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Hochdorf: Werner Ottiger war das halbe Leben für die Schule unterwegs

Fast 42 Jahre arbeitete Werner Ottiger an der Volksschule Hochdorf – jetzt geht der Rektor in Pension. Er hat auch schwierige Momente erlebt und spricht über Herausforderungen der künftigen Schule.
Ernesto Piazza
Unterrichtete während 23 Jahren in diesem Schulzimmer: Werner Ottiger. (Bild: Eveline Beerkircher, Hochdorf, 16. Januar 2019)

Unterrichtete während 23 Jahren in diesem Schulzimmer: Werner Ottiger. (Bild: Eveline Beerkircher, Hochdorf, 16. Januar 2019)

Eines fällt beim Betreten des Büros von Werner Ottiger sofort auf: Es herrscht Ordnung. Darauf angesprochen, huscht ein Lächeln über das Gesicht des Rektors der Hochdorfer Volksschulen. Das gehöre zu seiner Person, sagt er. Ordentlich ist es also keineswegs nur, weil der noch 64-Jährige in wenigen Tagen in Pension geht und ein grosser Teil der Einführung seines Nachfolgers Daniel Lang bereits stattgefunden hat.

Über 41 Jahre war Ottiger an Hochdorfs Volksschule tätig. Davon war er während 23 Jahren auf der Sekundarstufe tätig und 18 Jahre als Rektor. Aktuell verteilen sich die 1235 Schüler auf 65 Klassen und sieben Schulhäuser, auf 116 Lehrer und 22 Personen im Schul- sowie deren 13 im Reinigungsdienst. Der verheiratete, zweifache Familienvater – seine Frau Marie-Theres unterrichtet in Hochdorf Integrative Förderung – trägt die Verantwortung über ein KMU. Seine knapp 42 Jahren sprechen für Firmentreue. Zwar sei es keineswegs so gewesen, dass er sich nicht «rumgeschaut» habe, sagt Ottiger. Nach sorgfältigem Abwägen der Vor- und Nachteile sei er aber immer zum Resultat gekommen, zu bleiben.

23 Jahre im selben Klassenzimmer unterrichtet

Seine berufliche Laufbahn zeichnete sich früh ab. Nach der obligatorischen Schulzeit besuchte der im Ruswiler Dorfteil Rüediswil aufgewachsene Ottiger das Lehrerseminar in Hitzkirch. Später studierte er in Fribourg. Während seiner Ausbildung zum Sekundarlehrer logierte er mit zwei Kollegen in einer WG. Und weil damals Lehrkräfte auf dieser Stufe gesucht wurden, stieg er auf Anhieb ein. In Hochdorf teilte sich Ottiger mit Werner Halder das Unterrichtspensum zweier Sek-Klassen. Und als die Stelle des Rektors frei wurde, animierten ihn mitunter seine Lehrerkollegen, sich zu bewerben.

Bis dahin hatte Werner Ottiger sein Klassenzimmer nie gewechselt: Über die ganzen 23 Jahre war der Raum Nummer vier im ersten Stock rechts des Sagenschulhauses sein schulisches Zuhause. Erst als er die Rektor-Stelle antrat, wechselte er in ein Büro. Er habe aber gerne unterrichtet, erklärt Ottiger. Für diesen Beruf «muss man jedoch die Kinder gern haben sowie konsequent und fair sein». Seine Schüler hat er ebenfalls zum genauen Arbeiten erzogen.

«Ich putzte die Wandtafel immer selber.»

Er mochte es nicht leiden, wenn sie nicht sauber war. Mit diesem, für ihn typischen Rezept ist er in all den Jahren gut gefahren.

Eine klare Linie vertreten und möglichst authentisch sein, war auch sein Credo als Rektor im Verhalten gegenüber Lehrpersonen und den Eltern. Wichtig sei ihm immer gewesen, lösungsorientiert zu arbeiten und machbare, praktische Varianten anzubieten «Das ist mir doch recht gut gelungen», resümiert er.

Schwierige Momente während seiner Zeit als Rektor sieht Ottiger in den drei Todesfällen bei Lehrpersonen. «Diese Situationen galt es aufzufangen. Das war nicht immer einfach.»

Ottiger musste viele Neuerungen durchleben

Die grosse Herausforderung der heutigen Volksschule sieht Werner Ottiger in den ständigen Neuerungen, «welche nicht einfach umzusetzen sind». Gerade, wenn es um deren Finanzierung geht. Beispielsweise muss die Gemeinde Hochdorf in den nächsten zwei bis drei Jahren rund eine halbe Million Franken in den IT-Bereich investieren. Laptops auf allen Stufen ist das Stichwort.

Zudem sollte man das Bewährte, das gut Funktionierende, behalten und nicht permanent neuen Begebenheiten opfern, sagt Ottiger. Eine andere Herausforderung sieht er darin, dass immer mehr Unterrichtsstoff in derselben Zeit vermittelt werden muss. Eine weitere seien die integrierten Sonderschüler – speziell die Verhaltensauffälligen. In diesem Zusammenhang liegen beim abtretenden Rektor aktuell 30 Dossiers im Schrank.

Doch darum muss sich Ottiger bald nicht mehr kümmern. Im Sommer wird auch seine Frau pensioniert. Bis dorthin wartet auf ihn die eine oder andere Arbeit am Haus und im Garten. Danach haben die beiden noch keine konkreten Pläne. «Wir wollen die gemeinsame Zeit geniessen.»

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