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HINTER MUSEGG: Luzern erhält ein neues Kulturfestival

Auf einem Bauernhof gibt es zwei Wochen Musik, Kabarett und Theater. Die Veranstalterinnen wollen das Sommerloch füllen – Konkurrenz dürfte es einzig durch die Fussball-WM geben.
Auch Slam-Poet Christoph Simon, Salzburger Stier-Preisträger 2018, wird in Luzern auftreten. (Bild: Dominik Wunderli (Bern, 28. November 2017))

Auch Slam-Poet Christoph Simon, Salzburger Stier-Preisträger 2018, wird in Luzern auftreten. (Bild: Dominik Wunderli (Bern, 28. November 2017))

Hinter Musegg ist ein Bio-Bauernhof mit Tieren, Stall und Beiz in der Stadt Luzern hinter der Museggmauer. Seitdem die frühere Heubühne 2017 zum Veranstaltungsraum umgebaut wurde, finden hier vermehrt auch Kulturanlässe statt. Jetzt geht das Team um die kreative Kulturhof-Leiterin Pia Fassbind einen Schritt weiter. Diesen Sommer gibt es erstmals ein gut zwei Wochen dauerndes Kulturfestival.

Vom Freitag, 22. Juni, bis zum Samstag, 7. Juli, finden auf der Heubühne, aber auch auf Aussenschauplätzen auf dem Bauernhof dreizehn Konzerte sowie Kabarett- und Theateraufführungen statt. Das Datum ist bewusst gewählt. «In dieser Zeit machen sowohl das Luzerner Theater als auch das Kleintheater Pause», sagt Pia Fassbind. «Wir füllen also das Kultur-Sommerloch.»

Georg Schramm kehrt auf die Bühne zurück

Gemäss Fassbind ist das Programm in enger Absprache mit dem Kleintheater Luzern entstanden: «Wir sind eine Ergänzung, keine Konkurrenz, und befruchten uns gegenseitig.» Als einstige Kleintheater-Co-Leiterin (von 2004 bis 2014) hat Pia Fassbind ein breites Beziehungsnetz. Dieses liess sie bei der Programmierung spielen. So ist es ihr gelungen, Georg Schramm zu einem Auftritt zu bewegen (Sonntag, 1. Juli). Schramm ist einer der ganz grossen Vertreter des politischen Kabaretts, bekannt unter anderem durch seine Kunstfigur Dombrowski, einen renitenten altpreussischen Rentner.

Der heute 68-jährige Schramm hat sich 2014 offiziell von der Bühne verabschiedet. «Für uns kehrt er nochmals als Solokünstler auf die Bretter zurück», freut sich Fassbind. «Es gibt kaum jemanden im deutschen Sprachraum, der mit solcher Eindringlichkeit soziale Missstände anprangert.»

Zirkuswagen als zusätzliche Bühne

Ein weiterer bekannter Name in dem von Irene Wespi und David Bokel mitverantworteten Programm ist Stiller-Has-Frontmann Endo Anaconda. Er tritt am 5. Juli auf – ohne Band, mit dem Pianisten Roman Wyss. Joachim Rittmeyer kommt am 4. Juli auf die Heubühne. Weitere Vertreter der Sparte Kabarett sind Uta Köbernick (23. Juni) und Christoph Simon (28. Juni). Letzterer erhält dieses Jahr den Salzburger Stier.

Aber auch viele Zentralschweizer Kulturschaffende erhalten Auftrittsmöglichkeiten. So etwa Albin Brun mit seinem Nah Trio am 29. Juni oder die Luzerner Klangpoeten Frank am 30. Juni. «Das wohl gewagteste Experiment ist die Tanzperformance von Beatrice im Obersteg und Claudia Bucher am 6. Juli», sagt Irene Wespi. Auch Kinder werden auf ihre Rechnung kommen, etwa mit dem luki*ju Theater («Nandi», 24. Juni) oder dem Theater Fallpalpha («Geschichtenfabrik», 1. Juli).

Die Heubühne bietet Platz für 120 Zuschauerinnen und Zuschauer. Als zusätzliche Bühne wollen die Veranstalter einen umgebauten Zirkuswagen neben die Museggmauer stellen. Dieses «Fahrieté» wird Platz für 40 Besucher bieten. Die definitive Bewilligung der Stadt für diese Zusatzbühne liegt noch nicht vor. Deshalb ist hier auch die Programmierung noch nicht abgeschlossen. Die Veranstalter rechnen mit einem Budget von 80 000 Franken. Es wird über Zuschauereinnahmen und Beiträge von Stiftungen und Fonds finanziert. Der Kulturhof erhält keine Subventionen.

Künftig jedes zweite Jahr

Das Kulturhof-Sommerfestival soll künftig alle zwei Jahre stattfinden. Dass es die Chance hat, ein «Sommerloch» zu füllen, zeigt auch die Tatsache, dass es zeitlich zwischen zwei grösseren Musikfestivals eingebettet ist: dem B-Sides auf dem Krienser Sonnenberg (14. bis 16 Juni) und dem Blue Balls Luzern (20. bis 28. Juli). Konkurrenz könnte es dieses Jahr einzig durch die gleichzeitig stattfindende Fussballweltmeisterschaft geben. «Eine Möglichkeit wäre, unser Festival künftig jeweils nicht in den geraden, sondern in den ungeraden Jahren durchzuführen, um die terminliche Kollision mit den grossen internationalen Fussballturnieren zu vermeiden», sagt Pia Fassbind.

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Hinweis: Vollständiges Progamm: www.hinter-musegg.ch/kalender

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