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HERDSCHWAND: Einwohnerrat Emmen beschliesst Abriss

Das Parlament folgt dem Gemeinderat, der einen Abbruch der bestehenden Gebäude für die günstigste und sicherste Lösung hält. Das letzte Wort ist wohl aber noch nicht gesprochen.
Beatrice Vogel
Im Herbst 2015 zogen die Bewohner aus dem Alterszentrum Herdschwand aus. (Bild: Roger Grütter (Emmen, 16. September 2015))

Im Herbst 2015 zogen die Bewohner aus dem Alterszentrum Herdschwand aus. (Bild: Roger Grütter (Emmen, 16. September 2015))

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Das Resultat ist eindeutig: Mit 26 zu 12 Stimmen bewilligt das Emmer Parlament den Kredit von 1,5 Millionen Franken für den Rückbau des ehemaligen Betagtenzentrums Herdschwand. Dieser soll erfolgen, wenn die Zwischennutzung durch das Betagtenheim Unterlöchli Ende August abgeschlossen ist. Der Gemeinderat begründet den frühzeitigen Abriss mit den Finanzen und Sicherheitsbedenken: Eine Instandhaltung respektive eine Stilllegung verursache weitere Kosten, und bei einem Unfall in den stillgelegten Gebäuden würde die Gemeinde haften. Zudem würden die 1,5 Millionen beim Kauf des Areals durch die Losinger ­Marazzi AG von dieser zurückgezahlt (wir berichteten).

In der gestrigen Ratsdebatte argumentierten die Verkaufsgegner (SP, Grüne und Teile der CVP) in erster Linie, dass ein Abriss übereilt sei. Man habe nicht alle Möglichkeiten einer Zwischennutzung abgeklärt. «Hat man an die Studenten gedacht?», fragte etwa Pius Müller (SP). «Die Betriebskosten und die Aufwendungen für die nötigsten Instandsetzungen sind zwar hoch, aber lohnend.» Eine Nutzung sei der ökologischste Ansatz. Patrick Graf (Grüne) ergänzte, dass bezüglich Zonenkonformität auch Ausnahmebewilligungen möglich wären. Dies als Reaktion auf die Begründung des Gemeinderats, eine Zwischennutzung als Wohngebäude sei in der Zone für öffentliche Zwecke nicht möglich. Die Grünen beantragten zudem, dass – sollte der Abriss vollzogen werden – bis zum Neubau eine öffentliche Nutzung des freien Areals ermöglicht wird, so wie dies heute der Fall ist. Der Antrag wurde von der Mehrheit des Rats abgelehnt.

«Ich fühle mich wie im falschen Film», reagierte Franz Räber (FDP) auf die Forderung nach neuen Zwischennutzungen. «Es geht hier nicht mehr um einen Verkauf. Notsanierungen für eine neue Nutzung stehen nicht zur Debatte.» Er äusserte zudem Bedenken, dass der Verkauf gefährdet sei, sollte der Abriss abgelehnt werden. «Das geht dann ins Finanzielle», so Räber.

Abriss-Gegner wittern Chance vor dem Volk

Dass der Abriss am Ende doch noch abgelehnt wird, ist tatsächlich möglich. Das Komitee «Herdschwand erhalten» ergreift nämlich das Referendum gegen den Abbruch-Entscheid. «Wir schulden dem Gemeinderat beinahe Dank, dass er uns die Chance für eine zusätzliche Volksabstimmung einräumt», sagte Benedikt Schneider, CVP-Einwohnerrat und Komitee-Mitglied. «Der Volksentscheid über den Verkauf war sehr knapp, mittlerweile haben sich einige Faktoren wie etwa der Verkaufspreis verändert, und das Projekt ist nach wie vor umstritten.» Mit dem Abriss werde ohne Not ein erhebliches Risiko in Kauf genommen. Schneider: «Ein Rückbau sollte erst erfolgen, wenn die künftige Nutzung definitiv geklärt ist.»

Doch auch diese Argumente der Abrissgegner liefen ins Leere. Christian Blunschi (CVP) sprach vielen bürgerlichen Einwohnerräten aus dem Herzen, als er sagte: «Es ist völlig weltfremd, zu denken, die Herdschwand könne langfristig weiter genutzt werden.»

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