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Hemingway, Goethe, Dürrenmatt: In Buchrain kann man neu auf den Spuren grosser Literaten wandeln

Anfang April wird in Buchrain ein Skulpturenweg eröffnet, der literarische Werke thematisiert. Ein Künstler stellt seine Arbeiten dafür gratis zur Verfügung. Dennoch musste er für die Realisierung des Projekts einige Hindernisse überwinden.
Stefan Dähler
Projektleiter Kurt Fischer, Gemeindepräsidentin Käthy Ruckli, Künstler Fritz Widmer und Vereinspräsidentin Ursula Berset (von links) vor der Skulptur, die dem Buch «Olympe de Gouges» von Olivier Blanc gewidmet ist. (Bild: Dominik Wunderli, Buchrain, 14. März 2019)

Projektleiter Kurt Fischer, Gemeindepräsidentin Käthy Ruckli, Künstler Fritz Widmer und Vereinspräsidentin Ursula Berset (von links) vor der Skulptur, die dem Buch «Olympe de Gouges» von Olivier Blanc gewidmet ist. (Bild: Dominik Wunderli, Buchrain, 14. März 2019)

Im Dorfzentrum von Buchrain steht ein nicht ganz alltägliches Projekt kurz vor dem Abschluss: Am 6. April wird hier der Skulpturenweg eröffnet. Auf einem Spaziergang können Besucher 14 Skulpturen des Luzerner Künstlers Fritz Widmer betrachten, die von literarischen Werken inspiriert sind und aus Stein oder Bronze bestehen. Auf Tafeln sind zudem Informationen zu den jeweiligen Skulpturen und Passagen aus den ihnen zugrunde liegenden literarischen Werken niedergeschrieben.

Es handelt sich dabei oft um Klassiker wie etwa Goethes «Erlkönig», «Der Besuch der alten Dame» von Friedrich Dürrenmatt, Ernest Hemingways «Der alte Mann und das Meer» oder «Heidi» von Johanna Spyri. Aber auch neuere Werke wie Edmund de Waals Biografie «Der Hase mit den Bernsteinaugen» aus dem Jahr 2010 sind vertreten. Den Start des Wegs bildet eine Skulptur zu Samuel Becketts «Warten auf Godot» bei der Bibliothek. Die einzelnen Stationen mit dazugehörigem Werk finden Sie auf dieser Karte:

Fast alle Skulpturen sind schon installiert. «Die Letzte, die am Ausgangspunkt bei der Bibliothek stehen wird, ist noch in Arbeit», sagt Ursula Berset. Sie ist Präsidentin des Trägervereins für den Skulpturenweg, der für dessen Realisierung gegründet worden ist und die Baubewilligung eingeholt hat. Die Skulpturen selbst hat Fritz Widmer dem Verein geschenkt.

Das Budget für das Projekt betrage rund 25'000 Franken für den Transport der Sockel, Fundamente, Montage und eine Faltbroschüre sowie den Aufbau einer Webseite. «Auf unsere Unterstützungsanfragen haben wir viele positive Rückmeldungen erhalten, was uns sehr gefreut hat», sagt Berset. So beteiligt sich die Gemeinde mit 10'000 Franken, die Kirchgemeinde mit 5000 Franken. Weiter leisten Firmen, auf deren Grundstücke sich ein Abschnitt des Wegs befindet, Sponsorenbeiträge, zusätzliche Gelder stammen von der Korporation sowie von Migros Kulturproduzent.

Der Weg zum Skulpturenweg war übrigens nicht ganz einfach. Fritz Widmer arbeitet schon seit über zehn Jahren an diesem Projekt. Er sagt zu seiner Motivation:

«Ich möchte mit meinen Skulpturen bei den Leuten das Interesse an der Literatur wecken oder ihnen helfen, dieses wieder zu entdecken.»

Erste Versuche in den Gemeinden Roggwil (BE) und in Salenstein (TG) seien nach anfänglichen Zusagen gescheitert, so Widmer: entweder an einem privaten Investor oder aufgrund von Wechseln im Gemeinderat. Via Kurt Fischer, ein Bekannter Widmers aus Buchrain, sei es dann gelungen, eine Gruppe kulturinteressierter Einwohner für das Projekt zu gewinnen.

Zunächst hätte der Weg vom Kulturforum Buchrain realisiert werden sollen, dieses brach das Projekt jedoch nach Unstimmigkeiten ab. «Weil eine der Skulpturen auf meinem Grundstück geplant war, kam ich dann ins Spiel», sagt Berset. Sie gründete mit Fritz Widmer und Kurt Fischer den erwähnten Trägerverein, der das Projekt wieder aufnahm. Fischer übernahm die Projektleitung und schloss mit den privaten Grundeigentümern am Weg die Dauerleihverträge für die Skulpturen ab. Weitere stehen auf Boden der Gemeinde und der katholischen Kirchgemeinde. Gemeindepräsidentin Käthy Ruckli (CVP) habe das Projekt von Anfang an unterstützt, betont Widmer. Ruckli bestätigt dies und erklärt:

«Der Skulpturenweg hat das Potenzial, sich zu einer Perle im Rontal zu entwickeln.»

Durch das Projekt würden Gespräche und Begegnungen ermöglicht, unter Einheimischen, aber auch mit auswärtigen Gästen. Weiter entspreche es der Gemeindestrategie, die vorsieht, «die Aufenthalts- und Freizeitqualität zum Verweilen und zum gegenseitigen Vernetzen» zu steigern. «Die Verbindung des Skulpturenwegs mit der Gemeindebibliothek erweist sich in unseren Augen als ein wertvoller Puzzleteil in diesem Projekt», so Ruckli weiter. «Die Bibliothek, welche sich auch als Treffpunkt etablieren will, stellt die literarischen Werke aus und bietet sie zur Ausleihe an.»

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