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HOCHDORF: Das ist einfach Massarbeit!

Abwechslungsreich, bunt, reichhaltig und frech war der Hofderer Umzug. Doch nicht nur deshalb dürften die Stadtluzerner «Fasnachts-Spione» gestern mächtig gestaunt haben ...
Cyril Aregger
Kämpferisch: die Wybärgschrecke-Muusig Hitzkirchertal. (Bild: Boris Bürgisser (Hochdorf, 28. Februar 2017))

Kämpferisch: die Wybärgschrecke-Muusig Hitzkirchertal. (Bild: Boris Bürgisser (Hochdorf, 28. Februar 2017))

Cyril Aregger

cyril.aregger@luzernerzeitung.ch

Es hätte Hektik aufkommen können, gestern am grossen Umzug der Martini-Zunft Hochdorf. Sturmböen und Regen drohten, und der Aargauer Fahrer eines VW Golf hielt es für eine gute Idee, sein Vehikel auf der Luzernerstrasse zu parkieren. Es hätte. Denn in Hochdorf löst man solche kleinen Probleme traditionellerweise pragmatisch und im Handumdrehen: Der Umzugschef verlegt den Start kurzerhand zehn Minuten vor, verbunden mit der Losung: «Um 15.30 ist der Umzug durch!» Und der Speaker Jürg Wicki wünscht sich, dass der Aargauer sein Vehikel später vor lauter Konfetti nicht mehr erkennt. Ein Wunsch, dem viele junge Zuschauer nur zu gerne nachgekommen sind ...

Was dann folgte, war ein ebenso abwechslungs- wie fantasiereicher Umzug, beobachtet und beklatscht auch von einer Delegation des Lozärner Fasnachtskomitees mit LFK-Umzugschef Daniel Abächerli. Die «Städter» wurden vom Speaker gebührend begrüsst: «Wir zeigen euch jetzt, wie man auch einen Umzug mit 50 Nummern in zwei Stunden durchbringen kann.» Und tatsächlich, die Höhepunkte folgten Schlag auf Schlag.

Atom statt Kohle am Pilatus

Dazu gehörten natürlich viele spielfreudige Guuggenmusigen – so etwa die Stägbachfäger Honeri, die ihr 20-Jahr-Jubiläum feiern, oder die Wybärgschrecke-Muusig Hitzkirchertal, deren Tambourmajor einen gewaltigen, drachengeschmückten Samurai-Grend durch die Strassen trug. Nicht fehlen durften natürlich auch spendierfreudige Zünfte und (alt) Zunftmeister – allen voran die Hochdorfer Martinifamilie 2017 mit René und Petra Sidler – sowie fantasievoll und aufwendig gestaltete Fasnachtswagen.

Zum Beispiel derjenige der Hahnerüücher aus dem Seetal und dem Michelsamt, ausgerüstet mit einem AKW-Kühlturm und einem regelrechten Berg. Die Gruppe rechnete mit dem Atomausstieg und bereitete sich auf den Kohlebergbau am Pilatus vor. Doch bekanntlich laufen die AKW doch noch etwas länger – und die Hahnerüücher nutzen die Stollen nun als Atomendlager.

Rund um den Baldeggersee gehts rund

Oder die Astronauten des «Crash Bau Teams», welche ihr eigenes Space Shuttle nach Hochdorf brachten – inklusive Bar, in welcher die Gäste schwerelos durch den Raum schwebten. Wie das denn nun funktioniert mit dem Astronautenhelm und den Drinks, war auf Anhieb aber nicht zu klären ... Irdischer ging es hingegen bei den Spootzündern Chliwange zu und her: «Am Baldeggersee laufts ned rund» finden sie – in Anspielung an den Rundweg, der nach langer Vorgeschichte und vielen Kompromissen nächstes Jahr realisiert sein soll. Die Spootzünder setzen den Rundweg auf ihre Art um: als riesiges Laufrad, während Naturschützer und Badefreudige den See weiter auf ihre Weise nutzen können.

Sorgen um die AHV machten sich die Wagewörger Schongau. «AHV, schaffe bis zom Tod» lautete ihr Motto. Und tatsächlich klappten die greisen Umzugsteilnehmer regelmässig auf der Strasse zusammen – um im «Krankenwagen» wieder notdürftig aufgepäppelt zu werden. «Aha, verarscht», lautete denn auch ihre Übersetzung von «AHV».

Kurze Unterbrüche gab es im gesamten Umzug genau zwei (wobei die eine Pause vor dem Sammelwagen für die Kollekte auch strategisch raffiniert eingeplant gewesen sein könnte). Und so endete der grosse Umzug nach gut 90 Minuten. Die Turmuhr der Pfarrkirche St. Martin zeigte 15.30 Uhr, wie Umzugschef und Vizezunftmeister Marius Gretener zufrieden feststellte. Massarbeit. Fünf Minuten später bliesen Sturmböen erst die Konfetti durcheinander und peitschten kurz darauf heftigen Regen durch die Hofderer Strassen.

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