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Das Zentralschweizer Chriesifäscht steigt am Sonntag in Hitzkirch

Am 22. Zentralschweizer Chriesifäscht feiern die Zentralschweizer Obstproduzenten den Auftakt der Chriesi-Saison mit einem bunten Programm auf dem Betrieb von Jacky Wildisen. Erwartet werden bis zu 1500 Besucher.
Susanne Balli
Jakob Wildisen ist Obstbauer und OK-Präsident des 22. Zentralschweizer Chriesifäschts in Hitzkirch. (Bild: Nadia Schärli, Hitzkirch, 25. Juni 2019)

Jakob Wildisen ist Obstbauer und OK-Präsident des 22. Zentralschweizer Chriesifäschts in Hitzkirch. (Bild: Nadia Schärli, Hitzkirch, 25. Juni 2019)

Man kann sie sich im Pärchen an die Ohren hängen, sich im Weitspucken ihrer Kerne üben – oder sie einfach essen. Rot-schwarz, glänzend, prall und saftig locken jetzt wieder die ersten Schweizer Kirschen in den (Hof-)Läden. Just in diesen Tagen beginnt die Kirschenernte in der Zentralschweiz. Zum Auftakt der Saison des süssen Früchtchens findet am Sonntag in Hitzkirch das 22. Zentralschweizer Chriesifäscht statt.

Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Jakob (Jacky) Wildisen (56) wird zwischen 10 und 16 Uhr den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm rund um das Thema Kirschen geboten. So unter anderem Führungen durch die Kirschanlagen, Degustation diverser Kirschensorten, Besichtigung der Schau­brennerei, Fotowettbewerb, Lama-Trekking für die Kinder, Drohnenfliegen und eine Festwirtschaft mit diversen Ständen und Livemusik. Zudem findet die Auswahl zur Schweizermeisterschaft vom 4. Juli im Chriesisteinspucken im Hauptbahnhof Zürich statt.

Zum dritten Mal in Hitzkirch

Das Chriesifäscht – ein Anlass der Arbeitsgemeinschaft Zentralschweizer Obstproduzenten – wird jährlich abwechselnd in den Kantonen Schwyz, Zug und Luzern durchgeführt. Wildisen, der heuer OK-Präsident ist, führt das Fest bei sich zum dritten Mal durch. «Ich weiss bereits, wie das läuft», sagt er. Sein Betrieb umfasst 4 Hektaren, davon baut er auf 120 Aren Tafelkirschen an. Damit gehört er in der Zentralschweiz zu den mittelgrossen Kirschenproduzenten. Neben Kirschen setzt er noch auf Äpfel und Williamsbirnen.

«Wir erwarten zirka 1500 Besucher», sagt Reto Diener. Er ist ebenfalls Obstbauer und für die Kommunikation verantwortlich. Mit dem jährlichen Anlass wollen die Obstproduzenten der Bevölkerung die Vorzüge des kleinen süssen Früchtchens näher bringen. Und wenn wir schon dabei sind: Mit lediglich 75 Kilokalorien pro 100 Gramm sind Kirschen der ideale Sommersnack. Sie enthalten unter anderem viele wichtige Vitamine wie Vitamin C und Folsäure sowie die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor. Kirschen sind nicht nur als Snack gefragt, sondern auch zum Backen, als Sirup und Konfitüre geeignet. Oder in flüssiger Form als Kirsch.

Gute Aussichten trotz Bakterienbefall und Frostschäden

Dass heisse und trockene Wetter der letzten Tage ist für die Kirschen ideal. «Der Behang an den Bäumen ist heuer sehr gut, die Kirschen sind am Wachsen», sagt Diener. Er erwartet eine eher überdurchschnittliche Kirschenernte, «auch wenn dieses Jahr der Druck durch das Pseudomonas-Bakterium relativ gross ist». Als Symptome des Bakterienbrandes treten im Frühsommer Schäden an Blättern, Knospen oder an der Rinde auf. Zweige, Äste oder gar ganze Bäume können als Folge davon absterben. Das einzige, was dagegen hilft, ist laut Diener das rasche Erkennen befallener Stellen am Baum und der anschliessende Rückschnitt.

An einigen Kirschenkulturen in tieferen Lagen sei es zudem zu Frostschäden gekommen. So auch bei Jacky Wildisen. «Ich selber hatte leider etwas Pech mit dem Frost im März.» Zwar habe er Massnahmen dagegen getroffen. «Aber es ist halt auch immer ein Pokern. Wenn der Frost bis zu 10 Prozent der Knospen reduziert, werden die übrigen Kirschen schön gross. Erfrieren aber über 10 Prozent, gibt es zu viele Ernteausfälle», erklärt er. Auf seinem Betrieb rechnet Wildisen daher mit einer mittleren Menge von 10 bis 15 Tonnen pro Hektare.

Die Erntezeit der Kirschen dauert zirka sechs Wochen. Bereits seit dem Frühjahr wurden in den Läden ausländische Kirschen angeboten. Reto Diener sagt:

«Besonders zu Beginn der Saison ist die Konkurrenz aus dem Ausland gross. Aber dann starten die einheimischen Kirschen durch.»

Schweizweit werden jährlich rund 3000 Tonnen Tafelkirschen geerntet, in der Zentralschweiz lagen 2018 die Handelsmengen bei 342 Tonnen. «Bei den Kirschen gibt es eine starke Direktvermarktung ab Hof. Wir schätzen, dass bis zu einem Drittel der Kirschen in der Zentralschweiz so verkauft werden. Die Preise für das Kilo ist laut Diener für zirka 12 bis 14 Franken zu haben.

Das 22. Zentralschweizer Chriesifäscht beginnt am Sonntag um 10 Uhr auf dem Betrieb von Jacky Wildisen, Ermenseerstrasse 21, Hitzkirch. Informationen: www.zentralschweizer-chriesifaescht.ch

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