Hindus dürfen Tote bald in der Reuss bestatten

Hindus sollen die Asche ihrer Toten bald in der Stadt Luzern in die Reuss streuen dürfen. Ein Novum in der Schweiz.

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In der indischen Stadt Haridwar legt eine Frau ein «Diya», eine geschmückte, schwimmende Öllampe, die für Zeremonien gebraucht wird, in den Ganges. (Bild: PD)

In der indischen Stadt Haridwar legt eine Frau ein «Diya», eine geschmückte, schwimmende Öllampe, die für Zeremonien gebraucht wird, in den Ganges. (Bild: PD)

Die Hindugemeinde Luzern darf die Asche ihrer Toten der Reuss bei der Luzerner St.-Karli-Kirche übergeben. Die Stadt Luzern hat den Platz mit der Gemeinde bestimmt, der Kanton stimmt dem Anliegen zu. Dies geht aus einem Schreiben der Stadt hervor, das Anwohner am 11. Juni zu einer Informationsveranstaltung einlädt. Das Projekt wird von der katholischen und der reformierten Kirche unterstützt.

«Dass wir die Hindus unterstützen, ist ein Akt der Wertschätzung und des gegenseitigen Austausches», sagt Beat Hänni, Pfarrer der reformierten Kirche Matthäus Myconiushaus Luzern. Es sei das erste Mal, dass in der Schweiz eine Beisetzungsstätte für Hindus öffentlich anerkannt werde.

Der Hinduismus im Kanton Luzern wird mehrheitlich von tamilischen Hindus, die in den 1980er- und 1990er- Jahren als Flüchtlinge von Sri Lanka in die Schweiz und den Kanton kamen, gebildet. Von 1991 bis 2000 konnten tamilische Hindus einen Raum in der St.-Karli-Kirche in Luzern für ihre Andachten und Feiern nutzen. Im Jahr 2000 eröffneten sie den Sri-Thurkkai- Amman-Tempel in Root. Der Tempel ist der Göttin Durga geweiht. Die Räumlichkeiten in der St.-Karli-Kirche werden weiterhin genutzt. Die Gruppe wird betreut von Priester Saseetharan Ramakrishna Sarma. In Root kommen jeweils 60 bis 80 Personen zu den Andachten, an Feiertagen 200 bis 300 Gläubige.

red

Muslime haben eigenen Friedhof

Auf dem Friedhof Friedental in Luzern hat die Stadt 2008 ein muslimisches Gräberfeld eingerichtet. Auf dem nach Mekka ausgerichteten Gräberfeld wurden bis Ende April zehn Personen bestattet – deutlich weniger als erwartet.

In der Gemeinde Kriens kam im vergangenen Jahr auch die Idee eines gemeindeeigenen, überkonfessionellen Waldfriedhofs am Pilatus oder am Sonnenberg auf, wo die Urnen unter Bäumen vergraben werden. Baumgräber gibt es bereits im zugerischen  Hünenberg .

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