Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

HIRSCHENPLATZ: Luzerner Altstadtbeiz verschwindet definitiv

Der «Hirschen» schloss 2016 seine Türen nach 500 Jahren. Lange bestand noch Hoffnung, dass dort auch künftig gewirtet wird. Nun ist klar: Anstelle eines Restaurants zieht eine Telekomfirma ein.
Sandra Monika Ziegler
Das derzeit leere Lokal des «Hirschen» auf dem Hirschenplatz. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 21. November 2017))

Das derzeit leere Lokal des «Hirschen» auf dem Hirschenplatz. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 21. November 2017))

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Die Spatzen pfiffen es längst vom Dach. Bereits im April 2016, als das Restaurant Hirschen am Hirschenplatz seine Türen schloss, war höchst fraglich, ob je wieder eine Beiz dort eröffnen wird. Jetzt ist klar: Für den Hirschenplatz 2 wurde ein Baugesuch für ein ­Ladenlokal eingereicht. Die Bauherrschaft ist der Telekommunikationsanbieter UPC Schweiz.

Eigentümerin der Liegenschaft ist die Firma NLU Immobilien AG, sie hat ihren Sitz in Genf und einen Briefkasten in Luzern (Artikel vom 16. April 2015). Wird die Baubewilligung erteilt, so wird dort im nächsten Frühjahr UPC einziehen. Auf den rund 134 Quadratmetern im Erdgeschoss wird laut UPC-Mediensprecherin Alexandra Bini Beratung zu allen Themen rund um Telekommunikation geboten. Bini fügt an: «Es wird nicht nur beraten. Es besteht auch die Möglichkeit, Produkte vor Ort zu kaufen.» Angeboten werden beispielsweise Handys, TV- und Internetabos. Der Mietvertrag sei vorerst auf fünf Jahre mit der Option auf Verlängerung ausgestellt, sagt Bini.

Standortwechsel in die Innenstadt

Das Unternehmen betreibt bereits eine Filiale an der Pilatusstrasse 22. Dieser Standort werde jedoch aufgelöst, wie Marc Andri Schwerzmann, Senior Manager Real Estate von UPC, sagt. Schwerzmann verantwortet die Realisation der neuen Standorte und die Koordination. «Der Mietvertrag an der Pilatusstrasse läuft im Juni 2018 aus und wird nicht erneuert. Und mit unserem ­Strategiewechsel bevorzugen wir ­einen Standort näher an der Einkaufsmeile – und das ist in der ­Luzerner Altstadt», begründet Schwerzmann den Wechsel. Am neuen Standort werde auch das neue Design von UPC präsentiert. So seien im neuen Lokal Touchscreens montiert, die der Kundschaft ermöglichen, sich gleich selber die besten Optionen aus den Angeboten zusammenzustellen. Bei der Realisation wird das Unternehmen von der Luzerner Firma Screenfoodnet unterstützt. Sie ist spezialisiert auf die digitale Kommunikation in Ladenlokalen.

Mit dem Einsatz von Touchscreens will sich UPC vom reinen Service- und Dienstleistungsunternehmen unterscheiden und die Kundschaft aktiver am Kaufen beteiligen lassen. «Dieses Konzept haben wir bereits in ­Zürich, Bern und St. Gallen realisiert, und es wird geschätzt», sagt Schwerzmann. Das bisherige Personal an der Pilatusstrasse wird am Hirschenplatz weiterbeschäftigt.

Erstmals wurde der «Hirschen» als Gastbetrieb im Jahr 1474 erwähnt. Dass nun ein Stück Luzerner Gastrogeschichte zu Ende geht, bedauert Pierre Rüglander, Präsident des Quartiervereins Altstadt: «In den letzten Jahrzehnten blieb auch in unserer Altstadt kein Stein auf dem anderen. Mit der Umnutzung des Lokals geht eine Tradition zu Ende. Das ist schade.» Denn der Hirschenplatz wäre ein geeigneter Ort in der Luzerner Altstadt für einen Gastrobetrieb, so Rügländer weiter. Anderseits würde ein Gastrobetrieb wohl ein hohes Konfliktpotenzial bergen mit den neuen Wohnungen im oberen Preissegment, die ebenfalls im Gebäude sind. Das Konfliktpotenzial bestätigt auch Manuela Gläser-Glänzel von der Intercity Verwaltungs AG, die für die Vermietung zuständig ist. «Die Eigentümerin ist überzeugt, dass eine Ladenfläche mehr dem Gebäude entspricht. Dies unter anderem, um Rücksicht auf die Mieter zu nehmen. Ein Gastrobetrieb birgt immer ein Lärm- und Emissionsrisiko. Dies sollte minimiert werden», sagt sie.

Fünf Wohnungen sind bereits vermietet. Für zwei weitere Wohnungen im ersten Obergeschoss sei eine Baueingabe noch hängig. Bisher wurden im «Hirschen» 3,5 Millionen Franken investiert.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.