HISTORISCHE BAUTEN: Luzern ist bereits jetzt voller Kopien

Viele Luzerner möchten auf der Kapellbrücke Kopien der Bilder aufhängen. Die Stadt will davon nichts wissen und wird dabei von Experten gestützt.

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Ein Tourist hakt auf der Kapellbrücke nach: «Really originals, sure?» («Sind das wirklich Originale?») (Karikatur Jals/Neue LZ)

Ein Tourist hakt auf der Kapellbrücke nach: «Really originals, sure?» («Sind das wirklich Originale?») (Karikatur Jals/Neue LZ)

«Disneyland ist die Kapellbrücke eh schon, ob mit Originalen oder Farbkopien», schreibt Beat Stocker in einem Leserbrief in unserer Zeitung. Er spricht damit die Tatsache an, dass die im 14. Jahrhundert erbaute Holzbrücke nicht mehr viel Originalteile hat. Das Holz des Luzerner Wahrzeichens wurde wiederholt erneuert, zudem war die Brücke ursprünglich über 60 Meter länger.

Die Kapellbrücke ist also eine Kopie ihrer selbst; und viele Leute sehen auch darum keinen Grund, warum man die von Anwalt Jost Schumacher finanzierten 146 Kopien der historischen Gemälde nicht auf die Brücke hängen soll.

«Nicht alles ist ersetzbar»
Stadtrat und kantonale Denkmalpflege lehnen das Aufhängen von Kopien ab – «sie haben völlig recht», sagt jetzt der Luzerner Historiker Kurt Messmer (62). Er hält es für ein problematisches Signal, wenn man den Brand von 1993 mit Bilderkopien quasi ungeschehen machen wolle. «Das Bekenntnis zu den Originalbildern bringt zum Ausdruck, dass man nicht alles einfach so spurlos ersetzen kann.» Der stadträtliche Respekt vor der Biografie dieser Brücke beeindrucke ihn sehr, so Messmer, denn: «Geschichtskleisterei braucht es in Luzern nicht noch mehr.»

In der Stadt gebe es viele Bauwerke, die zur Kopie des Originals gemacht wurden. Messmer nennt als Beispiele etwa den Torbogen, den Weinmarktbrunnen und den Nölliturm.

Jérôme Martinu

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.