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HITZKIRCH: Die Sorge um die Beizer

Dass der Umzug nur alle fünf Jahre stattfindet, stachelte die Fantasie an. Schrecklich schöne Momente waren jedenfalls garantiert.
Die «erimitierten Wybärgschrecke» thematisieren am Umzug in Hitzkirch das Beizensterben im Seetal. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Die «erimitierten Wybärgschrecke» thematisieren am Umzug in Hitzkirch das Beizensterben im Seetal. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Stephan Santschi

Nur alle fünf Jahre findet der Fasnachtsumzug in Hitzkirch statt. Das sorgte unter den Zaungästen für eine spezielle Vorfreude. «Letztes Mal war es grandios, entsprechend sind die Erwartungen», sagte die 43-jährige Sandra aus Hämikon. «Hier muss man einfach dabei sein», betonte Beat (36) aus Schongau. Über 4000 Menschen waren gestern zusammengekommen, um bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ein weiteres 5-Jahr-Jubiläum der Wybärgschrecke-Muusig Hitzkirchertal zu feiern. 45 Jahre alt wird heuer die Guuggenmusig, die jeweils als Organisator der närrischen Parade aufritt. «De schreck­lech Sonntig», nennen sie in Hitzkirch den Fasnachtssonntag, «das bezieht sich auf unseren Vereinsnamen», erklärt Peter Bründler, Paukist und OK-Präsident.

«Beizer und Pfarrer werden rarer»

Schrecklich schöne Momente sollten es also werden in Hitzkirch. Nach 90 Minuten und 33 Nummern stand fest: Enttäuscht wurden die Zuschauer nicht. Kreativität und Fantasie schienen bei den Teilnehmern wegen der langen Wartezeit bis zum nächsten Anlass für besondere Kreativitäts- und Fantasieschübe zu sorgen.

Das erste Highlight kam früh, bereits als zweite Formation marschierten die «erimitierte Wybärgschrecke» die Bahnhofstrasse entlang. Die ehemaligen Aktivmitglieder der lokalen Guuggenmusig bewiesen, dass sie noch längst nicht zum alten Eisen gehören. Zum Thema machten sie das Beizensterben im Seetal, und dies gleich mit mehreren Wagen. Den Lead übernahm die Beizen Krematorium GmbH, die im Schlepptau den Beizenhimmel mit sich führte. Auf Grabsteinen erinnerte man gleich an mehrere ehemalige Beizen in der Region vom «St. Wendelin» in Lieli über das «Huttli» in Urswil bis zum «Kreuz» in Richensee. «Der Kebab-Stand ist immer offen. Bei der Beiz, da kann man nur hoffen», hiess es zum Beispiel. Oder: «Sie werden immer rarer, die Beizer und die Pfarrer.»

Ein Goldesel für die Burgruine

Für Lacher sorgten die Spootzünder aus Kleinwangen. Sie mochten sich so gar nicht damit abfinden, dass der Kanton die Burgruine Nünegg für 2,5 Millionen Franken saniert. «Das spielt doch keine Rolle, sparen kann der Kanton doch andernorts. Renovieren wir doch diesen Steinhaufen», dröhnte der Speaker mit heiserer Stimme von einem Kran herab, an dem Goldbarren hingen. Ein (kantonaler) Goldesel verrichtete derweil seine Notdurft in Form von Goldhaufen.

Nicht weniger einfallsreich präsentierte sich die Geräteriege des STV Hitzkirch, die sich über die vielen Bade- und Spazierverbote am Baldeggersee lustig machte. Oder die Fasnachtsgruppe Bontzämegwörflet, die sich für die Verteilung von iPhones an Kühe starkmachte, damit sie der Bauer per GPS orten kann. Laut einer Studie der ETH soll das Kuhglockengebimmel die Gesundheit der Tiere beeinträchtigen.

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