HERGISWIL BEI WILLISAU: Fischereiverband kritisiert Polizei

Schon wieder ist Gülle in einen Bach gelaufen. Der Fischereiverband verlangt einmal mehr: Die Polizei soll laufend über Gewässerverschmutzungen informieren.

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Franz Häfliger, Präsident des Luzerner Fischereiverbandes, inspiziert in Ebersecken einen Bach. (Bild Roger Grütter/Neue LZ)

Franz Häfliger, Präsident des Luzerner Fischereiverbandes, inspiziert in Ebersecken einen Bach. (Bild Roger Grütter/Neue LZ)

Am Mittwochabend ist Gülle in den Nespelbach im Gebiet Hergiswil / Willisau gelaufen. Dies teilt der Fischereiverband mit. Dabei wurden kleine Bachforellen-Sömmerlinge von fünf Zentimeter Länge getötet. Wieviele Fische umkamen, ist unklar. Die Feuerwehr Hergiswil konnte verhindern, dass die Gülle in den Hundschellenbach gelangte.

Wie gross ist das öffentliche Interesse?
Der Fischereiverband des Kantons Luzern versteht laut einer Mitteilung die Haltung der Luzerner Polizei nicht, die nur ungenügend Auskunft über die Unfälle geben würde. «Wir orientieren uns an Kriterien wie dem öffentlichen Interesse und dem Ausmass eines Ereignisses», erklärte Richard Huwiler auf Anfrage der Neuen Luzerner Zeitung. Nicht sämtliche Ereignisse könnten gleich gewichtet werden. Dies versteht Franz Häfliger, Präsident des Fischereiverbandes Kanton Luzern nicht. Er fragt: «Gibt es wirklich kein öffentliches Interesse, wenn Bäche verschmutzt werden und übers Jahr gerechnet Zehntausende Fische sterben?»

Unter den 44 Gewässerverschmutzungen im laufenden Jahr wurden 25 wegen Gülle verursacht. In zehn Fällen kam es zu Fischsterben. Ein einziger Fall machte die Luzerner Polizei publik. Gewässerverschmutzungen sind Offizialdelikte, also Straftaten, die von Amtes wegen verfolgt werden müssen.

rem