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Heitere: Die alten Klassiker sind nicht Musik für alle – aber einfach schön

Es ist stets eine spezielle Mischung von Künstlern an der Magic Night auf dem Heitere. Genauso wie das Publikum. Für viele ist egal, wer spielt. Open-Air ist Open-Air.
Roger Rüegger
Die Walliser Sängerin Sina liess die Besucherinnen und Besucher den Regen vergessen. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)Die Walliser Sängerin Sina liess die Besucherinnen und Besucher den Regen vergessen. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)
Sina posiert mit ihrem Gitarristen auf der Hauptbühne. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)Sina posiert mit ihrem Gitarristen auf der Hauptbühne. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)
Das Publikum applaudiert während dem Konzert von Sina. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)Das Publikum applaudiert während dem Konzert von Sina. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)
Impressionen rund um das Konzert von Billy Ocean. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)Impressionen rund um das Konzert von Billy Ocean. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)
Das Festgelände auf dem Heitere in Zofingen war gut gefüllt. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)Das Festgelände auf dem Heitere in Zofingen war gut gefüllt. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)
Der britische Popsänger und Songschreiber Billy Ocean bei seinem Auftritt. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)Der britische Popsänger und Songschreiber Billy Ocean bei seinem Auftritt. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)
Trotz schlechtem Wetter – das Heitere in Zofingen lockte viele Musikbegeisterte an. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)Trotz schlechtem Wetter – das Heitere in Zofingen lockte viele Musikbegeisterte an. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)
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Magic Night auf dem Heitere in Zofingen

Eine ganz andere Geschichte als am Vorabend hat sich an der Magic Night in Zofingen abgespielt. Drückten bei der Rock Night am Dienstag dem Publikum die jungen Winterthurer von Jack Slamer dem Abend ihren Stempel auf, hat am Mittwoch die Walliserin Sina viel gemächlichere Töne angeschlagen.

Wild waren dafür die äusseren Umstände. Was man im Militär einen «Tenuefigg» nannte, zelebrierten die Besucher während ihrem Auftritt im Viertelstundentakt. Plastikpelerinen waren die bevorzugten Kleidungsstücke, die man genauso schnell vom Leib reissen konnte wie überstreifen.

Ja, das Wetter war beileibe nicht magisch. Es wäre müssig, dies zu thematisieren, aber wenn man fast sechs Stunden im Freien verbringt, wird’s zum Thema. Doch hier hielten es die Fans gleich wie jene am Vorabend. Die Musik spielt auf der Bühne und die anderen Dinge werden zur blossen Nebensache. So tanzten und sangen die Fans im Regen.

Mit dem Teufel gegen den Regen

Sina liess Elvis wiederaufleben, erzählte Geschichten vom Älterwerden und bemerkte, dass ihr die Zeit davon schleiche. «Das letzte machen wir aber noch», sagte sie und brachte – natürlich den «Dr Sohn vom Pfarrer». Just als dieses endete, hörte es auch wieder auf zu regnen. Oder die Regenmenge reduzierte sich zumindest. «Seht ihr, kaum singt man vom Teufel, hört's auf zu schiffen», verabschiedete sie sich.

Natürlich legte es wieder los. So wurden die Schlangen vor den Essständen länger und länger, die Leute drängten sich im «Captain Morgan»-Zelt drängten sich und auch in der Holzhütte «Campfire», wo ausschliesslich Cervelats zum selber Bräteln verkauft werden.

Man könnte meinen, dass es keine Rolle spielt, welche Kapelle auf der Bühne steht. Die Leute auf dem Heitere – egal ob an der Magic Night, dem Schlagerabend oder am dreitägigen Open Air – sind genügsam und feiern sich nicht ungern auch selber.

Faszination Vergangenheit

Sandro aus Ermensee ist ein gutes Beispiel dafür. «Das einzige, was ich wusste ist, dass heute Magic Night ist. Keine Ahnung, wer noch auftreten wird», sagte er während dem Sina-Auftritt. Der 19-jährige Gerüstbauer ist mit seinen Eltern Manuela (47) und Urs (55) sowie seinem Kumpel Livio (17) angereist. Der Sound der älteren Generation, die jeweils am Mittwoch präsentiert wird, kenne er von zu Hause, wenn er die Schallplatten seines Vaters auf dem Plattenspieler laufen lasse. Ein Anflug von Faszination kann er nicht verbergen. Die Jungs waren noch nie auf dem Zofinger Hausberg. «Open-Air ist Open-Air», meint Sandro. Stimmt nicht ganz, betont Vater Urs. Er und Manuela sind alte Heitere-Veteranen, die etliche Jahre das Festival auf dem Zeltplatz verbrachten. Heute ist nur noch die Magic Night in ihrer Agenda aufgeführt. Aber die dafür immer. «Wir stehen sogar jedes Jahr an derselben Stelle», sagt Manuela. So viel Nostalgie muss sein.

Billy Ocean auf dem Heitere. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)

Billy Ocean auf dem Heitere. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)

Auf Billy Ocean freue er sich, sagte Urs kurz bevor dieser die Bühne in einem chicken Anzug betritt. Der Mann spielte brav seine Hits, zu denen die Leute vor der Bühne schunkeln, diejenigen etwas weiter vom Geschehen vorerst aber nur zur Kenntnis nahmen. Als er «No Woman No Cry» anstimmt, flucht ein alter Musikliebhaber. «Jetzt greift er beim dritten Song schon zu Coversongs, das hat der doch nicht nötig», so der Zofinger.

Als ob dies der Entertainer gehört hätte, legte er seine Hits aneinander und schloss mit einem furiosen «Caribian Queen» ab. Sehr zur Freude der allermeisten Fans.

Danach gab es Schmusemusik von Barclay James Harvest featuring Les Holroyd. Offensichtlich warteten die allermeisten auf die Classic-Rock-Legenden. Bei «Nights in White Satin» war der Platz von der Bühne bis weit nach hinten mit singenden und in Erinnerung schwelgenden Fans voll. 5'800 Leute waren es gemäss den Veranstaltern.

Magic Night auf dem Heitere in Zofingen. Auf dem Bild zu sehen sind Impressionen rund um das Konzert von Billy Ocean. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)

Magic Night auf dem Heitere in Zofingen. Auf dem Bild zu sehen sind Impressionen rund um das Konzert von Billy Ocean. (Bild: Pius Amrein, Zofingen, 7. August 2019)

Die 38-jährige Caro aus Langnau (Reiden) brachte es mit ihrer Aussage auf den Punkt: «Es ist eigentlich nicht meine Musik. Aber es ist schön.»

Zum Schluss gab es noch Kölner Klassiker von Niedecken und BAP.

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