Hensler stellt sich dem Polizeiverband

Im Nachzug zum umstrittenen Auftritt am Kick Ass Award des Kommandanten der Luzerner Polizei, Beat Hensler, ist es zu einer offenen Aussprache zwischen ihm und dem kritisierenden Luzerner Polizeiverband gekommen. Dabei zeigte Hensler Verständnis für die Reaktionen des Verbandes.

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Beat Hensler nimmt die Kritik sehr ernst. (Bild: Archiv Neue LZ)

Beat Hensler nimmt die Kritik sehr ernst. (Bild: Archiv Neue LZ)

Der Verband der Luzerner Polizei hatte letzte Woche den Kommandanten der Luzerner Polizei, Beat Hensler, wegen dessen Auftritt am diesjährigen Kick Ass Award von Radio 3fach kritisiert. Damit habe man auf den Unmut von Polizistinnen und Polizisten reagiert und die Verantwortung als Personalverband wahrgenommen, heisst es in einer Medienmitteilung der Luzerner Polizei vom Freitag.

Beat Hensler hat umgehend auf die Kritik reagiert. Neben einer ersten internen Information an die Mitarbeiter hat er auch eine Aussprache mit der Verbandsleitung gesucht. Am Dienstag haben sich der Kommandant und die Spitze des Polizeiverbandes offen ausgesprochen und die Differenzen bereinigt.

«Wollte mich nicht über gesetzeswidrige Handlungen lustig machen»

Beat Hensler zeigte an der Aussprache Verständnis für die Reaktion des Verbandes beziehungsweise der Mitarbeiter. Er habe diese sehr ernst genommen, heisst es in der Mitteilung weiter. Es sei nie Henslers Absicht gewesen, die Arbeit der Polizei in ein schlechtes Licht zu stellen und schon gar nicht die Arbeit der Mitarbeitenden gering zu schätzten – im Gegenteil.

«Ich wollte damit auch nicht die Ausschreitungen anlässlich der der Bunkerparty vom Sommer 2011 banalisieren oder mich über gesetzeswidrige Handlungen lustig machen», sagt Hensler. Wenn bei Mitarbeitenden der Polizei solche Eindrücke entstanden seien, bedaure er das.

«Teilnahmen vorsichtiger und sensibler prüfen»

Zusammen mit der Verbandsspitze wurde beschlossen, dass Beat Hensler in Zukunft die Teilnahme an solchen Anlässen vorsichtiger und sensibler prüfen wird. Zudem hat er seine Mitarbeiter detailliert über seinen Auftritt informiert.

Der Verband der Luzerner Polizei hat Verständnis dafür, dass sich der Kommandant auch kritischen Gruppierungen stellt und damit versucht, Brücken zu bauen, um die Polizeiarbeit zu erleichtern. Dies hält man auch für wichtig. «Die Aussprache war für uns notwendig und hat uns gezeigt, dass der Kommandant diesen Auftritt auch selbstkritisch hinterfragt hat. Damit sind wir zufrieden», sagt Verbandspräsident Federico Domenghini.

Sowohl der Polizeiverband als auch der der Kommandant sind überzeugt, auch in Zukunft konstruktiv zusammen arbeiten zu können. Für sie ist der Fall damit erledigt.

pd/zim