HOCHDORF: 11,5 Millionen Franken für neue Produktionshalle

Für das Familienunternehmen Tschopp Holzbau AG in Hochdorf beginnt ein neues Zeitalter: die Holzindustrie 4.0. Mit dem Spatenstich vom Montag für die neue Produktionshalle wagt der Betrieb nicht nur den grössten Ausbau seiner Firmengeschichte.

Ernesto Piazza
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 Er sei auch ein wichtiger Schritt Richtung «digitale Holzproduktion», schreibt die Firma in einer Medienmitteilung. Das finanzielle Volumen für Gebäude und Maschinen beträgt rund 11,5 Millionen Franken. Im kommenden November soll die Halle Süd bezugsbereit sein. Geplant ist, dass ab Dezember die ersten Holzelemente vom Stapel laufen.

Die neue Werkhalle ist 85 Meter lang und 33 Meter breit. Ergänzt wird sie mit einem 26 Meter langen, überdachten Platz für Logistik und Lager. Damit resultierten optimale Warenflüsse. Sie steigerten die Effizienz und führten schliesslich zu Kostenersparnissen, betont das Unternehmen. Auf dem Dach der Halle wird eine Fotovoltaikanlage mit einer Leistung von 280 Kilowatt-Peak (kWp) montiert. Mit dieser Leistung kann die Firma den jährlichen Stromverbrauch decken.

Die Kombination von Maschine und Mensch

Die Produktion der Holzelemente passiert mit Unterstützung einer mit hochmoderner Steuerungstechnik (CNC) ausgestatteten Maschine. Das heisst: Daten für die Herstellung von Wand-, Decken- und Dachelementen werden direkt aus der Planung übernommen. Die Maschine – eine sogenannte Multifunktionsbrücke – fährt über die Elementtische und führt die verschiedenen Bearbeitungsschritte an den Elementen aus. Dies geschieht in Kombination mit den Mitarbeitern, welche die Maschine bedienen und die ergänzenden Arbeiten ausführen. «Das erlaubt uns eine effizientere, schnellere und noch genauere Produktion, die am Markt für die immer grösseren Holzbauten gefordert ist», erklärt Geschäftsführer und Inhaber Ivan Tschopp. «Mit dieser Investition führen wir unsere Produktion in die digitale Zukunft.» Die steigende Nachfrage nach Holzhäusern in der Schweiz und die rasant voranschreitende Digitalisierung hätten die Unternehmensleitung veranlasst, die Halle zu bauen.

Trotz Digitalisierung: Kein Verlust von Arbeitsplätzen

«Mit diesem Schritt bekennen wir uns zum Standort Hochdorf, zur Produktion in der Schweiz», betont Tschopp, der die Firma in zweiter Generation führt. Und weiter sagt er: Durch die digitalen Prozesse gingen keine Arbeitsplätze verloren, da mit dem Neubau für die Mitarbeiter auch neue Arbeitsschritte entstünden.

Tschopp Holzbau AG baut ihre Holzhäuser mehrheitlich in der Zentralschweiz. «Unsere Arbeit ist aber auch im Ausland gefragt», so der Inhaber. Aktuell führt das Unternehmen zum Beispiel Aufträge in Tromsø, Norwegen, aus. Ebenfalls war man schon in Barcelona, Dresden oder auf Mallorca tätig. Die Firma beschäftigt 90 Mitarbeitende. Gegründet wurde sie 1972 von Alois und Nina Tschopp.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch