Historischer Sieg der SVP

Lukas Nussbaumer, Ressortleiter Kanton Luzern, über das Ergebnis der Nationalratswahlen.

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Der Erfolg der SVP bei den Wahlen überstrahlt alles – dementsprechend gross ist die Freude bei Felix Müri, Paul Winiker und Felix Grüter (von links). (Bild Nadia Schärli)

Der Erfolg der SVP bei den Wahlen überstrahlt alles – dementsprechend gross ist die Freude bei Felix Müri, Paul Winiker und Felix Grüter (von links). (Bild Nadia Schärli)

Was am Sonntag passiert ist, hätte sich noch vor wenigen Jahren niemand im Kanton Luzern vorstellen können: Die SVP löst die CVP als stärkste Partei ab. Dass die SVP zulegen konnte, durfte zwar erwartet werden – aber nicht in dieser Deutlichkeit: Die SVP verzeichnet seit gestern 4,3 Prozent Wähleranteil mehr als die CVP – ein historisches Ereignis.

Ebenso voraussehbar war, dass die GLP ihren vor vier Jahren erstmals gewonnenen Sitz wieder verlieren wird. Dass die Kleinpartei nur gerade 0,3 Prozent Wähleranteile einbüsste, ist jedoch überraschend. Genauso wie das schwache Abschneiden der Grünen und das gute der SP. Der FDP, die gleich mittelmässig abschnitt wie vor vier Jahren, wurde im Vorfeld der Wahlen dagegen mehr zugetraut, vor allem von Personen aus den eigenen Reihen.

Gründe für den klaren Sieg der SVP gibt es zwei: einerseits der nationale Trend, anderseits der engagiert geführte Wahlkampf im Kanton Luzern. Der erstmalige Schulterschluss zwischen CVP und FDP hat in den Reihen der SVP für einen Ruck gesorgt. Dazu kommt: Das Mitte-Bündnis hat mit Sicherheit traditionelle CVP- und FDP-Wähler, die sich von ihrer Partei verraten fühlten, in die Arme der SVP getrieben.

Auf der anderen Seite des Spektrums zeigt sich auch im Kanton Luzern, dass es grüne Anliegen derzeit schwer haben. So musste die SP für das linke Lager die Kastanien aus dem Feuer holen.

Die SVP hat also alles richtig gemacht, die SP nach der Klatsche bei den Regierungsratswahlen vom Frühjahr auch, die FDP zumindest nicht viel falsch. Warum die CVP, die bei den kantonalen Wahlen nur ganz minim einbüsste, derart viele Wähler verlor, ist auf den ersten Blick schwer erkennbar. Sicher ist: Von den eigentlichen Zugpferden, den beiden Bisherigen Ida Glanzmann und Leo Müller, war im Wahlkampf wenig zu spüren. Und von den restlichen Kandidaten stach niemand heraus. Das zeigt sich auch daran, dass fünf Kandidaten innerhalb von gut 3000 Stimmen liegen.

Lukas Nussbaumer, Ressortleiter Kanton Luzern