Hoch mit dem Baum!

Ein Klotz, ein Kran, eine Buche: Es war ein Chrampf, doch jetzt steht es wieder - das Fasnachtssymbol der Vereinigten Guugger auf dem Kornmarkt in Luzern.

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Der Guuggerbaum gestern Abend auf dem Kornmarkt, bewundert von zahlreichen Zuschauern. (Bild: Manuela Jans/ Neue LZ)

Der Guuggerbaum gestern Abend auf dem Kornmarkt, bewundert von zahlreichen Zuschauern. (Bild: Manuela Jans/ Neue LZ)

Punkt 19 Uhr marschierten die Delegierten der Luzerner Vereinigten Luzerner Guuggenmusigen gestern los. In dunklen Anzügen, mit weissen Handschuhen – ein Chacheli um den Hals, eine brennende Fackel in der Hand. Vom Mühlenplatz zog die Prozession, angeführt von den Trommlern des Tambourenvereins Luzern, zum Kornmarkt.

Hier gings ans Aufstellen des Guuggerbaums. Ein Ritual am Vorfasnachtsabend, das seit 30 Jahren stets gleich abläuft. Gestern aber war doch einiges anders. Da war dieser Riesenbaukran, der seit Monaten den Kornmarkt beherrscht. Und dann der gewaltige Klotz, mit dem sein Fuss eingehaust ist – aus Sicherheitsgründen, damit keiner auf die Idee kommt, ihn zu besteigen. Ein Klotz, so gross wie der unsägliche Allmend-Klotz, der letzthin so viel zu reden gab.

Über die Dächer der Altstadt

Würde der Guuggerbaum daneben überhaupt Platz haben, fragten sich die Hunderten von Zuschauern, die sich zum Spektaktel eingefunden hatten. Der Baum, eine rund 20 Meter hohe Rotbuche aus dem Gütschwald, fand seinen Platz, am üblichen Ort, gleich vor dem Rathaus. Und viel mehr noch: Der Riesenkran diente dazu, ihn hierher zu hieven – über die Dächer der Altstadt.

Die Vereinigten Guugger schmückten den Baum wie üblich mit ihren Emblemen. Den Guuggerbaum danach in die richtige Position zu bringen, war dann aber doch ein richtiger Chrampf. Gut eine halbe Stunde dauerte es, bis er endlich fest und gerade stand.

Und dann? Dann ging halt doch alles seinen normalen Lauf. Die Vereinigten Guugger begaben sich, in nicht mehr ganz so geordneter Formation, zum Sepp-Ebinger-Gässli und labten sich dort am Kafi Träsch. Wie viele von ihnen die Nacht durchmachten und heute direkt zur Tagwache auf den Kapellplatz zogen, entzieht sich unserer Kenntnis.

Hugo Bischof