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Sie ist hochansteckend: Fuchsräude ist wieder auf dem Vormarsch

Mehrere Jahre war die Zahl der an Fuchsräude erkrankten Füchse tief. Jetzt breitet sich die durch Milben ausgelöste Hautkrankheit auch im Kanton Luzern wieder aus. Besonders achtsam sollten Hundebesitzer sein.
Susanne Balli
Dieser räudige Fuchs wurde Mitte März im Gebiet der Langensandstrasse Luzern gesichtet und fotografiert. (Bild: PD)

Dieser räudige Fuchs wurde Mitte März im Gebiet der Langensandstrasse Luzern gesichtet und fotografiert. (Bild: PD)

Füchse tummeln sich nachts gerne in Wohnquartieren. Angezogen werden sie durch Nahrung von Tieren, die in Gärten gefüttert werden, aber auch durch deponierte Abfälle und Komposthaufen. Manchmal hinterlassen die Füchse nicht nur einen aufgerissenen Güselsack, sondern auch lästige Parasiten. Ein solcher Parasit ist die Milbe mit dem wissenschaftlichen Namen Sarcoptes scabiei. Die Milben lösen bei den Füchsen die hochansteckende Fuchsräude aus.

Die Hautkrankheit ist vielerorts wieder auf dem Vormarsch. So breitet sie sich derzeit in Teilen des Kantons Zürich rasant aus, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt. Vor allem in Weinland, im Knonauer Amt, in der Region Winterthur und in der Agglomeration Zürich. Darum werden räudige Füchse auch während der Schonzeit geschossen, um sie von ihrem Leiden zu erlösen.

Zunahme in der Agglomeration Luzern

Auch im Kanton Luzern sind wieder vermehrt Fälle von Fuchsräude aufgetreten. Dies bestätigt Christian Hüsler, Fachbearbeiter Jagd und Wildhüter bei der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa). Im Jahr 2012 habe es einen Höhepunkt an erkrankten Füchsen gegeben. Danach sei die Zahl auf ein stabil tiefes Niveau gesunken. Hüsler erklärt aber:

«Seit einem Jahr nehmen die Fälle wieder zu.»

Im vergangenen Jahr habe man vermehrt Sichtmeldungen über erkrankte Füchse erhalten. «Dies vor allem im Mittelland, insbesondere im Agglomerationsgebiet der Stadt Luzern.» So wurde laut Hüsler beispielsweise Mitte März in Luzern im Gebiet Langensandstrasse (Bild) ein räudiger Fuchs gesichtet und fotografiert.

Die Krankheit ist nicht meldepflichtig. Zwar gibt es laut Hüsler Zahlen über gefundene und erlegte kranke Füchse. Weil aber nicht jedes erkrankte Tier gefunden werde, ergeben die Zahlen keine tatsächlichen Werte, sondern lediglich über mehrere Jahre betrachtet eine Tendenz über den Verlauf der Krankheit. Die Zahlen vom letzten Jahr liegen laut Hüsler frühestens Mitte April vor.

Befallene Füchse leiden stark unter dem Parasit. Es wird ein starkes Ekzem ausgelöst, das juckt und blutet. In der Folge entwickelt sich bei befallenen Tieren ein bakterieller Infekt. Das Tier erleidet einen qualvollen Tod. «Sichtbar wird die Krankheit vor allem durch den Haarausfall», sagt Hüsler. Insbesondere die Lunte (Schwanz des Fuchses) wirke nicht mehr buschig oder sei sogar ganz kahl. «Zudem zeigen die erkrankten Tiere häufig ein auffälliges Verhalten wie fehlende Scheu und vermehrte Tagaktivität.»

Wie stark von der Fuchsräude betroffen einzelne Jagdreviere im Kanton Luzern sind, zeigt sich ebenfalls im April klarer, wenn die Zahlen der gesichteten und geschossenen Füchse vorliegen. Eine kleine Umfrage unserer Zeitung hat ein unterschiedliches Bild ergeben. So sagt Josef Studerus, Jagdvorsteher des Jagdreviers Kriens-Horw-Schattenberg: «Die Fuchsräude nimmt wieder zu. Ich habe vor kurzem zwei Meldungen erhalten, dass räudige Füchse gesichtet wurden.» In anderen Jagdrevieren konnte man (noch) keine Zunahme feststellen.

Tierarzt: «Mehr Verdachtsfälle»

So oder so: Besonders aufmerksam sollten Hundebesitzer sein. Denn die Fuchsräude ist für ihre Vierbeiner ebenfalls hoch ansteckend. Die Krankheit wird nicht nur durch direkten, sondern auch indirekten Kontakt – durch Hautschuppen, die kranke Füchse hinterlassen – übertragen. Hunde können sich also im Wald oder im Garten mit der Krankheit anstecken. Dies bestätigt Tierarzt Raphael Küng, der in Beromünster eine Kleintierpraxis führt. «Füchse kommen in die Siedlungen, man kann eine Ansteckung nicht verhindern», sagt er. Besonders gefährdet seien Jagdhunde.

Zwar sei die Fuchsräude in seiner Praxis kein tägliches Problem, und es sei schwierig, abzuschätzen, bei wie vielen Fällen es sich tatsächlich um Fuchsräude handle. «Im letzten Jahr hatten wir aber vermehrt Verdachtsfälle. Die Fuchsräude war in aller Munde, auch, weil die Hundebesitzer sensibilisiert sind», sagt der Tierarzt.

Bei Hunden könne die Krankheit gut behandelt werden. Dies mit einem neuen Medikament, welches eigentlich für die Behandlung gegen Zecken und Flöhe zugelassen sei, aber bei der Fuchsräude auch sehr gut wirke. «Darum wird bei Verdacht auf Fuchsräude nicht zwingend abgeklärt, ob es tatsächlich diese Krankheit ist.»

Damit sich die Fuchsräude in Wohngebieten nicht ausbreitet, helfen folgende Verhaltensregeln:

  • Kein Futter für Haustiere nach draussen stellen
  • Keine Speisereste kompostieren und den Kompost abdecken
  • Füchsen keine Versteckmöglichkeiten bieten
  • Abfallsäcke erst am Morgen auf die Strasse stellen.
  • Distanz zu Füchsen wahren
  • Weisen Hunde oder Katzen auffällige Hautveränderungen auf oder kratzen sich besonders stark, ist ein Tierarzt aufzusuchen.

Krankheit für Mensch ungefährlich

Übrigens können sich auch Menschen mit der Fuchsräude infizieren. Die Milben können die sogenannte Pseudokrätze auslösen. Die Krankheit ist für Menschen in der Regel aber ungefährlich, da der Mensch ein Fehlwirt ist. Der Juckreiz oder durch die Milben ausgelöste Infektionen können behandelt werden.

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