HOCHDORF: Bauboom kurbelt Wachstum an

Innert sechs Jahren sind auf der Oberfeldhöhe 186 Wohnungen entstanden. Und der Bauboom ist damit noch nicht fertig.

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Die Oberfeldhöhe in Hochdorf wurde für knapp 109 Millionen Franken überbaut. Künftig werden dort bis zu 460 Personen wohnen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Oberfeldhöhe in Hochdorf wurde für knapp 109 Millionen Franken überbaut. Künftig werden dort bis zu 460 Personen wohnen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

18 Mehrfamilienhäuser, 186 Wohnungen, 460 Bewohner: Dies sind die Eckdaten des neuen Hochdorfer Quartiers Oberfeldhöhe, wenn im August alle Wohnungen bezogen sind. Vor sechseinhalb Jahren setzte die Schmid Immobilien AG aus Ebikon auf den 40 000 Quadratmetern zum Spatenstich an. Diese entsprechen einer Fläche von über fünf Fussballfeldern. Hier wachsen derzeit die letzten vier Mehrfamilienhäuser in die Höhe. Gesamtes Investitionsvolumen: knapp 109 Millionen Franken.

Seit Beginn der Bauarbeiten auf der Oberfeldhöhe legte die Bevölkerung von Hochdorf generell kräftig zu: Zählte die Gemeinde im Jahr 2009 noch 8500 Einwohner, sind es heute deren 9400. «Wenn im Sommer alle Wohnungen bezogen sind, dürften alleine auf der Oberfeldhöhe nochmals 100 Einwohner dazukommen», sagt Roland Emmenegger, Gemeinderat Ressort Bau. Hielt die Infrastruktur mit dem rasanten Wachstum Schritt? Emmenegger bejaht. «Gewisse Infrastrukturbereiche lassen sich dadurch sogar noch besser auslasten.» Dass nun auf das Schuljahr 2016/17 ein Doppelkindergarten gebraucht werde, sei auf die veränderte Gesetzeslage zurückzuführen – bis dahin müssen alle Luzerner Gemeinden entweder die Basisstufe oder den zweijährigen Kindergarten anbieten.

Wachstumsgrenzwert erreicht

Mit der kürzlich angenommenen Initiative «Hochdorf wächst langsam» gerät die Gemeinde aufgrund des Baubooms auf der Oberfeldhöhe nicht in Konflikt. Die Initiative beschränkt das Bevölkerungswachstum auf 0,7 Prozent im Fünfjahresschnitt. «Die Gemeinde wird aber dadurch bei der inneren Verdichtung ausgebremst. Wir werden künftig keine Bauzonen mehr auf- oder umzonen, wenn das Wachstum den Grenzwert übersteigt», sagt Emmenegger. Wo hingegen schon Land eingezont sei, könne dieses auch bebaut werden. Den Grenzwert von 0,7 Prozent hat Hochdorf übrigens aufgrund von Geburtenüberschuss und Neuzuzügern bereits seit Februar erreicht – 60 Einwohner kamen hinzu.

Noch drei Mietwohnungen frei

Den Grundstein für das Oberfeldhöhe-Quartier legten die Hochdorfer Stimmbürger 2005. Damals zonten sie die erste Etappe ein. Die restlichen drei folgten 2009. «Der Entscheid dafür fiel ohne öffentliche Opposition aus», sagt Roland Emmenegger rückblickend. «Das Potenzial dieses Quartiers überzeugte.» Auf einer Anhöhe gelegen, bietet die Siedlung beste Sicht in die Berge. Schlagende Argumente waren zudem die tiefen Hypothekarzinsen und der Umstand, dass in Hochdorf damals kaum Wohnungen leer standen. «Die Nachfrage war grösser als das Angebot.» Die 140 Eigentumswohnungen sind denn auch längst verkauft, frei stehen einzig noch drei von insgesamt 46 Mietwohnungen. Viel Grün umgibt die Mehrfamilienhäuser mit 31/2- bis 51/2-Zimmer-Wohnungen, das Areal ist aufgrund der Tiefgarage komplett autofrei. Emmenegger: «Das Quartier zeigt exemplarisch auf, was hinter dem Schlagwort von qualitativem Wachstum steckt.»

Mit dem Abschluss des Oberfeldhöhe-Quartiers nimmt die Bautätigkeit in Hochdorf noch kein Ende: Im Gebiet Feldhöhe entstehen bis 2016 weitere Einfamilienhäuser. «Dort erwarten wir dieses Jahr rund 50 zusätzliche Einwohner», sagt Emmenegger. In Planung sind ferner Mehrfamilienhäuser im Gebiet Bachmättli und Moosstrasse. Hier rechnet die Gemeinde bis 2017 mit rund 100 neuen Einwohnern.

Evelyne Fischer