HELEN LEUMANN: «Sie war die Zuverlässigkeit in Person»

Die ehe­malige FDP-Ständerätin aus Meggen ist tot. Politische Weggefährten erinnern sich an eine Frau, deren Einsatz «vorbildlich» war.

Lukas Nussbaumer
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Ein Leben für die Politik: (Bild links) 1999 nach ihrer Wiederwahl in den Ständerat, (von oben) 2001 beim Besuch einer Tropfsteinhöhle in Sörenberg, am FDP-Parteitag 2004 mit alt Regierungsrat Max Pfister und in einem Porträtbild aus dem Jahr 2007. (Bild: Keystone/Urs Flüeler (Bild links), Archivbilder Neue LZ)

Ein Leben für die Politik: (Bild links) 1999 nach ihrer Wiederwahl in den Ständerat, (von oben) 2001 beim Besuch einer Tropfsteinhöhle in Sörenberg, am FDP-Parteitag 2004 mit alt Regierungsrat Max Pfister und in einem Porträtbild aus dem Jahr 2007. (Bild: Keystone/Urs Flüeler (Bild links), Archivbilder Neue LZ)

Lukas Nussbaumer

Alt Ständerätin Helen Leumann-Würsch aus Meggen ist an Silvester im Alter von 71 Jahren nach längerer Krankheit verstorben, wie erst gestern bekannt wurde. Die FDP-Politikerin wurde 1995 als Nachfolgerin von Robert Bühler ins Stöckli gewählt und gehörte der Kleinen Kammer bis Ende 2011 an. Zuvor politisierte Leumann im Kantonsrat und engagierte sich während zwölf Jahren als Vizepräsidentin ihrer Partei. Beruflich arbeitete Leumann im elterlichen Betrieb Collano AG, zuletzt als Bereichsleiterin «Mensch und Unternehmen». Die Collano AG ist ein Klebstoffhersteller mit über 300 Mitarbeitern (siehe Kasten).

Wicki: «Sehr gute Zusammenarbeit»

CVP-Politiker Franz Wicki, der den Kanton Luzern im Ständerat zusammen mit Leumann von 1995 bis 2007 während drei Legislaturen vertrat, beschreibt seine frühere Ratskollegin als «sehr zuverlässig». Er habe in Bezug auf die Vertretung von Luzerner Anliegen sehr gut mit ihr zusammengearbeitet, auch wenn er in anderen Fragen nicht immer gleicher Meinung gewesen sei.

Die Kollegialität habe sich auch in der Kommissionsarbeit manifestiert. Leumann und Wicki sassen zusammen in der Geschäftsprüfungskommission (GPK), in der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) und in der gewichtigen Geschäftsprüfungsdelegation. Wicki hat vor Tagen vom Tod der früheren Ständerätin erfahren. Er hat sie anlässlich ihres 70. Geburtstags vor etwas mehr als einem Jahr noch besucht.

Auch Konrad Graber, der CVP-Nachfolger von Franz Wicki als Ständerat, erlebte Helen Leumann als «sehr kollegial». Als Ratsneuling habe er 2007 auf die grosse Erfahrung von Helen Leumann zählen können, was er sehr geschätzt habe. Auch Graber, der Leumann schon im Kantonsrat kennen lernte, arbeitete mit der FDP-Frau in der GPK und der WAK zusammen. Graber sprang für seine Kollegin als WAK-Präsident ein, als sich bei Helen Leumann erste Krankheitsanzeichen bemerkbar machten. Graber erfuhr erst gestern vom Tod seiner ehemaligen Ratskollegin. «Nur positive Erinnerungen» an seine Parteikollegin hat FDP-Präsident und Nationalrat Peter Schilliger. «Ihr Einsatz, auch für die Partei, war vorbildlich. Helen Leumann war die Zuverlässigkeit in Person», sagt Schilliger. «Die Zusammenarbeit mit ihr war sehr gut. Sie war eine aussergewöhnliche Persönlichkeit.»

Die FDP wird die Arbeit ihrer früheren Ständerätin an der Delegiertenversammlung vom 27. Januar in Inwil würdigen.

Eine Bildergalerie zum Leben und zur Karriere von Helen Leumann finden Sie auf www.luzernerzeitung.ch/bilder