HISTORISCHE SEETHAL-BAHN: Alte Lok dampft durchs Seetal

Eine 125-jährige Lokomotive beförderte Eisenbahnfreunde nach Hochdorf. Sogar die Kühe staunten.

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Die «Beinwyl» in voller Fahrt durchs Seetal. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Die «Beinwyl» in voller Fahrt durchs Seetal. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Seit 125 Jahren verbindet die Seetal-Bahn Luzern und Lenzburg auf der Strecke durch das Seetal. Für den Verein «Historische Seethal-Bahn» war das Grund genug, ihr Prunkstück und zwei Personenwagen aus dem Depot zu holen und eine für jedermann zugängliche Bahnfahrt von Bremgarten via Lenzburg nach Hochdorf zu veranstalten.

Drei Stunden Vorlaufzeit sind nötig, um die Lok aus dem Jahre 1882 in Bewegung zu setzen. Entsprechend früh sind die zwei Besatzungen, je ein Heizer mit einem Lokomotivführer, aufgestanden. Losgefahren ist der Zug um 7.20 Uhr.

Teamwork ist danach gefragt: «Was ich als Lokführer an Dampf brauche, muss der Heizer zuerst an Kohle reinschaufeln», erklärt Peter Marti, der normalerweise mit den Lokomotiven von SBB-Cargo auf dem Schweizer Schienennetz unterwegs ist. Fehlt hingegen der Dampf, bleibt der Zug stehen. Heizer Thomas Lüscher nickt und legt die nächste Schaufel voll nach. Zwei Tonnen Kohle werden bis zur Rückkehr ins Depot am Ende des Tages verbrannt.

Passanten bleiben stehen
Mit Belustigung verfolgen die Fahrgäste kurz vor Ermensee, wie die Kühe entlang der Strecke die Dampflok anglotzen. Einige Tiere rennen dem Bahntrassee entlang mit, so weit es der Weidezaun zulässt. «Das passiert jedes Mal, wenn wir hier vorbeifahren», sagt Marcel Anderhub lachend.


Auch menschliche Passanten bleiben stehen und verfolgen das Spektakel. Entlang der Route haben sich Eisenbahnfreunde postiert, die Bilder vom Dampfzug schiessen, der mit gemütlichen 25 bis 30 Stundenkilometern durch das Seetal tuckert.

Eisenbahndepot gekauft
laut Betriebsleiter Friedrich von Andrian hat sich der Verein «Historische Seethal-Bahn» das Eisenbahndepot in Hochdorf gesichert und will dort künftig das vereinseigene Rollmaterial einlagern. Noch fehlt allerdings das Geld dafür.«Dann können wir unsere Wagen neu streichen», blickt er in die Zukunft. Dann verabschiedet sich der Zug mit einem Pfeifsignal in Richtung Beinwil. Das rhythmische Tuckern wird leiser und leiser, am Ende ist nur noch die Rauchsäule sichtbar.

Emanuel Thaler/Neue LZ


Informationen zum historischen Bahndepot unter www.historische-seethalbahn.ch