HITZKIRCH: Betreiber wollen Hallenbad besser auslasten

Das Hallenbad der Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch wird umfassend saniert. Danach sollen es auch Private nutzen können. Die Polizeischule ist mit mehreren Gemeinden in Verhandlungen.

Susanne Balli
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Wird von Sommer bis Herbst saniert: das Hallenbad der Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch. (Bild: PD)

Wird von Sommer bis Herbst saniert: das Hallenbad der Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch. (Bild: PD)

Die Interkantonale Polizeischule Hitzkirch (IPH) saniert von Mitte Juni bis Ende Oktober dieses Jahres ihr Hallenbad. «Das Hallenbad wurde in den 1970er-Jahren erbaut. Seither wurden nur punktuell Teile an der Technik ersetzt. Entsprechend ist der Sanierungsbedarf im Bereich Decken, Becken, Böden und Fenster», sagt Martin Rey, Leiter Infrastruktur und Seminarzentrum bei der IPH. Das Hallenbad wird für 1,8 Millionen Franken komplett saniert; derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren für das Auskleiden des bestehenden Schwimmbades mit Chromstahl (Ausgabe von Montag).

Bisher wurde das Schwimmbad neben Polizeianwärtern auch von mehreren Gemeindeschulen des Hitzkirchertals genutzt. Laut Rey hat die Ge­meinde Hitzkirch im letzten Jahr 166 Schwimmstunden für den Schwimmunterricht an der Volksschule im Hallenbad der IPH absolviert. Ermensee deren 36, Aesch 29 und Schongau 11. Die Nutzung durch diese Gemeinden wird auch künftig angestrebt. Die IPH hat mit der Gemeinde Hitzkirch eine Nutzungsvereinbarung unterzeichnet. Mit Aesch, Altwis, Ermensee und Schongau sei man aktuell noch in Verhandlungen; es bestünden bereits mündliche Zusagen.

Lehrplan 21 schreibt Schwimmunterricht vor

Ab nächstem Schuljahr gilt an der Luzerner Volksschule für den Kindergarten bis zur 5. Primarschule der Lehrplan 21. Dieser schreibt vor, dass alle Schüler am Ende der 4. Primarklasse den sogenannten Wasser-Sicherheits-Check absolviert haben. Der Test umfasst drei Elemente: das Purzeln ins tiefe Wasser, sich eine Minute an Ort über Wasser halten sowie 50 Meter schwimmen können. «Der Wasser-Sicherheits-Check ist eine klare Zielsetzung», bestä­- tigt Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung. Sprich: Die Primarschulen müssen künftig Schwimmunterricht durchführen.

Die Nutzung des IPH-Hallenbades wird für die Schulen des Hitzkirchertals pro Lektion aber teurer werden, weil neu eine Vollkostenrechnung gemacht wird. Bis anhin wurden lediglich Solidaritätsbeiträge verrichtet. So bezahlte Hitzkirch bislang 95 Franken pro Schwimmlektion. Künftig werden es 160 bis 250 Franken pro Lektion sein, bestätigt Luzia Ineichen, Gemeinderätin Ressort Bildung, Kultur und Sport. Martin Rey erklärt: «Die gesamten Betriebskosten, unter Berücksichtigung der Erträge durch die Nutzung von Drittkunden, werden jährlich über die genutzten Lektionen der verschiedenen Partner abgerechnet. Somit wird der Lektionspreis je nach Gesamtauslastung des Hallenbades unterschiedlich ausfallen. Je höher die Auslastung, umso tiefer der Preis pro Lektion.»

Beschränkte Öffnungszeiten für die Bevölkerung

Darum wird angestrebt, das Hallenbad so gut wie möglich auszulasten. So soll es nach der Sanierung zu eingeschränkten Zeiten auch für die übrige Bevölkerung zugänglich sein. Wie teuer der Einzeleintritt sein wird, ist noch unklar. «Das Betriebskonzept und damit auch die Preisstruktur für die Nutzung durch die Bevölkerung ist noch nicht definiert. Dieses wird derzeit zusammen mit der Gemeinde Hitzkirch erarbeitet», so Rey. Offen ist auch noch, wer die Badeaufsicht übernimmt.

Bei der Ausarbeitung des Betriebskonzepts orientiert man sich laut Rey an einer Lösung ähnlich jener der Kantonsschule Beromünster, die ebenfalls öffent­liche Schwimmzeiten in ihrem Hallenbad anbietet. Dort können Privatpersonen jeweils am Dienstag- und Donnerstagabend von 18 bis 21 Uhr ihre Längen schwimmen. Dafür verlangt die Kanti 4 Franken Eintritt für Erwachsene und 2 Franken für Jugendliche. Zum Vergleich: Im Hallenbad Schmiedhof in Ebikon bezahlen öffentliche Nutzer 6 Franken. Auch in Ebikon gelten eingeschränkte Nutzungszeiten für die Bevölkerung. Die Einzeleintrittspreise für Erwachsene in den verschiedenen Hallenbädern im Kanton Luzern bewegen sich zwischen 3 Franken (Hallenbad Hofmatt Meggen) und 12 Franken (Hallenbad Allmend Luzern).

Susanne Balli

susanne.balli@luzernerzeitung.ch