HERGISWIL: Gemeindeversammlung: Fast kams zum Eklat

Auch in Hergiswil sollen die politische Gemeinde und die Schulgemeinde fusionieren. Das wichtige Thema wurde aber zum Nebenschauplatz.

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Der parteilose Raphael Blättler vor dem Gemeindehaus Hergiswil. (Bild Urs Rüttimann/Neue NZ)

Der parteilose Raphael Blättler vor dem Gemeindehaus Hergiswil. (Bild Urs Rüttimann/Neue NZ)

Nach Stans und Ennetmoos gibt auch Hergiswil grünes Licht für die Vorbereitung einer Zusammenlegung der politischen Gemeinde mit der Schulgemeinde. Dies entschieden gestern Abend rund 200 Stimmberechtigte an der Gemeindeversammlung mit 93 Ja- gegen 61 Nein-Stimmen (bei einigen Enthaltungen). Im Gegensatz zu Stans und Ennetmoos sprach sich in Hergiswil auch der Schulrat für diesen Schritt aus. Alle andern Geschäfte wurden zwar diskussionslos durchgewunken – trotzdem war es ein Abend voller hitziger Emotionen.

«Er soll doch verschwinden»
Grund dafür war das Verhalten von Raphael Blättler, der teilweise übelste Zwischenrufe aus der Bevölkerung provozierte. «Er soll doch aus Hergiswil verschwinden», war da lauthals zu hören. Und Gemeindepräsident Hans Wicki drohte Blättler gar: Wenn er sich nicht zu benehmen wisse, werde er rausgeworfen. Was war geschehen?

Gemeindepräsident Hans Wicki war kaum bei seiner Begrüssung, als Raphael Blättler ans Mikrofon stürmte und sich provokativ darüber beschwerte, dass die Versammlung aufgrund eines Musikvortrages mit Verspätung begonnen habe. Beim «Vaterunser» verliess er mit einer abschätzigen Handbewegung den Saal, um danach weiterzuprovozieren. Zumindest so empfanden es die Anwesenden.

Mindestens 15-mal ging Blättler danach ans Mikrofon und versuchte bei fast jedem Traktandum, den Gemeinderat mit juristischen Raffinessen aufs Glatteis zu führen. Bei den Einbürgerungen verlangte er, dass sich die Kandidaten selber vorstellen sollen, und stellte den Verwerfungsantrag, sodass sogar die Gemeindeschreiberin Pascal Küchler entschieden intervenieren musste und darlegte, dass Blättlers Anträge unzulässig seien.

Mit 173 zu 1 Stimme
Gemeindepräsident Hans Wicki liess sich nicht aus der Ruhe bringen und leitete die Versammlung souverän weiter. Ein engagiertes Votum von Paul Waser liess dann wieder Ruhe aufkommen. «Raphael, du hast schlicht keinen Anstand, und du störst. Eigentlich sollte man dich rauswerfen», sagte der sonst besonnene Waser. So erstaunte es kaum, dass Blättlers offizieller Antrag auf Tonaufnahmen an Gemeindeversammlungen zur Farce wurde: Ablehnung mit 173 zu 1 Stimme.

Kurt Liembd