HINTERHÄLTIGER PLAN: Sexy Baslerin will den alten Fritschi verführen

Die Luzerner sind in Alarmbereitschaft: Am Samstag soll der historische Bruder Fritschi von den Baslern geraubt werden.

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Wird sich am Samstag Bruder Fritschi schnappen: Tamara Wernli. (Bilder PD/M. Buholzer)

Wird sich am Samstag Bruder Fritschi schnappen: Tamara Wernli. (Bilder PD/M. Buholzer)

Auf einer Sänfte, getragen von starken Männern, wird die attraktive Tele-Basel-Moderatorin Tamara Wernli am Samstag in Luzern einziehen. Ihre Mission: Gehüllt in ein viktorianisches Kleid, will sie den Luzerner Bruder Fritschi mit ihrer Schönheit betören und dann nach Basel entführen. Die 35-jährige Baslerin wurde vom Zeremoniemeister der Basler Safran-Zunft, Michael Geiger, sowie deren Vorstand auserwählt, in die Rolle der Basilea zu schlüpfen. «Ich fühle mich geschmeichelt, dass ich diese Rolle übernehmen darf», sagte sie gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Wernli wird nicht alleine zum Raubzug nach Luzern einmarschieren. Die gesamte Basler Delegation, bestehend aus Zunftmitgliedern, Tambour, Fasnachtsclique, Guuggenmusig, werden ihr beistehen. Jedoch werden die Luzerner ihren Fritschi nicht widerstandslos hergeben: «Die Zunftgrenadiere werden versuchen, Bruder Fritschi vor den Baslern zu schützen», sagt Peter Soland von der Pressestelle Fritschiraub.

Wer ist Fritschi?
Bei Bruder Fritschi handelt es sich um eine Holzmaske, die seit 1762 im Besitz der Luzerner Zunft zu Safran ist. «Allerdings werden wir nicht die Originalmaske zur Verfügung stellen, sondern eine Nachahmung», beruhigt alt Zunftmeister Werner Wyss. Wohin die Basler Fritschi genau verschleppen, wollte der Basler Zunftmeister Lukas Stutz gestern an einem Infoanlass nicht verraten: «Das bleibt unser Geheimnis.» Jedoch ist sicher, dass sich die Luzerner ihren Fritschi am 20. September zurückholen wollen. «Die Rückkehr wird dann kräftig in Luzern gefeiert werden», so Wyss. Da Fritschi am Schmutzigen Donnerstag voraussichtlich nicht in Luzern weilen wird, übernimmt seine Frau, die Fritschene, die Eröffnung der Fasnacht. «Das ist endlich mal eine Gelegenheit, den Frauen den Vortritt bei der Fasnacht zu lassen», so Wyss.

Erster Raub vor 500 Jahren
Hinter der ganzen Geschichte stecken durchaus freundschaftliche Absichten. Peter Soland: «Der erste Raub fand vor 500 Jahren statt.» Und zwar nicht um den Luzernern Böses zu tun, sondern um Beziehungen zu Luzern aufzubauen. «Um 1508 gehörte Basel noch nicht lange zur Eidgenossenschaft und war darauf angewiesen, Beziehungen zu den Urkantonen zu stärken», erklärt Soland. Und diesen Kontakt wolle man auch heute noch pflegen.

Hinweis: Der Fritschiraub findet am Samstag nach 13.30 Uhr auf dem Rathaussteg statt.

Laura Schütt / Neue LZ