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HERTENSTEIN: Pühringer beugt sich Landschaftsschützern

Mit der Überbauung beim Hotel Hertenstein kann es weitergehen. Nach langem Tauziehen mit dem Landschaftsschutzverband haben die Parteien endlich einen Konsens gefunden.
So soll Hertenstein künftig aussehen: Neu geplant sind die hellbraunen Gebäude hinter dem Campus-Hotel. (Bild: Visualisierung: Marques Architekten AG)

So soll Hertenstein künftig aussehen: Neu geplant sind die hellbraunen Gebäude hinter dem Campus-Hotel. (Bild: Visualisierung: Marques Architekten AG)

In Weggis liegen derzeit zwei Gestaltungspläne auf, die den geschichtsträchtigen Ortsteil Hertenstein betreffen. Während der eine Plan eine Erweiterung des Campus-Hotels vorsieht, geht es beim anderen um Änderungen am bisher blockierten Überbauungsprojekt «Campus Dorf Hertenstein». Das Campus-Hotel befindet sich bekanntermassen im Besitz des österreichischen Investors Peter Pühringer. Er steht denn auch hinter dem zweiten Projekt, welches beim Hotel 19 neue Wohnungen vorsieht.

«Campus Dorf» ist kein neues Projekt. Bereits im November letzten Jahres wurde es publik. Die damalige Version sah 14 Wohnungen vor. Bisher wurde das Vorhaben durch die Einsprache des Landschaftsschutzverbandes Vierwaldstättersee (LSVV) blockiert. Nun aber hat die Bauherrschaft einen überarbeiteten Gestaltungsplan eingereicht.

Pläne mit Verbänden überarbeitet

«Wir haben in den vergangenen Monaten eng mit den Naturschutzverbänden zusammengearbeitet», sagt Markus Knopf, Verwaltungsrat der Campus Hotel Hertenstein AG, welche die Bauherrschaft vertritt. «Wir sind überzeugt, nun ein konsensfähiges Projekt eingereicht zu haben.» Konkret sieht das Wohnprojekt Folgendes vor: Es besteht aus vier Doppelhäusern, einem weiteren Bau mit drei Wohnungen und einem Apartmenthaus mit acht kleineren Wohneinheiten. Ursprünglich waren noch zwei Einfamilienhäuser vorgesehen. Tatsächlich scheint es so, als ob man durch die Anpassung der Pläne in Hertenstein einen Durchbruch erreicht hätte. «Die Verhandlungen waren produktiv, und in der Überarbeitung wurden echte Fortschritte gemacht», sagt etwa Urs Steiger, Präsident des LSVV. Dass sich der Knopf gelöst hat, kommt nicht von ungefähr: «Für uns war immer zentral, dass man die Gestaltung des Campus-Dorfs und die geplante Erweiterung des Campus-Hotels zusammen behandelt», erklärt Markus Heggli, Leiter der Fachgruppe Architektur beim LSVV.

Und damit wäre man beim zweiten Gestaltungsplan, der in Weggis aufliegt. Dieser sieht eine dreigeschossige Tiefgarage vor. Darauf würde ein neuer Gebäudeteil des Hotels entstehen, worin eine auf Neurorehabilitation spezialisierte Klinik untergebracht würde. Eine derartige Klinik befindet sich derzeit auch im Park Hotel Vitznau, das ebenfalls Pühringer gehört.

Die vorgesehene Tiefgarage führte zum Durchbruch bei den Verhandlungen: «Vorher war eine grosse Einstellhalle vorgesehen», weiss Heggli. «Dafür hätte dort praktisch die gesamte Hügelkuppe abgetragen werden müssen, was ein massiver Eingriff ins Landschaftsbild gewesen wäre.» Durch die Tiefgarage, welche sowohl von den Hotelbesuchern wie auch den Wohnungsbesitzern genutzt werden kann, entschärft sich die Lage in den Augen der Landschaftsschützer wesentlich. «Deshalb pochten wir auf eine gemeinsame Behandlung der Projekte», erklärt Heggli. Nun sind es zwar immer noch separate Projekte, doch wurden sie gleichzeitig eingereicht. Es gab aber auch noch andere entscheidende Faktoren: «Im ursprünglichen Plan waren die Wohnungsbauten starr gegen das Seeufer ausgerichtet. Sie passten sich überhaupt nicht in das Bild der bestehenden Architektur ein.» Auch diesbezüglich seien Anpassungen gemacht worden. Selbst die Fassaden der Gebäude wurden noch verändert, um diese besser in das bestehende Landschaftsbild zu integrieren, wie es bei der Marques Architekten AG auf Anfrage heisst. Die Gebäude sollen sich demnach der Architektur der Umgebung anpassen und so auch dem Geist des Ortes entsprechen.

Auch Urs Steiger ist zuversichtlich, dennoch will man nichts blind absegnen: «Wir haben die nun aufliegende Version noch nicht gesichtet. Wir behalten uns deshalb auch vor, gegebenenfalls erneut Einsprache einzureichen.»

Kosten und Zeithorizont noch unbekannt

Bei der Bauherrschaft ist man sich dessen bewusst. Entsprechend zurückhaltend gibt man sich, den Zeithorizont für die Realisierung zu kommunizieren: «Das Ziel ist es, im Herbst einen genehmigten Gestaltungsplan zu haben, um danach die Baueingabe einzureichen», sagt Markus Knopf. Zu den Kosten der beiden Projekte äussere man sich noch nicht.

Die Gestaltungspläne liegen noch bis 29. Juli bei der Bauverwaltung in Weggis auf.

Ismail Osman

ismail.osman@luzernerzeitung.ch

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