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HERDSCHWAND-VERKAUF: Emmen kämpft um Gemeindeland

Die Gemeinde Emmen hat in den letzten Jahren viel Land verkauft. Man sei auf das Geld angewiesen, sagt der Gemeinderat.
Am 8. März stimmt das Emmer Stimmvolk über den Verkauf des Betagtenzentrums Herdschwand ab. (Archivbild Corinne Glanzmann)

Am 8. März stimmt das Emmer Stimmvolk über den Verkauf des Betagtenzentrums Herdschwand ab. (Archivbild Corinne Glanzmann)

Emmen ist eine grosse Baustelle. Seetalplatz, Feldbreite, Viscosistadt überall wird gebaut. Für viele Menschen bringt dies Ängste mit sich, denn sie fürchten, der Bauboom könnte aus dem Ruder laufen und die Gemeinde stark verändern. Dies erklärt zum Teil auch die sehr emotional geführte Debatte um die Liegenschaft Herdschwand. Über deren Verkauf wird das Stimmvolk am 8. März entscheiden.

Der Herdschwand-Verkauf war auch der Auslöser für die «Bodeninitiative», welche SP und Grüne am 2. Februar eingereicht haben. Ziel der Initiative ist es, dass Land, welches sich heute in Gemeindebesitz befindet, nicht mehr verkauft werden darf. Es soll nur im Baurecht abgegeben werden.

Fest steht: In Emmen wird zurzeit eine heftige Debatte um das Gemeindeland geführt. Doch welche Areale besitzt Emmen eigentlich noch? Und was will die Gemeinde dort realisieren?

Bedarf an Bauland bis 2030 gedeckt

Die Gemeinde verfügt über etwa 50 Hektaren Baulandreserven. Die grössten Areale befinden sich in der Arbeitszone in den Gebieten Waldibrücke (1 Hektare) und Meierhof (2 Hektaren). Sofern die Nachfrage besteht, werden diese Flächen bis 2030 überbaut, wie der Gemeinderat auf Anfrage mitteilt. Der Bedarf an Bauland sei somit vorläufig abgedeckt. Es soll bis 2030 kein weiteres Land eingezont werden.

Im Siedlungsleitbild hat die Gemeinde festgelegt, verdichtetes Bauen zu fördern und das Wachstum nach aussen zu begrenzen. Nachverdichtetes Bauen findet zum Beispiel in der Viscosistadt, am Seetalplatz und im Sonnenhof statt. Abgesehen von den Projekten, die sich bereits im Bau befinden, gebe es keine konkreten Pläne für die Nutzung des übrigen Baulandes, sagt Gemeinderat Urs Dickerhof (SVP). Als geplant könne man lediglich den Verkauf des 1,8 Hektaren grossen Herdschwand-Grundstücks bezeichnen, wie auch die Erweiterung der Schulanlagen. In den nächsten Jahren stehe zudem die Revision des Bebauungsplans Meierhof an.

Baurechtabgabe nicht vorgesehen

Und was sagt Dickerhof zur Forderung, es solle mehr Land im Baurecht abgegeben werden? «Die Gemeinde hat eine Immobilienstrategie. Diese legt fest, unter welchen Umständen das Land im Baurecht abgegeben werden soll. Im Moment ist nicht vorgesehen, Land im Baurecht abzugeben.» Dies werde dann gemacht, wenn es um eine Ansiedlung von Gewerbe oder Arbeitsplätzen gehe. «Weiter wird Land im Baurecht an Institutionen abgegeben, die nicht gewinnorientiert oder verbandsrechtlich organisiert sind. Meistens wird das Land später gekauft, wenn die Firma oder Institution die notwendigen Mittel hat.»

Generell sei die Nachfrage nach Landkauf höher als nach Baurecht, sagt Dickerhof. «Die Gemeinde hat pro Woche bis zu drei Anfragen für Landkauf von Privaten und Gewerbe.» Betreffend Baurecht sei nur eine Anfrage hängig. «Es handelt sich dabei um Land, welches in der Sport- und Freizeitzone liegt.»

30 Landverkäufe in 10 Jahren

Seit 2003 hat Emmen 30 Landverkäufe getätigt. Der grösste Posten war das Areal Kirchfeld, welches der Gemeinde 8,1 Millionen Franken einbrachte. Aus allen Grundstückverkäufen resultierte ein Ertrag von 21 Millionen Franken. Der Erlös aus Landverkäufen helfe der Gemeinde, die Schulden abzuschreiben und langfristig Eigenkapital aufzubauen, erklärt Urs Dickerhof. «Dies eröffnet der Gemeinde neue Möglichkeiten. Das heisst, die restriktive Handhabung der Investitionen könnte etwas gelockert werden, und eventuell könnte die Investitionsplanung angepasst werden. Der Verkauf der Liegenschaft Herdschwand würde dazu führen.» Eine Abgabe im Baurecht habe nicht denselben Effekt, da die Einnahmen viel geringer wären und daraus kein positiver Abschluss resultieren würde.

Strategie für Landressourcen

Der Gemeinderat hat versprochen, dem Einwohnerrat eine Finanzstrategie betreffend Siedlungsentwicklung, Verkehr und Infrastruktur vorzulegen. In dieser werde er auch den Umgang mit den Landressourcen thematisieren, schreibt der Gemeinderat in seiner Antwort auf das Postulat «Wie weiter mit den gemeindeeigenen Grundstücken?». Die Einwohnerräte Patrick Schmid (SVP), Hans Schwegler (SVP) und Martin Birrer (FDP) verlangten darin eine Strategie für den Umgang mit den gemeindeeigenen Grundstücken.

Beatrice Vogel

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