HOCHDORF/SURSEE/TRIENGEN/REIDEN: Landfasnacht begeisterte Zehntausende

UBS-Boni, Travestieeinlagen und eine weitere «Furzidee»: Die Umzüge auf dem Land brachten die Zuschauer zum Lachen und Klatschen.

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Die volle Dröhnung Konfetti gabs am Umzug in Sursee. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Die volle Dröhnung Konfetti gabs am Umzug in Sursee. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Rund 16 000 Zuschauer besuchten am Dienstag den Hochdorfer Umzug. Die Philharmoguuger traten zu ihrem 30-jährigen Jubiläum als Bruchpiloten mit gelben Smiley-Ballons auf. Die übrigen Themen des Umzugs reichten vom Rauchverbot und dem Kampf gegen Piraten in Somalia bis zur Milchpreissenkung. Auf Letztere machten die Chacheler aus Hohenrain mit zwei echten Kühen und einem beheizten Milchbad aufmerksam.

Eindrücklich war der Vorschlag der Bannerzunft Hämikon-Müswangen zur alternativen Energieversorgung: Sie forderten übergewichtige Kinder auf, das Windrad auf dem Umzugswagen mit Pedalen anzutreiben. Und die Kuppelshow «Bauer, ledig, sucht ...» wurde von zwei Gruppen aufgegriffen und mit Travestieeinlagen veralbert. Margrit Birkenmeier (45) aus Hitzkirch, die jedes Jahr in Hochdorf am Umzug dabei ist, hatte viel Spass: «Hier ist es einfach gemütlicher als in der Stadt Luzern.»

Sursee vereint Gemeinden
8000 Einwohner – 10 000 Besucher: Sursees Umzug vereint die Knutwiler, die Geuenseer, die Oberkircher, die Mauenseer und – ja – sogar die Schenkoner. 15 Guuggenmusigen machten dabei gehörig Stimmung.

Aufgefallen sind die vielen Kinder und Sujets wie etwa die dicke «Banker-Sau», die statt Kot Seifenblasen ausscheidete, sowie der «Bummseier», der auf explodierte Ramseier-Getränkeflaschen anspielte. Begeistert haben ausserdem die kunstvollen Masken etwa von Schenkastico, den Töndlitätschern und den Tätsch-Häxen sowie die Guggichacheler, die mit ihrem spritzigen Temperament beeindruckten.

Verarmte Banker in Triengen
In Triengen gab es anhaltenden Applaus für die 42 teils sehr originellen Umzugsnummern. Trotzdem waren nicht wenige an diesem Güdisdienstag enttäuscht: Sie hatten gehofft, dass die kurz vor der Fusion gestohlene Ortstafel Winikon am Umzug auftauchen würde. Die Idee, so versicherte der Dreibeinclub Winikon, sei gut, aber der Club sei unschuldig. Er verschanzte sich trotzdem in einem Saunawagen.

An Ideen fehlte es den über 600 Mitwirkenden in Triengen nicht. Für Gelächter sorgte etwa der Wagen der Fröschenzunft mit dem Motto «Furzidee Begegnungspark Gemeindehaus». Die Häfezunft Brönznau und die Roggenzunft Schlierbach wetterten über den Milchpreis. Eines der schönsten Sujets war «fäge im Oranje-Räge» der Pfyfferzunft Altishofen. Sie brachte auf dem Wagen ihr berühmtes Schloss mit.

Während die Fröschenzunft Triengen UBS-Boni in die Reihen der Zuschauer schleuderte, liess die Roggenzunft Schlierbach zwei Pleitegeier kreisen. Ihrem Wagen folgte ein verarmter Banker, der mit einem Opfersack Almosen sammelte.

Plämpuchäib Miggu wurde auf dem Wagen der Triengener Trychler ganz schön eingeseift. Er war offenbar nahe daran, die Nivea-For-Men-Vereinsmeisterschaft zu gewinnen, die seiner Zunft 10 000 Franken eingebracht hätte. Geblieben sind ihm der Spott seiner Kollegen – und ein reizvolles Fasnachtssujet.

Zauberhafte Gnome in Reiden
Manege frei, hiess es gestern in Reiden: Das diesjährige Motto der Fasnachtsgesellschaft war «Zirkus-Zauber». Zauberhaft waren auch einige der 30 Umzugsnummern. Etwa die Fasnachtsgnome der Reiden Familiengruppe «s?Dorf ab» mit knorrigen Grenden und farbenfrohen Gwändli.

Auf den 20 Umzugswagen der rund 800 Teilnehmer dominierten Themen, die im letzten Jahr für Aufsehen gesorgt hatten. Die Einachserfreunde Wiggertal etwa veräppelten die Fernsehsendung «Bauer, ledig, sucht ...», und die Luthertaler Fasnächtler suchten gar einen neuen Armeechef – in ihrer eigenwilligen Castingshow «Armee, ledig, sucht ?». Die SGR Sportgruppe Reiden fuhr unter dem Motto «Habamus Confessio» mit mobilen Beichstühlen vor und kümmerte sich um all den Kummer.

Sasa Rasic, Willi Bürgi, Albert Schafflützel und Mirjam Gast