HILDISRIEDEN: Mit dem Skateboard will er einen Weltrekord aufstellen

Fabian Doerig (25) investiert seine gesamte Freizeit ins Skaten. Sein Weltrekord- versuch wird sogar im Fernsehen übertragen.

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Fabian Doerig (25) ist mit seinen Skatetricks äusserst erfolgreich. Nun hat er einen Auftritt im Schweizer Fernsehen. (Bild Boris Bürgisser)

Fabian Doerig (25) ist mit seinen Skatetricks äusserst erfolgreich. Nun hat er einen Auftritt im Schweizer Fernsehen. (Bild Boris Bürgisser)

Manuela Liem

Man würde kaum glauben, welch rastloses Leben Fabian Doerig führt. «Manchmal muss ich schauen, dass ich nicht zu viel mache», sagt der 25-Jährige. Er arbeitet in einem 80-Prozent-Pensum als Schreiner, vor vier Monaten begann er zusätzlich die Ausbildung zum Bauleitertechniker. Fast täglich fährt der Hildisrieder zudem zwei Stunden Skateboard. Und nebenbei betreut er noch einen erfolgreichen Youtube-Kanal mit über 14 000 Abonnenten. Trotzdem macht ­Fabian Doerig einen ruhigen Eindruck.

Die Filme über seine Skate-Kunststücke machten ihn in der Szene berühmt. So konnte er dieses Jahr an der «Sommer-Challenge» von SRF teilnehmen. Diese bietet Sportlern die Möglichkeit, einen Traum zu verwirklichen. Doerig fährt in der Sendung eine Skate-Kombination mit sieben Hindernissen und präsentiert dabei verschiedene Tricks. Schafft er es, wäre das Weltrekord. Das Fernsehen liess für ihn eine Strasse absperren und filmte seine Fahrt. Diese Gelegenheit war für ihn einmalig. Gedreht wurde die Sendung bereits im Juni, ausgestrahlt wird sie am 2. September. Ob Fabian Doerig es schaffen wird, will er an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten.

Ein idealer Werbeträger

Als Doerig vor elf Jahren anfing, Skateboard zu fahren, lag er voll im Trend. Die Euphorie flachte dann jedoch wieder ab. «Ich bin einer der wenigen, die weitergemacht haben. Heute kommt das Skaten aber wieder auf», sagt Doerig.

Vor fünf Jahren begann er, erste Filmchen zu drehen und auf die Video-Plattform Youtube zu stellen. In diesen Kurzfilmen zeigt er jeweils seine besten Sprünge. Damals ahnte er noch nicht, welche Möglichkeiten ihm das Internet bieten würde. Der Durchbruch gelang ihm mit seinem bisher erfolgreichsten Video, welches er im März 2014 veröffentlichte. Darin zeigt er Tricks, die vor ihm noch niemand geschafft hatte. Das Video wurde von einer bekannten amerikanischen Internetseite und danach von vielen Leuten geteilt. Bis jetzt wurde das Video 128 000 Mal angeschaut. Dadurch wurden Unternehmen auf ihn aufmerksam. Sie sahen in ihm den idealen Werbeträger. «Auf einmal wurde ich von Medien und Firmen angerufen», sagt Doerig.

Beim Treffen mit unserer Zeitung in der Lounge & Bar Suite in Luzern fällt ihm plötzlich auf: «Eigentlich begann alles hier.» Damals wurde nämlich auch der Fernsehsender Joiz auf ihn aufmerksam. In dieser Bar traf sich Doerig mit einem Mitarbeiter, der ihm erklärte, wie Youtube funktioniert und wie er damit Geld verdienen kann. Nun konzentriert er sich vor allem auf das Filmen. Seine grösseren Projekte dreht Doerig mit professionellen Filmern. Bei einfacheren Filmen kümmert er sich selbst um die Kamera. Da vergisst man fast, dass er auch sportliche Erfolge feiern konnte. Der bisher grösste: der dritte Platz am Freestyle.ch in Zürich 2012, dem grössten Szene-Treffen in Europa.

Anfrage vom «Bachelor»

Inzwischen konnte Doerig sich mit seinen Filmchen einen Nebenverdienst aufbauen. Das Skaten scheint ihn gar attraktiv zu machen. Er bekam schon eine Anfrage von der Fernsehsendung «Der Bachelor», lehnte sie jedoch ab. Auch Sponsoren hat er mittlerweile. Die braucht er auch, denn: «Der Materialverschleiss ist gross. Durchschnittlich brauche ich alle zwei bis drei Wochen ein neues Brett. Auch die Schuhe sind schnell abgenutzt», erklärt er.

Der Erfolg hat auch in seinem Umfeld etwas verändert. «Mein Vater nimmt die Sache dadurch ernster. Respektiert hat er es aber schon immer», sagt Doerig. Im Gegensatz zu seinen Kollegen investiert er um einiges mehr in den Sport. Viel freie Zeit bleibt nicht. Trotzdem sagt er: «Ich mache nur, was mir Spass macht.»

Abonnentenzahl verdoppelt

Während eines Sprachaufenthalts in San Francisco begann er 2012, häufiger Videos zu drehen und diese auf Englisch zu kommentieren. Seit einem halben Jahr lädt er nun regelmässig Videos hoch. Während seines Aufenthalts in Cincinnati in den USA dieses Jahr drehte er auch Videos mit amerikanischen Skatern. Diese können teilweise von den Einnahmen durch die eingeblendete Werbung in ihren Videos leben. Durch sein Erscheinen auf deren Kanälen wurde Doerig noch bekannter.

Trotz des Erfolgs hat Doerig nicht vor, das Skaten und Filmen zum Hauptberuf zu machen. In der Schweiz sei es schwierig, genügend Geld durch Youtube zu verdienen. «Ausserdem möchte ich in meinen Videos keine Werbung für Produkte machen, die nichts mit Skaten zu tun haben», ergänzt Doerig. Zudem hapere es bei ihm in Englisch noch zu sehr, um spezifisch etwas zu Produkten zu erzählen. Trotzdem ist auf seinem Youtube-Kanal alles in Englisch gehalten – sogar die Schreibweise seines Nachnamens. «Das begann, als ich in San Francisco war. Da merkte ich, dass die dort ja gar kein ‹ö› auf der Tastatur haben, weshalb ich begann, den Namen mit ‹oe› zu schreiben. Ausserdem sieht es schöner aus, weil Vor- und Nachname dann gleich viele Buchstaben haben. So kann man sie auch gut untereinander schreiben.»

Hinweis

Die «Sommer-Challenge» mit Fabian Doerig wird am 2. September um 22.45 Uhr auf SRF 2 ausgestrahlt.

Das bekannteste Video von Fabian Doerig finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bonus