Über 100 neue Wohnungen: In Sursee wird das höchste Gebäude der Stadt geplant

Bis Ende 2023 soll beim Bahnhof Sursee eine neue Wohn- und Arbeitsüberbauung realisiert werden. Vorgesehen sind auf dem sogenannten Therma-Areal ein 63 Meter hohes Hochhaus und ein 25 Meter hoher Längsbau.

Dominik Weingartner
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Bebauungsplan Vorplatz
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Gestaltungsplan Rigistrasse
So soll es dereinst aussehen.
So sieht es heute aus.
Bebauungsplan Landschaftspark
Bislang noch Zukunftsmusik: das geplante Hochhaus sowie der modernisierte Busbahnhof in Sursee.

Bebauungsplan Vorplatz

Visualisierung: PD

In Sursee wird kräftig gebaut. Vor einem Jahr begannen die Bauarbeiten für das Projekt «Dreiklang», einer Wohn-, Büro- und Gewerbeüberbauung mit zwei Hochhäusern von 48 und 38 Metern Höhe neben dem Sursee Park. Jetzt will die Stadt noch höher hinaus: Auf dem Therma-Areal direkt beim Bahnhof plant das Basler Vorsorgeunternehmen Pax eine Überbauung, die ein Hochhaus von 63,4 Metern Höhe beinhaltet. Laut Bauvorsteher Bruno Bucher (FDP) würde somit das «höchste Gebäude von Sursee» entstehen. Dazu ist ein Längsbau mit rund 25 Metern Höhe geplant.

In diesen beiden Gebäuden sollen 100 bis 130 neue Wohnungen «im mittleren Preissegment» entstehen, wie es in einer Mitteilung der Pax heisst. Diese sollen dereinst bis zu 250 Personen beherbergen. Laut Botschaft des Surseer Stadtrats handelt es sich um Mietwohnungen à 2,5-, 3,5- und 4,5-Zimmer. Wie Pax-Sprecher Andreas Kiry ausführt, soll eine 3,5 Zimmer-Wohnung zwischen 1700 und 2100 Franken kosten. Die Wohnungen werden sich in den oberen Geschossen befinden.

100 Arbeitsplätze sollen entstehen

Im Erdgeschoss sind Restaurations- und Verkaufsflächen vorgesehen. Im ersten Obergeschoss soll es Platz für Büro- und Dienstleistungsflächen geben. Zu möglichen Mietern sagt Kiry: «Für konkrete Aussagen zu Branchen oder Betrieben ist es zu früh.»Insgesamt rechnet die Pax mit einem «Potenzial von gut 100 Arbeitsplätzen auf dem Areal».

Hinter den beiden Gebäuden soll ein 2500 Quadratmeter grosser Park entstehen, der mit Laubbäumen bepflanzt werden soll. Die Pax spricht in diesem Zusammenhang von der «grünen Lunge» des Therma-Areals. Der Park soll für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Weiter sind insgesamt 150 Parkplätze geplant, was «50 Prozent unter dem Richtwert für Neubauten» liege, so die Pax. Grund dafür sei, dass das Areal «mit Bahn und Bus bestens erschlossen» sei. Geplant wurde das Bauprojekt von Lütolf und Scheuner Architekten aus Luzern.

Wie viel die Pax in die Überbauung genau investieren wird, ist noch offen. Im derzeitigen Projektstand könnten noch keine exakten Angaben gemacht werden, sagt Sprecher Kiry. «Ausgehend von unserem aktuellen Stand rechnen mir mit einem Investitionsvolumen von rund 80 Millionen Franken», führt er weiter aus.

Realisiert werden soll das Projekt ab 2022. Ab Ende 2023 soll sie bezugsbereit sein. Doch bevor es soweit ist, müssen die Surseer Stimmberechtigten dem Bebauungsplan noch zustimmen. Zu diesem Zweck hat der Stadtrat am 16. März eine Ausserordentliche Gemeindeversammlung anberaumt, an der das Geschäft behandelt wird. Im Vorfeld werden zwei Informationsveranstaltungen durchgeführt. Am 5. März um 19.30 Uhr findet im Rathaus die Orientierungsversammlung der Stadt Sursee statt. Am Samstag 7. März findet auf dem Therma-Areal selber ab 11.30 Uhr der Therma-Info-Anlass statt.

Bauvorsteher spricht von «sehr attraktiver Lage»

Der Surseer Bauvorsteher Bruno Bucher rechnet nicht mit Widerstand aus der Bevölkerung. «Die Höhe des Hochhauses war markant ausgesteckt», sagt er. Während der öffentlichen Planauflage 2018 habe es nur eine einzige Einsprache der benachbarten Fenaco Genossenschaft gegeben, die jedoch nichts mit dem Hochhaus zu tun gehabt habe. Sollte der Bebauungsplan dennoch wider erwarten abgelehnt werden, müsse man «die Situation neu beurteilen», erklärt Bucher. Es gebe keinen «konkreten Plan B mit einem niedrigeren Hochhaus».

Er betont, dass das Projekt auf einem Architekturwettbewerb basiere und der Turm Teil eines gesamten Gebäudeensembles sei und die Proportionen am Schluss stimmen müssten. Bucher glaubt auch, dass die Wohnungen nicht lange leer bleiben werden. Die Lage am Bahnhof sei «sehr attraktiv».