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«Herr Chefarzt, was tun gegen Heuschnupfen?»

Das Februar-Wetter ist ungewohnt warm – und die Pollenbelastung hoch. Was das fürs Luzerner Kantonsspital (Luks) bedeutet und was Allergiker dagegen tun können, das erklärt Gerhard Müllner, Chefarzt für Allergologie am Luks.
Raphael Zemp

Spürt man am Luzerner Kantonsspital (Luks), dass bereits viele Pollen durch die Luft fliegen?

Gerhard Müllner: Nicht sehr stark. Denn wer von seiner Allergie weiss, der steuert meisten zuerst eine Apotheke an, um dort an Medikamente zu gelangen. Ins Spital kommt nur, wer von einem Hausarzt zugewiesen wird – oder aber notfallmässige Asthmapatienten. Deren Anzahl bewegt sich aber im gewöhnlichen Rahmen und hat gegenüber Vorjahren nicht spürbar zugenommen.

Was können Pollen-Allergiker unternehmen?

Zum einen gibt es vorbeugende Massnahmen. Im Freien sollte man stets eine Sonnenbrille tragen. Ebenfalls empfiehlt es sich, die Alltagskleider vor dem Schlafzimmer auszuziehen, abends die Haare zu waschen oder noch besser zu duschen – und nachts nur stossweise zu lüften.

Und was ist mit Augentropfen und anderen Medikamenten?

Diese lindern akute Symptome. Bei besonders starken allergischen Reaktionen kommen besonders wirksame Nasensprays zum Einsatz, weil kortisonhaltig. Angst vor unerwünschten Nebenwirkungen braucht man keine zu haben. Nasensprays wirken nur lokal.

Und wer den Heuschnupfen auf die lange Frist beseitigen will?

Der kann auf eine Immuntherapie zurückgreifen. Dabei werden die allergieauslösenden Pollen in kleiner Konzentration entweder gespritzt oder oral eingenommen, über eine längere Zeit von meist rund drei Jahren. Die Idee dahinter: Der eigene Körper soll sich nach und nach an die Pollen gewöhnen. Und tatsächlich schlägt diese Behandlung in den meisten Fällen auch an. Eingesetzt wird sie vornehmlich bei Patienten, bei denen der Leidensdruck sehr gross ist.

Wie problematisch ist es, dass die Pollenbelastung durch die Klimaerwärmung tendenziell immer früher einsetzt?

Nun, die Leidtragenden sind in erster Linie die Pollenallergiker, bei denen die Beschwerden in der Tendenz immer früher einsetzen und auch länger dauern. Was früher auf eine Saison beschränkt war, gilt heute beinahe schon fürs ganze Jahr.

Führt diese Entwicklung generell zu einem höheren Anteil an Allergikern?

Nein. Zwar ist der Anteil jener Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, während vieler Jahre angestiegen. Als Grund haben Studien etwa zunehmende Hygiene ausgemacht. Inzwischen aber sind die Zahlen stabil – wenn auch auf hohem Niveau. Rund 20 bis 30 Prozent der hiesigen Bevölkerung leiden unter einer Pollenallergie. Damit ist es die hierzulande meist verbreite Allergieform.

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