HOCHDORF: Grosser Tag für Hochdorfer Kinder

78 Kinder durften gestern in Hochdorf die Erstkommunion empfangen. In gleich zwei Gottesdiensten ging es um das Thema «Jesus das Brot des Lebens».

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Stolz ziehen die Hochdorfer Erstkommunikanten vom Pfarreizentrum zur Kirche. Nach dem Gottesdienst schenkt Pfarrer Roland Häfliger jedem der Kinder ein Kreuz mit einer Ähre drauf. Die Ähre steht sinnbildlich für das Brot des Lebens, entsprechend ist die Kirche dekoriert mit allen Namen der Erstkommunikanten. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Stolz ziehen die Hochdorfer Erstkommunikanten vom Pfarreizentrum zur Kirche. Nach dem Gottesdienst schenkt Pfarrer Roland Häfliger jedem der Kinder ein Kreuz mit einer Ähre drauf. Die Ähre steht sinnbildlich für das Brot des Lebens, entsprechend ist die Kirche dekoriert mit allen Namen der Erstkommunikanten. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Mehr Bilder zum Weissen Sonntag finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bilder

Nathalie Ehrenzweig

Die 43 Kinder, die sich kurz vor 11 Uhr vor dem Pfarreizentrum St. Martin in Hochdorf aufstellen, strahlen mit der Sonne um die Wette. Gleich ist es so weit: Sie halten Einzug in die Kirche, um dort ihre Erstkommunion zu feiern. Es ist bereits die zweite am gestrigen weissen Sonntag. «Wir haben 78 Kinder in diesem Jahrgang. Die Anzahl Kinder steigt wieder leicht an», erklärt Pfarrer Roland Häfliger die zwei Gruppen. «Beim zweiten Gottesdienst bin ich meistens etwas entspannter als beim ersten», gibt er schmunzelnd zu.

Nervös tänzeln die Kinder herum, spielen mit der Kordel ihres Kleides. Beim Durchzählen fällt auf: Ein Kind fehlt. «Eins ist noch aufs WC gegangen», hört man. Auch den Eltern ist die Aufregung anzumerken. Ob mit Seidenkrawatte oder leuchtend buntem Sari: Die Eltern sind herausgeputzt und zücken unzählige Kameras, um ihren Nachwuchs an diesem wichtigen Tag fürs Familienalbum abzulichten. Dann geht es los: Alle sind da, die Glocken haben aufgehört zu läuten, die Harmonie Hochdorf marschiert voraus, die Ministranten und die Erstkommunikanten hinterher.

Vier Kinder begrüssen die Menschen in Schweizerdeutsch, Englisch, Tamilisch und Italienisch zum Gottesdienst. Dazu stellen sie sich auf einen Schemel, um ans Mikrofon zu reichen, damit sie von ihren Familien auch in den hintersten Reihen gehört werden. Die dezent nach dem Motto «Jesus das Brot des Lebens» dekorierte Kirche ist voll besetzt.

Die Geschichte vom Königssohn

Das Thema zieht sich als roter Faden durch den Gottesdienst. Dabei betont Pfarrer Roland Häfliger, dass es bei «Brot des Lebens» nicht in erster Linie um das Sattwerden geht, sondern auch um das Teilen, um das Gemeinschaftserlebnis. Um dies zu illustrieren, erzählt der Pfarrer die Geschichte vom alten, weisen König, der seinem Sohn den Rat gibt, das Brot des Glücks zu finden, um damit gut für seine Untertanen zu sorgen. Von den Untertanen hat aber niemand von diesem Brot gehört. Bis ein Kind sein Brot mit dem hungrigen Prinzen teilt und dieser danach glaubt, das Brot des Glücks gefunden zu haben. Doch das Kind erklärt ihm, dass das ganz gewöhnliches Brot sei, welches es mit dem Prinzen geteilt hat. Nur durch das Teilen wird das Gebäck zum Brot des Glücks, erläutert Pfarrer Roland Häfliger den Kindern. «Jesus nährt, begleitet und stärkt.»

Auch Eltern wirken mit

Immer wieder werden die Erstkommunikanten in den Gottesdienst mit einbezogen, so auch beim Lesen der Fürbitten. Sogar eine Mutter liest eine Fürbitte, nämlich die, in der sie darum bittet, dass die Eltern gute Vorbilder im Glauben sein sollen. Dann nähert sich der Gottesdienst dem Höhepunkt: Die Kinder bringen die Schalen mit den Hostien zum Altar und treten dann für das Beten des Vaterunsers zu Pfarrer Roland Häfliger, der, während der Kinderchor singt, die Hostie bricht und an die Kinder verteilt.

Die Kleinen gehen leer aus

Nun bekommen auch die übrigen Gottesdienstbesucher ihre Hostie. Bei kleineren Kindern keimt dabei der Neid auf: «Aber ech wott au eis», murmelt ein kleines Mädchen, als es enttäuscht ohne Hostie – mit dem Vater zurück zum Platz geht.

Der Pfarrer verdankt alle Beteiligten, dann reihen sich die Kinder wieder ein. Stolz gehen sie aus der Kirche, nachdem sie zum ersten Mal in ihrem Leben die Hostie empfangen haben und in die Mahlgemeinschaft mit Gott aufgenommen worden sind. Draussen spielt die Harmonie noch mal ein Ständchen, während Roland Häfliger den Kindern ein besonderes Kreuz schenkt mit einem Brot und einer Ähre darauf. Natürlich knipsen die Eltern, noch stolzer als vor dem Gottesdienst, posieren mit den Kindern, gratulieren. Nach der Kirche ist jetzt Zeit für die Familienfeier.