HOCHDORF: Marschhalt beim Schulhausbau

Zwei Varianten für neuen Schulraum liegen auf dem Tisch. Der Entscheid ist aber noch nicht reif. Daher gehen die Verantwortlichen erneut über die Bücher – und hoffen auf massive Einsparungen.

Ernesto Piazza
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Um mehr Schulraum zu schaffen, ist die Erweiterung des Schulhauses Avanti eine Möglichkeit. (Bild: Nadia Schärli (Hochdorf, 30. September 2017))

Um mehr Schulraum zu schaffen, ist die Erweiterung des Schulhauses Avanti eine Möglichkeit. (Bild: Nadia Schärli (Hochdorf, 30. September 2017))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Hochdorf braucht mindestens 20 neue Schulzimmer, davon 13 Klassen- und 7 Gruppenräume. Für die Behebung des Engpasses stehen zwei Möglichkeiten zur Diskussion. Entweder die «Aufstockung Avanti» oder der Neubau «Sagenturm 2». Unabhängig davon, für welche Version sich die Stimmbürger entscheiden, fällt beim 45-jährigen Avanti-Schulhaus noch eine Sanierung an. Anfang Juni hiess es, der Gemeinderat wolle den Variantenentscheid vor den Sommerferien treffen (Ausgabe vom 2. Juni).

Mittlerweile hat die Exe­kutive aber entschieden, einen Marschhalt einzulegen und einige Aspekte detailliert zu reflektieren. Daniela Ammeter Bucher, Ressortleiterin Bildung, sagt: «Weil Hochdorf seit zweieinhalb bis drei Jahren an der Schulraumplanung arbeitet, soll nochmals der aktuellste Stand aufgenommen werden.» Diese Erkenntnisse wolle man beim Entscheid berücksichtigen. Ziel sei es, sich auf eine Variante festzulegen, welche die beste Lösung beinhalte und zu einem positiven Abstimmungsergebnis führe.

Steuererhöhung könnte nötig werden

Dazu gehört auch, nach möglichen Einsparungen zu suchen. Denn mittlerweile bewegt sich die Summe für das Bauprojekt bei 20 bis 30 Millionen (wir berichteten). Sollte sich daran nichts Entscheidendes ändern, muss Hochdorf eine Steuererhöhung ins Auge fassen. Diesbezüglich hat die Gemeinde bereits 2015 eine eventuelle Anhebung um einen Zehntel auf 2,2 Einheiten für 2020 im Finanzplan eingestellt.

Konkret geht es bei der Reflexion des Projekts um die tatsächlich benötigten Räume – auch im Zusammenhang mit dem Lehrplan 21. Es muss dabei berücksichtigt werden, dass in der Anlage West im Schulhaus Zentral sowie bei den Kindergärten «Peter Halter» zusätzliche Gruppenräume für die Primarschule geschaffen worden sind.

Weiter spielt eine Rolle, dass es durch die Umsetzung des Lehrplans 21 möglich ist, Informatikzimmer in den diversen Schulhäusern als Schulraum zu nützen. Zudem kann künftig ein Theoriezimmer Hauswirtschaft als Schulraum verwendet werden.

Aufgrund der aktualisierten Klassenplanung geht man des Weiteren davon aus, die Eröffnung von zusätzlichen Sekundarklassen um zwei Jahre hinauszuschieben.

Bedarf gibt es aufgrund der steigenden Nachfrage auch bei der additiven Tagesschule. Sie umfasst in Hochdorf die Morgen-, Mittags- und Nachmittagsbetreuung von 7 bis 18 Uhr, mit Mittagstisch. Sie wird für Schülerinnen und Schüler an der Schule Hochdorf seit 2011 angeboten.

Deren Weiterentwicklung soll im Rahmen eines Konzepts im Laufe des Herbsts mit der Bildungskommission klar definiert und durch den Gemeinderat verabschiedet werden.

«Einsparungen von einigen Millionen Franken»

Die Ressortleiterin Bildung geht bei der Neubeurteilung des ganzen Schulraumprojekts von «einschenkenden Einsparungen» aus. Sie spricht von «einigen Millionen Franken», ohne die Zahlen zum jetzigen Zeitpunkt bereits genauer konkretisieren zu können.

Und wie sieht es zeitlich aus? Noch hätten sie «etwas Luft», sagt die Gemeinderätin. Deshalb glaubt sie nicht, dass der Marschhalt «zu einer Überbrückung mit Provisorien» führt. Klar ist aber: Der ursprüngliche Zeitplan, das Schulraumprojekt in der ersten Hälfte 2018 an die Urne zu bringen, wird sich «einige Monate nach hinten verschieben», so Daniela Ammeter Bucher.