Hersteller von Druckmaschinen zieht nach Eschenbach - zwanzig neue Arbeitsplätze entstehen

Die Firma Goebel Capital GmbH baut in Eschenbach eine neue Halle. Sie wird auch Platz für Co-Working-Arbeitsplätze bieten.

Roseline Troxler
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Am Donnerstagnachmittag erfolgte in Eschenbach der Spatenstich der neue Halle. Von links: Felix Berg, Goebel Capital Managing Director, Manuel Vogel, Goebel Capital, CVP-Kantonsrat Josef Wyss, Andreas Zettel, Wirtschaftsförderung Luzern, Damian Müller, Ständerat der FDP, und Markus Kronenberg, Gemeindeammann von Eschenbach.

Am Donnerstagnachmittag erfolgte in Eschenbach der Spatenstich der neue Halle. Von links: Felix Berg, Goebel Capital Managing Director, Manuel Vogel, Goebel Capital, CVP-Kantonsrat Josef Wyss, Andreas Zettel, Wirtschaftsförderung Luzern, Damian Müller, Ständerat der FDP, und Markus Kronenberg, Gemeindeammann von Eschenbach.

Bild: PD

Läuft alles nach Plan, werden in Eschenbach ab September Maschinen zusammengebaut, mit welchen unter anderem Geld gedruckt werden kann. Das Unternehmen Goebel Capital GmbH baut an der Rothenburgstrasse eine neue Produktionshalle. Im obersten Stock entstehen Büroräumlichkeiten. Gestern war Spatenstich. Manuel Vogel, Vorsitzender der Geschäftsleitung, sagt: «An unserem neuen Standort entstehen zwanzig neue Arbeitsplätze.» Laut Vogel investiert die Goebel Capital GmbH in Eschenbach rund 10 Millionen Franken.

Die Hochsicherheitsdruckmaschinen werden unter anderem dazu verwendet, Banknoten, Briefmarken, Pässe oder ähnliche Produkte mit Sicherheitsmerkmalen herzustellen. Die Maschinen werden in die ganze Welt verschifft. Am Standort in Eschenbach sollen die Maschinen auch getestet werden. Und es entsteht ein Demo- und Schulungszentrum. «Es gibt jedes Jahr weniger Lehrlinge in der Druckerbranche. Druckerfirmen beschäftigen daher oft Quereinsteiger, welche zuerst lernen müssen, diese hochkomplexen Maschinen zu bedienen. Investitionen in die Aus- und Weiterbildung sind daher zentral», erklärt Vogel.

Unternehmen produziert für chinesische Post

Die 1851 gegründete Firma Goebel ist international aufgestellt. In der Schweiz hatte das Unternehmen bisher seinen Standort in Baar. Weshalb expandiert das Unternehmen nun nach Eschenbach? «Die Druckmaschinen mit einer Länge von 30, einer Breite von 7 und einer Höhe von 5 Metern bedeuten eine enorme Belastung für den Boden. Eschenbach, das auf Nagelfluh steht, hat einen sehr stabilen Boden. Das ist optimal für unsere Produktionshalle», erklärt Vogel. Zudem sei die Schweiz sowohl wegen ihrer guten Reputation als auch aufgrund der Fachkräfte ideal für einen Maschinenbauer, der Hochsicherheitsdruckmaschinen herstellt.

Die Zeit für den Neubau drängt. Denn im September beginnt die Montage für eine Maschine, die später nach China verschifft wird. Manuel Vogel:

«Wir haben einen Auftrag der chinesischen Post gewonnen. Nächstes Jahr wird eine Delegation die Maschine besichtigen und begutachten. Künftig werden damit Briefmarken gedruckt.»

Maschinen kamen beim Druck von Euronoten zum Einsatz

Die Maschinen der Goebel-Gruppe kamen unter anderem beim Druck der Euronoten von Frankreich und Dänemark zum Einsatz. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung hofft, dass dereinst auch Schweizer Geld mit den Goebel-Maschinen gedruckt wird.

Hier sieht Vogel grosses Potenzial für die Firma. Heute sei Geld in der Regel aus Papier oder im Falle der Schweiz ein Hybrid-Produkt aus drei Lagen: Papier, Plastik und nochmals Papier. «Künftig wird Geld wohl ganz aus Plastik bestehen. Der grosse Vorteil ist, dass die Noten nicht brechen und einen Waschgang ohne weiteres überstehen.» Rumänien sei das erste Land in Europa, das bei seinem Bargeld auf Plastik setzt, genauso wie auch Australien, Kanada oder England.

Geld wird in Eschenbach nicht gedruckt

Der Vorteil der Goebel Capital GmbH sei, «dass das Unternehmen als einziger Hersteller auf den hoch-effizienten Rollendruck setzt». Obwohl mit den Maschinen der Goebel Capital GmbH Geld gedruckt werden kann, versichert Vogel: «In Eschenbach gibt es höchstens einen Probedruck und Funktionstests.»

Die neue Halle ist nur ein Teil des Bauprojekts an der Rothenburgstrasse. Im Bürotrakt sowie in der Halle, die bereits neben dem Neubau steht, werden durch die a&o Kreston AG Co-Working-Plätze, Einzelbüros und Büros mit mehreren Arbeitsplätzen vermietet. Ein Platz kostet pro Halbtag 20 Franken, Internet inbegriffen. «Gerade jetzt, wo Homeoffice wichtiger ist, kann das Coworking eine gute Abwechslung bieten», so Vogel. Derzeit stehen acht Co-Working-Plätze zur Verfügung, im Herbst dann rund 20.

Gemeinde freut sich über Bauprojekt

Der Eschenbacher Gemeindeammann Markus Kronenberg sagt zum Bauprojekt:

«Es hat für Eschenbach eine grosse Bedeutung. Deshalb haben wir auch in Rekordzeit eine Baubewilligung gesprochen. Wir sind stolz, dass Eschenbach als Standort gewählt wurde.»

Das zeige, dass die Gemeinde Eschenbach durchaus am Markt bestehen könne.