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Hitzewelle treibt Ozon-Werte in Luzern in die Höhe

Die aktuelle Hitze lässt die Ozonwerte im Kanton Luzern auf das bislang höchste Niveau des Jahres steigen. Die Behörden sind besorgt. Nur Regen kann die Situation noch entschärfen.
Lucien Rahm
Bild: Fotalia/Grafik: Oliver Marx/Quelle: Zentralschweizer Umweltfachstellen

Bild: Fotalia/Grafik: Oliver Marx/Quelle: Zentralschweizer Umweltfachstellen

Während 303 Stunden ist der Ozongrenzwert in Beromünster im vergangenen Monat überschritten worden. Im Juni waren es noch 61 Stunden, in denen der durchschnittliche Ozonwert einer Stunde über der kritischen Menge von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zu liegen kam. Auf dem Sedel in Ebikon wurden im Juli 191 Stunden gemessen, in denen diese Grenze überschritten wurde. Im Vormonat betrug diese Zahl 29. Die derzeitige Hitze lässt die Konzentration des aus drei Sauerstoffatomen bestehenden Moleküls in der Luzerner Luft ansteigen. Die höchste Ozonkonzentration im Kanton Luzern verzeichnete letzten Monat die Messstation in Sursee. Dort betrug der Ozonwert im Juli 173 Mikrogramm pro Kubikmeter. Am vergangenen Sonntag konnte die Station gar über 180 Mikrogramm messen – ebenso jene auf dem Sedel.

Die Behörden sind ob der Entwicklung besorgt. Würden die Ozonmessungen noch länger zu solchen Werten führen, wäre eine Warnung an die Bevölkerung zu prüfen, sagt Urs Zihlmann von der Abteilung Luftreinhaltung der Dienststelle Umwelt und Energie des Kantons Luzern. «Mit dem Regen, der ab Mitte Woche erwartet wird, werden diese Werte jedoch stark fallen.» Dieser werde einerseits die Sonneneinstrahlung vermindern und andererseits für tiefere Temperaturen sorgen. Der Ozonentstehung wirkt dies entgegen.

Menschen und Pflanzen spüren die Belastung

Bemerkbar kann sich die Ozonkonzentration in der Luft jedoch bereits ab dem Grenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter machen. «Gewisse Pflanzen wie beispielsweise bestimmte Kartoffelsorten können darauf negativ reagieren», so Zihlmann. Gesundheitlich sensible Menschen können die erhöhten Werte ebenfalls spüren. Generell ist die Ozonbelastung für bis zu 300 vorzeitige Todesfälle in der Schweiz verantwortlich, schätzt das Bundesamt für Umwelt. Der natürliche Ozonwert liegt bei 80 bis 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Solche Werte werden in den Wintermonaten erreicht.

Obwohl momentan Spitzenwerte herrschen: So dramatisch wie im Rekordsommer von 2003 ist die Situation dieses Jahr nicht. Damals wurden bei vergleichbaren Temperaturen Ozonwerte von bis zu 220 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. «Diese Spitzen werden wir dieses Jahr nicht erreichen», sagt Zihlmann. Wurden damals die 180 Mikrogramm auf dem Sedel in 38 Stunden überschritten, kam es diesen Sommer erst in 2 Stunden dazu. Zurückzuführen sei dies unter anderem auf die Verbesserungen, die in den letzten Jahren bei den Fahrzeugmotoren hinsichtlich des Schadstoffausstosses erreicht werden konnten – auf europäischer Ebene, was entscheidend sei, so Zihlmann. Mit der Elektrifizierung der Autos sollten die Ozonwerte in den nächsten Jahrzehnten noch weiter sinken. «Die Autoindustrie muss sich allerdings bewegen.»

Autobahnen treiben Werte in die Höhe

Die Autos und Lastwagen sind es auch, die in Luzern für höhere Messwerte als andernorts sorgen. Im interkantonalen Vergleich liegt Luzern – sowie auch Zürich – mit den aktuellen Werten etwas über dem Schweizer Durchschnitt. Dies unter anderem aufgrund der Autobahnen, die einiges an Verkehr durch Luzern führen. Gerade bei der Messstation auf dem Sedel machen sich die nahe gelegenen Autobahnen A2 und A14 bemerkbar. Der starke Verkehr führt aber gleichzeitig auch dazu, dass die Stickoxide, die von den Motorfahrzeugen ausgestossen werden, das Ozon zumindest in den Vormittagsstunden zu reduzieren vermögen. «Das Stickoxid reagiert mit dem Ozon und frisst es quasi auf», erklärt Zihlmann. In den Stunden am Nachmittag, wenn die Temperaturen auf ihr Maximum steigen, entsteht jedoch wiederum mehr Ozon. So lässt sich erklären, warum in Beromünster, wo die Messstation etwas weiter von der A14 entfernt ist, häufiger Grenzwertüberschreitungen gemessen werden als auf dem Sedel (siehe Grafik oben).

Die höchsten Ozonwerte des Landes verzeichnet indes das Tessin. Dort steigen die Messwerte aufgrund der geografischen Eigenschaften des Südkantons – die Täler lassen keine Ausbreitung des Ozons zu, weshalb dessen Konzentration höher ausfällt – auf noch höhere Ebenen. Zudem trage auch dort die Verkehrssituation zu den erhöhten Werten bei. Gastarbeiter aus Italien seien häufig mit emissionsintensiveren Autos im Kanton unterwegs. Und in der angrenzenden Lombardei herrsche eine niedrigere Luftqualität, was ebenfalls einen Einfluss auf die Tessiner Luft habe, sagt Zihlmann. In Chiasso wurden vor rund einer Woche über 260 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Auch die Tessiner dürften sich deshalb über den angekündigten Regen freuen.

Wie sich die Situation nach der kommenden Abkühlung entwickeln wird, lasse sich momentan nicht sagen, so Zihlmann. Bei ausreichend Hitze könnten die Ozonwerte innert weniger Tage wieder auf das aktuelle Niveau klettern.

Die aktuellen Ozonwerte der Zentralschweiz finden Sie auf www.in-luft.ch.

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