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HOCHDORF: Land-Kultur rückt sich ins Zentrum

Das Forum Politik der Idee Seetal stand gestern Abend im Zeichen der Kultur auf der Luzerner Landschaft. Diese sei bereits gut aufgestellt und breit vernetzt. Ein Angebot von Regierungsrat Reto Wyss dürfte dennoch sehr willkommen sein.
Niels Jost
Vom Förderfonds unterstützt: Aufführungen wie hier im Bild eine Turnveranstaltung beim Schloss Heidegg. (Bild: Philipp Schmidli (25. Mai 2016))

Vom Förderfonds unterstützt: Aufführungen wie hier im Bild eine Turnveranstaltung beim Schloss Heidegg. (Bild: Philipp Schmidli (25. Mai 2016))

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Die Kultur lebt – auch auf dem Land. Dieser Eindruck ist gestern Abend den rund 130 Besuchern des Politik-Forums im Kulturzentrum Braui in Hochdorf vermittelt worden. Im Foyer begrüssten Holzskulpturen des Hochdorfer Künstlers Alois Hermann die Besucher, auf der Bühne gaben die Kaffeehausmusik des Orchesters Hochdorf und die Gruppe Burgenersound aus Eschenbach einen unterhaltsamen Einstieg in den sonst politischen Abend mit eher ernsten Themen.

«Wir haben eine starke Kulturszene auf der Landschaft», betonte denn auch Kulturdirektor und Gastreferent Reto Wyss (CVP). Es gehe nun darum, diese weiter zu unterstützen. Die Regierung wolle deshalb Hand bieten, auch im Seetal einen regionalen Förderungsfonds zu installieren. «Wir geben gerne die Mittel und Entscheidungskompetenz an die Region ab. Vor Ort weiss man, was gefördert werden soll. Nun liegt es an den Gemeinden, unser Angebot anzunehmen», so Wyss weiter. Sprich: In diesem Frühling müssen die regionalen Entwicklungsträger Seetal und Sursee-Mittelland noch ihre Hälfte für die Finanzierung des Förderungsfonds gutheissen (siehe Kasten).

«Wir müssen uns immer behaupten»

Was ist uns die Kultur wert? Diese Frage leitete anschliessend SRF 1-Radiomoderatorin Christina Lang – geboren in Ballwil – an die Podiumsteilnehmer weiter. Kultur habe nicht nur einen finanziellen Wert, lautete der Tenor. «Kultur schafft Orte der Begegnung und Auseinandersetzung», sagte Markus Diebold, Präsident des Kulturforums Hitzkirch. Dies sei gerade auf der Landschaft wichtig, um Identität zu stiften. Neben diesem ideellen Wert kam Diebold trotzdem nicht darum herum, doch auch über den monetären Aspekt zu reden. «Auf der Landschaft müssen wir uns immer wieder behaupten, damit man uns bei der Kulturförderung wahrnimmt. Unsere finanziellen Mittel sind relativ knapp gehalten», sagte Diebold. Die regionalen Förderfonds erhalten pro Jahr 250000 Franken. Eine Summe, von der die Luzerner Filmemacherin Ursula Brunner nur träumen kann. Ein Dok-Film alleine koste um die 200000 Franken. Und der gesamten Filmförderung stehen im Kanton Luzern 400000 Franken zur Verfügung – «daraus wollen viele Kulturschaffende einen Teil erhalten», so Brunner.

Dass nicht mehr Mittel zur Verfügung stehen, bedauerte Adrian Bühler, CVP-Kantonsrat aus Eschenbach und Mitglied der Kommission für Erziehung, Bildung und Kultur. Er gab auch zu bedenken: «Der ganze Kanton ist finanziell unter Druck – da muss auch die Kultur Abstriche hinnehmen.» Er appellierte deshalb an die Kulturschaffenden, weiterhin den konkreten Mehrwert ihrer Arbeit aufzuzeigen. Das ginge auch ohne Demonstrationen. Denn: «Damit überzeugt man keinen Politiker», platzierte er einen Seitenhieb auf entsprechende Aktionen von Kulturschaffenden.

Das Geld war aber längst nicht das einzige Thema. So lobte Lea Bischof-Meier, CVP-Gemeindepräsidentin von Hochdorf, die Zusammenarbeit der Kulturschaffenden in der Region. «Das Seetal ist sehr gut vernetzt.» Dem pflichtete der Hochdorfer Musiker Hansruedi Zeder bei. «Unsere Vereinskultur ist sehr stark.» Und doch wünschte er sich noch einen Tick mehr Offenheit bei der Kulturförderung – ein Wunsch, der womöglich mit dem regionalen Förderfonds in Erfüllung gehen könnte.

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