Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

HINTERLAND: Feuerwehren Schötz und Ebersecken planen Fusion

Ebersecken und Schötz wollen Brände ab Januar 2018 gemeinsam löschen. Vom Zusammenschluss profitiert vor allem eine der beiden Wehren.
Evelyne Fischer
Die Feuerwehr Schötz im Einsatz: Sie musste 2015 den Brand dieses Autos löschen. (Bild Feuerwehr Schötz)

Die Feuerwehr Schötz im Einsatz: Sie musste 2015 den Brand dieses Autos löschen. (Bild Feuerwehr Schötz)

Die Bilder des Grosseinsatzes in Ebersecken bleiben unvergessen: Am 3. Februar steht die Halle der Holzbaufirma Koller in Vollbrand. 100 Eingeteilte der Feuerwehren Ebersecken, Schötz und Wauwil-Egolzwil rücken aus. Sie können nur noch verhindern, dass die Flammen auf den Anbau übergreifen. So stark lodert das Feuer.

In der Feuerwehrmontur vor Ort war damals Thomas Roos, Präsident der 400-Einwohner-Gemeinde Ebersecken. «Die Zusammenarbeit funktionierte, alle leisteten einen super Einsatz.» Dennoch hinterlässt das Ereignis rückblickend zwiespältige Gefühle. Das Feuerwehrinspektorat der Gebäudeversicherung des Kantons Luzern hielt im Nachgang erneut fest: Ebersecken erfüllt die Kriterien für eine eigenständige Organisation nicht mehr.

Ausschlaggebend war das Projekt «Feuerwehr 2015», das schweizweit die Standards neu festlegte. «Wir besitzen nur ein Kleinlöschfahrzeug. Vorgeschrieben wäre aber ein Tanklöschfahrzeug», sagt Roos. «Die Anschaffung eines solchen und die dafür nötige Vergrösserung des Magazins würden uns finanziell jedoch das Genick brechen.» Trotz eines «Topkaders» könne man die Vorschriften nicht einhalten. «Daher müssen wir handeln.» Die Rettung soll in Form einer Fusion mit der Wehr des 4200 Einwohner grossen Schötz erfolgen: Entwürfe des Gemeindevertrags und des Feuerwehrreglements liegen vor.

Einsparungen «zwischen 20 und 30 Prozent»

Feuerwehrinspektor Vinzenz Graf begrüsst dies: «Aus unserer Sicht macht die überkommunale Lösung Sinn. Vom Schötzer Magazin aus sind Sicherheit und Einsatzbereitschaft gewährleistet.» Die Vorgaben punkto Fahrzeit und Distanz von Brand- und Rettungsdienst liessen sich einhalten.

Thomas Roos leitete das Projektteam, das die Fusion aufgleiste. Dieses wurde ergänzt durch Behördenvertreter aus Schötz und Mitglieder der Wehren. Vorgesehen ist, dass Schötz als Träger­gemeinde fungiert und sich Ebersecken gemäss Verteilschlüssel an den Kosten beteiligt. «Längerfristig fahren wir so günstiger», sagt Roos. Gemäss Feuerwehr­inspektor Graf er­geben sich beim Start meist Reorganisationskosten. «Mittel- und langfristig zeigen die Er­fahrungen aus vergangenen Zusammen­legungen, dass sich Einsparungen zwischen 20 und 30 Prozent erzielen lassen.»

Team könnte auseinandergerissen werden

Wegfallen würde in Ebersecken die Miete fürs Feuerwehrlokal von 11 000 Franken jährlich. Anders sieht es in Schötz aus: «Unter dem Strich kommt es bei uns nicht zu grossen Einsparungen», sagt Gemeinderat Guido Iten, der der Feuerwehrkommission angehört. Doch es sei auch kein Ausbau nötig. «Unsere Feuerwehr ist gut aufgestellt, voraussichtlich 2018 muss das Materialtransportfahrzeug ersetzt werden.»

88 Eingeteilte zählt derzeit die Schötzer Wehr, 49 Mann umfasst der Ebersecker Trupp. Zur Grösse der fusionierten Wehr will sich Roos noch nicht äussern. «Der Zusammenschluss könnte das eingeschworene Team aus­ein­anderreissen», sagt er. Ähnliche Bedenken gab es in Schötz, als es zur politischen Fusion mit Ohmstal kam. «Man fürchtete, dass kaum mehr ein Ohmstaler in der Schötzer Feuerwehr mitmachen will», sagt Iten. «Die Abwanderung betraf letztlich nur langjährige Mitglieder. Von den 27 Ohmstaler Wehrleuten blieben uns 13 erhalten.» Er ist von der Fusion überzeugt: «Eine Zusammenarbeit über die Gemeindegrenze hinaus erachte ich als Vorteil.» Zwei Herzen in seiner Brust trägt Eberseckens Gemeindepräsident Roos: Als Feuerwehrmann schmerze ihn dieser Schritt. «Ein Stück Identität geht verloren.» Dennoch sei es eine Chance.

An der Gemeindeversammlung vom Frühling 2017 sollen die Stimmbürger beider Gemeinden einen Beschluss fassen. Bei einem Ja würde die Fusion auf den 1. Januar 2018 in Kraft treten.

Evelyne Fischer

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.