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Hier wächst Kriens in den nächsten 20 Jahren in die Höhe

Ein neuer Planungsbericht sieht im Gebiet Luzern Süd gleich mehrere Hochhäuser vor. Trotz Verdichtung und einer zusätzlichen Verbindungsachse soll der neue Stadtteil auch grüner werden.
Stefan Dähler
So könnte das Gebiet Mattenhof künftig aussehen. In der Bildmitte ist die Pilatus-Arena zu sehen. Visualisierung: PD

So könnte das Gebiet Mattenhof künftig aussehen. In der Bildmitte ist die Pilatus-Arena zu sehen. Visualisierung: PD

Noch steht das 45-Meter-Hochhaus auf dem Mobimo-Areal etwas einsam da. Doch das soll sich künftig ändern. Rund um den Mattenhof-Kreisel entsteht mittelfristig ein «urbanes Zentrumsquartier». Das sieht der Planungsbericht Luzern Süd vor, den der Krienser Stadtrat kürzlich veröffentlicht hat. So sind auf zwei weiteren Grundstücken jeweils zwei Zwillings-Hochhäuser von bis zu 50 Metern vorgesehen (siehe Grafik unten). Hinzu kommt das Areal der Pilatus-Arena, wo Kriens aufgrund der «überregional bedeutsamen öffentlichen Nutzung» eine Höhe von bis zu 107 Metern zulassen will, wie dem Planungsbericht zu entnehmen ist. Die weiteren Gebäude vor Ort sollen dann «nur» noch 26,5 Meter hoch sein, wodurch der Blick auf den Pilatus frei bleibt.

Wird Mattenhof-Kreisel durch Kreuzung ersetzt?

Aber nicht nur in der Höhe, sondern auch am Boden sind Änderungen vorgesehen. So prüft der Kanton eine Umgestaltung des Mattenhof-Kreisels in eine Kreuzung mit Lichtsignalen (wir berichteten). Letztere würde weniger Platz benötigen, wodurch mehr Raum entstünde für den neuen, von Bäumen gesäumten Mattenplatz. Dieser soll einen «identitätsstiftenden Stadtraum» darstellen, der wichtig sei für das Gelingen des «Verdichtungsprozesses zwischen Kriens, Horw und Luzern». Schliesslich handelt es sich um die Schnittstelle der Siedlungen Nidfeld, Kuonimatt, Mattenhof-Bahnhof und Schweighof-Schällenmatt. Sofern anstelle des Kreisels eine Kreuzung realisiert wird, müsste die Abzweigung in die Industriestrasse aufgehoben werden. Die Erschliessung der betroffenen Grundstücke würde daher mittels Umweg via Horwer- oder Ringstrasse erfolgen. Der Mattenplatz könnte aber auch bei der Beibehaltung des Kreisels realisiert werden, wenn auch weniger gross, schreibt der Krienser Stadtrat.

In den Bauten rund um den Mattenplatz ist ein maximaler Wohnanteil von 80 Prozent vorgesehen. In den Erdgeschossen soll es «publikumsorientierte Nutzungen» geben, erlaubt sind aber nur «nicht oder nur mässig störende Betriebe» – also kein lautes Gewerbe. Die Neubauten sollen so wenig Autoverkehr wie möglich generieren. Bei Planungen von Überbauungen muss daher ein Mobilitätskonzept erarbeitet werden. Denkbar seien auch Ausfahrtsdosierungen.

Quartierzentrum bei der Sporthalle denkbar

Der Planungsbericht umfasst weiter das Gebiet entlang der Motelstrasse und rund um den Pilatusmarkt. Hier sollen weitere Überbauungen entstehen. Es ist ebenfalls ein «urbanes, durchmischtes» Quartier geplant – teils mit hohem Wohnanteil, teils mit hohem Gewerbeanteil. Auf dem Areal Hinderschlund wäre nochmals ein Hochhaus von bis zu 45 Metern Höhe denkbar. Sonst ist hier eine weniger hohe Bebauungsweise als im Gebiet Mattenhof vorgesehen. Als maximale Bauhöhe entlang der stark befahrenen Ringstrasse sind 24 Meter vorgesehen, in den weiteren Gebieten zwischen 13,5 bis 16,5 Meter. Generell sollen die Überbauungen «durchlässig», also gut durchquerbar sein.

An der Motelstrasse in der Nähe des heutigen Sportzentrums ist ein Treffpunkt, etwa in Form eines Quartierzentrums denkbar. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht. Mehrere Parzellen rund um das Sportzentrum und das ehemalige Hotel Pilatusblick gehören der Migros, das Grundstück Hinderschlund der Stadt Luzern. Letztere ist weiter Eigentümerin einer Parzelle, auf der die Stadt Kriens den Bau eines neuen Schulhauses erwägt. Heute befinden sich dort Familiengärten. Bereits in einem früheren Planungsbericht abgehandelt wurden die Areale nördlich des Mattenhofs, also etwa das Nidfeld oder das Gebiet rund um den Südpol. Hier sind ebenfalls Hochhäuser von bis zu 60 Metern möglich (wir berichteten).

