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HILFSWERK: SOS-Kinderdorf: Präsidium bleibt in Luzerner Händen

Nach sechs Jahren als Präsident der Stiftung SOS-Kinderdorf Schweiz tritt der Horwer Gustav Bader zurück. Seine Nachfolgerin kommt ebenfalls von hier.
Mirjam Weiss
Gustav Bader, abtretender Präsident der Stiftung SOS-Kinderdorf Schweiz, im Kinderdorf El Alto in Bolivien. (Bild: PD)

Gustav Bader, abtretender Präsident der Stiftung SOS-Kinderdorf Schweiz, im Kinderdorf El Alto in Bolivien. (Bild: PD)

In der international tätigen Stiftung SOS-Kinderdorf Schweiz geben sich die Luzerner die Klinke in die Hand: Nach sechs Jahren als Präsident und weiteren sechs Jahren als Vizepräsident der Stiftung tritt der Horwer Gustav Bader (68) auf Ende Jahr zurück. Seine Nachfolgerin ist die Luzernerin Rita Fischer Hof-stetter (60), die seit gut drei Jahren Mitglied des Stiftungsrates ist. Sie übernimmt das Präsidium offiziell ab dem 1. Januar 2014. Zur Stiftung SOS-Kinderdorf stiess sie durch – wie könnte es anders sein – einen weiteren Luzerner, den jetzigen Vizepräsidenten Robert Amgwerd aus Meggen.

Gute Grundhaltung der Luzerner

Gleich mehrere Luzerner an der Spitze von SOS-Kinderdorf Schweiz – ein Zufall? «Nein, ich denke, das hängt mit einer Grundhaltung der Luzerner zusammen», sagt Rita Fischer Hofstetter. «In der katholisch geprägten Innerschweiz wird das Zwischenmenschliche sehr grossgeschrieben.»

Fischers persönliche Motivation für das Präsidium von SOS-Kinderdorf Schweiz sei ihre Leidenschaft für Kinder, erklärt die dreifache Mutter. «Und ich möchte meinen Mitmenschen etwas zurückgeben.» Sie zitiert dazu Hermann Gmeiner, den «Vater» der SOS-Kinderdörfer: «Alles Gute auf der Welt geschieht nur, wenn einer mehr tut, als er tun muss.»

«Helfen ist harte Arbeit»

Die Welt sei jung, sagt Rita Fischer Hofstetter. «In den meisten Ländern machen Kinder und Jugendliche den grössten Teil der Bevölkerung aus. Es ist deshalb der Untergang jedes Landes, wenn die Jugendlichen keine Perspektive haben.» Ihrer Ansicht nach liegt es zudem im Eigeninteresse der westlichen Länder, sich in Entwicklungsländern zu engagieren. «Durch die Hilfe vor Ort können sie sich auch vor importierten Problemen schützen.» Fischer ist sich aber bewusst: «Helfen ist nicht einfach schön und nett, es ist auch harte Arbeit.» Zum einen, weil der Spendenmarkt in der Schweiz zunehmend gesättigt sei, und zum anderen wegen des Elends, in dem viele Kinder weltweit lebten. «Es ist hart, wenn man nur einigen Kindern helfen kann und anderen nicht. Aber schlimme Situationen geben mir auch immer wieder Motivation für meine Arbeit.»

In ihrer vierjährigen Amtszeit wolle sie versuchen, die Angebote der Stiftung SOS-Kinderdorf Schweiz weiter auszubauen und deren Professionalisierung weiterzuführen. Die ausgebildete Betriebswirtschafterin, die von 2004 bis 2008 Präsidentin der Wirtschaftsförderung des Kantons Obwalden war und von 2000 bis 2006 für die CVP Obwalden im Kantonsrat sass, kann dabei auf ein grosses Netzwerk zurückgreifen.

Über Swissair zur Kinderhilfe

Die Stiftung SOS-Kinderdorf hat bisher weltweit 545 SOS-Kinderdörfer und 1200 weitere Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Familien aufgebaut (siehe Box). «Seit einigen Jahren konzentrieren wir uns schwerpunktmässig auf Afrika und nun auch auf Indien», sagt der abtretende Präsident der Stiftung, Gustav Bader. Bevor er zu SOS-Kinderdorf Schweiz kam, hatte er als Pilot für die Swissair gearbeitet und war mehr als 15 Jahre lang Präsident der Stiftung Kinderhilfe des Swissair-Personals. In all den Jahren hat Gustav Bader viele Kinderdörfer besucht. Seine Erkenntnis daraus: «Die grössten Helden in den SOS-Kinderdörfern sind die Mütter, die bis zu zehn Kinder, vom Baby bis zum Jugendlichen, gleichzeitig aufziehen. Damit wäre ich total überfordert.» Er habe alleine schon mit seinen vier Enkelkindern alle Hände voll zu tun, ergänzt der zweifache Familienvater schmunzelnd.

Zur Rückkehr ermutigen

In Zukunft will sich der 68-jährige Bader vermehrt seiner Familie widmen, sein Klarinettenspiel wieder aufnehmen und wandern. Aus seiner Zeit im Stiftungsrat von SOS-Kinderdorf Schweiz nehme er viele schöne Erinnerungen mit, sagt er. Bader erzählt zum Beispiel von einer jungen Frau in Bangkok, die als Waisenkind in einem SOS-Kinderdorf aufgewachsen war und die später die Ausbildung zur Krankenschwester gemacht hatte. «Inzwischen ist sie verheiratet und hat selber Kinder, aber jede zweite Woche kehrt sie einen Tag ins SOS-Kinderdorf zurück und kümmert sich dort um die Kranken.»

Gut ausgebildete junge Menschen könnten ihrem Heimatland so viel zurückgeben, ist Gustav Bader überzeugt. «Ich bedauere, dass viele junge Leute aus Entwicklungsländern, die mit einem Stipendium in die Schweiz kommen, nach ihrer Ausbildung nicht mehr zurückkehren. Deshalb ermutigen wir unsere Schützlinge, ihrem Heimatland etwas zurückzugeben und es so weiterzubringen.»

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