihre Heitere-Geschichten.

Dafür sind Sie entspannter?

Es war ruhiger. Man arbeitete nicht auf ein so grosses Projekt hin. Ich hatte Luft für die Familie und mich, machte kurz Ferien, das hatte ich 30 Jahre nicht.

Nicht dass Sie auf den Geschmack gekommen sind?

Mein Herz schlägt fürs Heitere. Es war eine gute Erfahrung, doch Ferien müssen wieder hinten anstehen. Ich bin Optimist.

War ein Plan B nie Thema?

Nur kurz. Aber es gibt zu viele Abhängigkeiten und wir haben zu viele Tickets verkauft, um etwas Anderes auf dem Heitere zu realisieren. Ganz oder gar nicht.

Wie viel Schnauf haben Sie?

Wir verlieren 90 Prozent Umsatz. Dank schlanker Struktur verkraften wir einen einmaligen Ausfall.

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