HOCHDORF: Durchzogene Bilanz der Hochdorf-Gruppe

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2012 zieht die Hochdorf-Gruppe eine gemischte Bilanz. Der starke Schweizer Franken und die Veränderungen im Schweizer Milchmarkt stellten die Gruppe vor Herausforderungen.

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Der Bedingungen des Milchmarktes im 2012 stellten die Hochdorf-Gruppe vor Herausforderungen. (Archivbild) (Bild: Keystone)

Der Bedingungen des Milchmarktes im 2012 stellten die Hochdorf-Gruppe vor Herausforderungen. (Archivbild) (Bild: Keystone)

Trotz der schwierigen Ausgangslage konnten im Export und in der Schweiz Umsatzerfolge erzielt werden, informiert die Hochdorf-Gruppe. Das finanzielle Ergebnis jedoch bezeichnet die Gruppe selber als enttäuschend, vor allem auf der Stufe des EBIT, dem Gewinn vor Abzug der Zinsen und Steuern. Obwohl der Gewinn auf der Stufe des EBIT um rund 45 Porzent von 1, 898 Mrd. Franken im Vorjahr auf 2,759 Mrd. Franken im 2012 gesteigert werden konnte, bewertet die Gruppe das Resultat als solide aber unbefriedigend. In absoluten Zahlen blieb er um 2.8 Millionen Franken unter den Erwartungen.

Als einen Indikator für die Leistungsfähigkeit bezeichnet die Gruppe die verkaufte Tonnage an Produkten. In diesem Bereich musste die Gruppe einen Rückgang von 1.7 Prozent hinnehmen gegenüber dem Vorjahr. Im 2012 wurden insgesamt 90'196 Tonnen Produkte verkauft. Der Brutto-Verkaufserlös konnte trotzdem auf dem Vorjahresniveau gehalten werden, bei 346.6 Millionen Franken.

Das Geschäft mit Babynahrung läuft

Die Hochdorf Nutricare AG agierte 2012 erfolgreich im Verkauf ihrer Swiss-Made-Babynahrung und übertraf das gesetzte Wachstumsziel. Trotz des starken Schweizer Frankens steigerte sie die verkaufte Menge um 55.8 Prozent auf 11‘087 Tonnen.

Schwierige Bedingungen im Markt der Milchderivate

Die Hochdorf Swiss Milk AG verkaufte eine leicht grössere Menge in diesem Markt. Dies obwohl im Jahr 2012 in der Schweiz weniger Schokolade hergestellt wurde. In diesem Markt erwiesen sich vor allem die Segmentierung der Milch und das System der Ausfuhrbeihilfen, das sogenannte «Schoggigesetz» als Herausforderungen.

Das System der Segmentierung besagt, dass die vermarktete Milch in drei Segmente eingeteilt werden muss, je nachdem für welche Produkte sie verwendet wird. Für die verschiedenen Segmente gelten unterschiedliche Richtpreise für den Milcheinkauf. In den Milchkaufverträgen wird dann festgesetzt welche Menge der Milch für welches Segment genutzt wird. Für die verschiedenen Segmente gelten unterschiedliche Richtpreise. Die Segmentierung der Milch machte es anspruchsvoll, die richtige Milchmenge im jeweiligen Segment zu beschaffen.

Die Ausfuhrbeihilfen, vom Bund und von der Branchenorganisation Milch (BOM) zur Verfügung gestellte Mittel, reichten nicht bis zum Abrechnungsende. Vertraglich fixierte Exporte mussten trotzdem durchgeführt werden. Dies belastete die Erfolgsrechnung mit rund 1.2 Millionen Franken.

Produktionskosten senken

Das wirtschaftliche Umfeld ist nach wie vor anspruchsvoll. In der Schweiz ist die Milchmenge schwer vorhersehbar und der Schweizer Franken ist nach wie vor hoch bewertet. Deshalb müssen für eine bessere Rentabilität die Produktionskosten weiter gesenkt werden, so Marcel Gavillet, der CFO der Hochdorf-Gruppe . Aktuell würden Massnahmen in der Prozessführung sowie in der Material- und Energiewirtschaft geprüft, erklärt er weiter. Aufgrund der schwierigen und volatilen Situation verzichtet die Gruppe im Moment auf eine Ertragsprognose für das Jahr 2013.

pd/spe