HELLBÜHL: Grossprojekt wird nach langer Planung realisiert

Die Ruine des abgebrannten Pfarrhauses kann nun abgerissen werden. Auch die Bewilligung für den Bau von drei Wohnhäusern samt Pfarrsaal liegt vor. 2019 soll das 14-Millionen-Projekt fertig sein.

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«Projekt St. Wendelin»: Im Hellbühler Dorfkern entstehen drei neue Wohnhäuser. Sie sollen Ende 2019 bezugsbereit sein. (Bild: Visualisierung: PD)

«Projekt St. Wendelin»: Im Hellbühler Dorfkern entstehen drei neue Wohnhäuser. Sie sollen Ende 2019 bezugsbereit sein. (Bild: Visualisierung: PD)

Was lange währt, wird endlich gut. Passender könnte man den Verlauf des Projektes «St. Wendelin» im Neuenkircher Ortsteil Hellbühl kaum beschreiben. Denn nach dem verheerenden Brand im über 200 Jahre alten Pfarrhaus im Februar 2013 mussten die Eigentümer diverse Hürden nehmen, bis sie ihr Projekt mit drei neuen Wohnhäusern realisieren können. Der Weg ging über die kantonale Denkmalpflege, eine Umzonung, das Votum der Stimmbürger und Baubewilligungen. Doch dazu später mehr.

Denn nun geht es endlich vorwärts mit dem Grossprojekt im Hellbühler Dorfkern. «Wir können am 16. April mit dem Abriss des alten Pfarrhauses und des Sigristhauses beginnen», freut sich Josef Kilchmann, Präsident der Sigristpfrundstiftung, der Bauherrin des Projekts. Dafür hat die Gemeinde Neuenkirch kürzlich die Bewilligung erteilt. Der Zeitpunkt sei optimal, so Kilchmann. «Dann klafft keine Baustelle neben der Kirche, wenn wir am Weissen Sonntag die Erstkommunion feiern.»

Wohnungen zur Miete und zum Kauf

Das Projekt «St. Wendelin» umfasst drei neue Wohnhäuser, welche unterirdisch mit einer Tiefgarage verbunden werden. Zwei kommen an der Luzernerstrasse zu stehen: Eines verfügt über sechs Mietwohnungen mit 2? und 3? Zimmern, das andere Haus soll unter anderem den neuen Pfarreisaal sowie je vier 1?- und 2?-Zimmer-Wohnungen enthalten. Diese werden altersgerecht gestaltet.

Pfarreisaal, Nebenräume und öffentliche Toilettenanlage belegen fast zwei Stockwerke, welche die Kirchgemeinde Hellbühl im Rohbau übernimmt und selber fertig ausbaut, so Kilchmann. Das dritte Haus kommt am Rütiweg zu stehen, wo sieben Wohnungen im Stockwerkeigentum realisiert werden. Bis auf eine seien diese schon alle reserviert, so Kilchmann.

Die Baukosten belaufen sich auf 11,5 Millionen Franken. Rechnet man noch das von Kirchgemeinde und Sigristpfrundstiftung eingebrachte Land im Wert von 2,436 Millionen dazu, resultieren Gesamtkosten von knapp 14 Millionen Franken. Die Kirchgemeindeversammlung hat im Herbst 2017 die Realisierung des Projekts gutgeheissen.

«Alles unter Dach und Fach»

Dies war allerdings nicht das einzige Mal, an dem sich das Projekt vor der Bevölkerung bewähren musste. So war auch eine Umzonung von der Zone für öffentliche Zwecke in eine Wohn- und Kernzone notwendig. Dieser stimmte die Gemeindeversammlung im November 2015 zu. Und zuvor musste die kantonale Denkmalpflege abklären, ob das alte Pfarrhaus, dessen Inneres komplett ausgebrannt war, doch noch erhalten werden konnte – das war allerdings nicht der Fall. Sämtliche Abklärungen sind nun abgeschlossen. «Es ist alles unter Dach und Fach», bilanziert Josef Kilchmann. Er sei erleichtert, dass das Projekt definitiv Fahrt aufnehme. Nun geht es Schlag auf Schlag: Der Spatenstich findet am 26. April statt. Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit sollen die Räumlichkeiten Ende 2019 be­zogen werden können. Dann hat Hellbühl nach zwei Jahren wieder einen richtigen Pfarreisaal.

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Das komplett ausgebrannte Pfarrhaus. (Archivbild LZ (Hellbühl, 20. Februar 2013))

Das komplett ausgebrannte Pfarrhaus. (Archivbild LZ (Hellbühl, 20. Februar 2013))