Neue Umbaupläne fürs Hotel Himmelrich in Kriens

Das Hotel oberhalb von Kriens soll für 600'000 Franken umgebaut werden. An der Rechtsgültigkeit des Gesuchs bestehen jedoch Zweifel.

Gina Bachmann
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Geht es nach den Plänen der Eigentümerin, sollen im Hotel Himmelrich bald Zimmer im «neoklassischen Stil» gebucht werden können. (Archivbild: Roger Grütter)

Geht es nach den Plänen der Eigentümerin, sollen im Hotel Himmelrich bald Zimmer im «neoklassischen Stil» gebucht werden können. (Archivbild: Roger Grütter)

Ein halbes Jahr lang war es geschlossen. Doch nun soll wieder etwas gehen im Hotel Himmelrich. Die Eigentümerin, die Lucerne Immobilien AG, will die Zimmer und Nasszellen renovieren und im Erdgeschoss kleinere bauliche Anpassungen vornehmen. Dies ist einem Baugesuch zu entnehmen, das noch bis am 5. August bei der Stadt Kriens aufliegt.

Über das Himmelrich hatten sich in den letzten Jahren Beschwerden und Kritik am Zustand des Hotels gemehrt. Auf Buchungsportalen berichteten Gäste von dreckiger Bettwäsche, abgenutzten Möbeln und defekten Stromanschlüssen. Ob die Eigentümerin aufgrund dieser Rückmeldungen nun umbauen und den Ruf des Hotels so verbessern will, ist unklar.

Als Unterzeichner der Lucerne Immobilien GmbH ist im Gesuch namentlich Afrim Baftiri, über dessen Firmengeflecht wir bereits berichteten, aufgeführt. Wie Recherchen nun zeigen, ist Afrim Baftiri aber laut Handelsregister für diese Firma gar nicht zeichnungsberechtigt. Sein angeblicher Bruder Urim Baftiri ist dort als alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer aufgeführt. An der Rechtskraft des Baugesuchs bestehen deshalb Zweifel.

Stadt Kriens verfügte Baustopp

Zudem handelt es sich laut dem Krienser Bauvorsteher Matthias Senn um ein nachgereichtes Baugesuch. Die Bauarbeiten hätten nämlich schon im Januar begonnen, so Senn. Als dies von den Behörden der Stadt Kriens bemerkt wurde, schickten sie einen Baupolizisten vorbei. Dieser stellte anschliessend fest, dass die Bauarbeiten, entgegen den Behauptungen der Eigentümerin, bewilligungspflichtig sind. Die Stadt verfügte darauf einen sofortigen Baustopp. Dieser wurde vom Eigentümer auch eingehalten.

Über die Chancen des Baugesuchs konnte Senn keine Auskunft geben, die Prüfung durch die Fachpersonen vom Bauamt sei noch nicht abgeschlossen. Da nur Arbeiten im Inneren des Gebäudes geplant sind, müssten keine zusätzlichen Sonderbewilligungen erteilt werden, sagt Senn weiter.

Noch immer unbezahlte Rechnungen

Allerdings prüft die Stadt Kriens zurzeit, ob sie die Gebühren für die Prüfung des Gesuchs nicht wie üblich erst im Nachhinein, sondern schon vorher in Rechnung stellen kann. Dies, weil die Betreiberfirma des Hotels, die Hotel Himmelrich AG, der Stadt Kriens noch Geld schuldet, zum Beispiel Kurtaxen (wir berichteten). «Der Betreiberfirma mussten deshalb Verlustscheine ausgestellt werden», so Senn. Die Wasserrechnungen, die an die Adresse der Eigentümerin gingen, wurden inzwischen aber «grösstenteils beglichen».

Zimmer im «neoklassischen» Stil

Dem Baugesuch liegen Visualisierungen der künftigen Hotelzimmer bei. Die heute gemäss Gäste-Bewertungen eher spärlich eingerichteten Zimmer sollen im «neoklassischen» Stil mit dunklem Laminat, «sandbeiger» Tapete und diversen Stuckaturen gestaltet werden.

Ob alle 30 Zimmer des Hotels so umgebaut werden sollen, ist dem Baugesuch nicht eindeutig zu entnehmen. Der beauftragte Architekt Stefan Salzmann aus Emmenbrücke wollte ohne ein Einverständnis von Afrim Baftiris keine Auskunft geben. Insgesamt sollen sechs Zimmer für Personen mit einer Gehbehinderung umgebaut werden. Die Baukosten berechnet der Eigentümer auf 600000 Franken.