Sportanlagen, Spielplatz und Hundewiese

Geplant sind aber nicht nur Überbauungen, sondern auch Grünzonen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der sogenannte Autobahnpark – die Überdachung der A2. Diese soll stark aufgewertet und von Baumreihen umringt werden. Im nördlichen Teil sind öffentliche Freizeitmöglichkeiten wie ein Spielplatz geplant. Die Fläche soll «urban» als Quartiertreffpunkt gestaltet werden. Danach folgt ein Korridor, der «naturnah» ohne Spiel- und Freizeitanlagen gestaltet werden soll. Anschliessend sind Sportnutzungen und eine Hunde-Spielwiese vorgesehen, zwei Fussballfelder bestehen in dieser Zone bereits. Auf dem südlichsten Abschnitt wieder eine Natur-Zone.

Weiter sieht der Planungsbericht mit dem Bogenweg für Fussgänger und Velofahrer eine neue Verbindungsachse zwischen Mattenhof und Pilatusmarkt vor. Östlich des Wegs sind wiederum Sportfelder, etwa für Beachvolley oder Tischtennis, vorgesehen. Westlich sichert der «Naturraum Schlimbach» die «ökologische Vernetzung» mit dem Autobahnpark. Der Bogenweg soll die geplante Süd-Allee vom Velo-Durchgangsverkehr entlasten. Dies aufgrund von Bedenken aus der Kuonimatt, deren Bewohner vor allem wegen der E-Bikes um die Sicherheit in ihrem Quartier besorgt waren (siehe Kastentext unten).

Grösserer Vorplatz für den Pilatusmarkt

Apropos Verkehr: Künftig soll die Buslinie 21 über die Motelstrasse fahren. So würden die Gebiete Vorderschlund, Schällenmatt und Schweighof besser an den ÖV angebunden. Dafür müsste auf der Motelstrasse noch eine Busspur nordwärts erstellt werden. Ebenfalls ein Thema ist der Pilatusmarkt. Ziel ist eine «repräsentative Eingangssituation». Dafür sollen die Tankstelle auf die Rückseite des Einkaufszentrums verlegt und der Kreisel umgestaltet werden. Denkbar sei eine Art «Park-Pavillon», um die neue Vorzone zu aktivieren. Weiter wird abgeklärt, die Talstation der Pilatus-Bahn auf das Dach des Pilatusmarkts zu verlegen (wir berichteten). Das bestehende Gebäude könne um zwei Stockwerke aufgestockt werden.

Pläne sind nicht verbindlich

Alles in allem sind das grosse Pläne für das Gebiet. Diese haben jedoch keine rechtliche Verbindlichkeit, wie der Stadtrat schreibt. Es bestehe lediglich eine «politische Verbindlichkeit». Das heisst, die Behörden müssen bei der weiteren Planung «auf die angestrebte Entwicklung» hinwirken. In diesem Sinne handelt es sich beim Planungsbericht um eine Art Leitbild. Verbindlicher wird es mit Erarbeitung eines neuen Richtplans für das ganze Gebiet Luzern Süd. Dieser soll bis 2021 in Kraft treten, zuvor sind noch Mitwirkungsverfahren vorgesehen. Die konkrete Umsetzung erfolgt dann bei Umbauprojekten auf den jeweiligen Parzellen. Der Zeithorizont ist dabei sehr weit gefasst. Schätzungsweise 20 Jahre dürfte es dauern, bis die Bauvorhaben realisiert sind.

Die verschiedenen Gesichter der Süd-Alle

Ein weiteres wichtiges Element in der Planung des Gebiets Luzern Süd stellt die sogenannte Süd-Allee dar. Diese durchgängige Achse soll von der Krienser Arsenalstrasse via Mattenhof bis nach Horw-See führen. Sie ändert dabei aber je nach Abschnitt ihren Charakter.

Im nördlichen Bereich zwischen Arsenalstrasse und Kreisel Mattenhof ist sie als Hauptachse mit Busverkehr konzipiert. Vom Mattenhof aus wird der Grossteil des Verkehrs jedoch über die Ringstrasse geführt. Die Süd-Allee dagegen wird im Gebiet der Kuonimatt zu einer Quartierverbindung heruntergestuft. Auch eine ursprünglich angedachte Velo-Schnellroute ist nach Kritik aus der Bevölkerung auf diesem Abschnitt gemäss Krienser Stadtrat vom Tisch (wir berichteten). Im Bereich des Schlimbachs besteht heute noch kein Weg. Diese Lücke müsste für eine durchgängige Süd-Allee noch geschlossen werden. Auf dem Abschnitt Technikumstrasse auf Horwer Gemeindegebiet wird die Süd-Allee dann wieder zur Erschliessungsachse mit Busverkehr. Die Altsagenstrasse wiederum soll eine Quartier­strasse bleiben.

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