Hochhaus-Standorte sorgen für Diskussionen

In der Stadt Luzern sind rund 500 Anträge zum Entwurf der revidierten Bau- und Zonenordnung (BZO) eingegangen. Für Diskussionen unter der Bevölkerung sorgen unter anderem neue Hochhäuser.

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Im Steghof ist ein 50 Meter hohes Gebäude geplant. Zum Vergleich: Der Kran ragt 40 Meter in die Höhe. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Im Steghof ist ein 50 Meter hohes Gebäude geplant. Zum Vergleich: Der Kran ragt 40 Meter in die Höhe. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Eine erste Auswertung der Stellungsnahmen zeigt, dass die Vereinfachung des Regelwerks, die Einführung der Überbauungsziffer und des Qualitätsartikels grundsätzlich begrüsst wird. Unterschiedlich werden die Hochhausstandorte beurteilt. Die meisten politischen Parteien und Wirtschaftsverbände sehen Hochhäuser als geeignetes Mittel für eine massvolle innere Verdichtung. Viele Direktbetroffene stehen den Hochhausstandorten eher skeptisch gegenüber, wie die Stadt Luzern am Montagmorgen in einer Mitteilung schreibt.

Wohn- und Arbeitsanteil umstritten

Unterschiedliche Meinungen gibt es auch zum Wohn- und Arbeitsanteil. Die Wohnbaugenossenschaften, die GLP, die Grünen und die SP möchten den Wohnanteilplan belassen. Der Quartierverein Hirschmatt-Neustadt und die Allgemeine Baugenossenschaft Luzern möchten diesen ausdehnen. Die vorgeschlagene Aufhebung wird von der CVP, der SVP und der FDP begrüsst. Der Schweizerischen Ingenieur- und Architekten-verein (SIA) fordert gar einen vollständigen Verzicht auf jegliche Festlegungen von Mindestanteilen.

Grün-, Freizeit- und Verkehrskonzept

Vor allem von politischen Parteien wird bemängelt, dass ein Grün- und Freiraumkonzept fehle. Zudem wird von einigen ein Verkehrskonzept gefordert, das aufzeigt, wie sich die innere Verdichtung auf den Verkehr und die Nutzung des Strassenraums auswirkt. Gefordert werden zum Beispiel kurzfristige Massnahmen zugunsten des öffentlichen Verkehrs und des Langsamverkehrs.

Zum Entwurf der revidierten Bau- und Zonenordnung (BZO) sind rund 500 Anträge eingegangen. Auch alle politischen Parteien, neun von 15 Quartiervereinen, zahlreiche Verbände, Architekturbüros, Wohnbaugenossenschaften und Immobilienfirmen sowie die angrenzenden Gemeinden haben sich geäussert.

rem





So geht es weiter
Das Ressort Stadtentwicklung der Stadt Luzern sichtet derzeit alle Anträge und wertet sie aus. Anschliessend wird der Entwurf der revidierten BZO überarbeitet. Im Sommer 2011 wird sie öffentlich aufgelegt. Nach den Einspracheverhandlungen im Herbst wird der Stadtrat sie Ende Jahr verabschieden. Der Grosse Stadtrat wird die BZO voraussichtlich im Frühling 2012 behandeln. Die Volksabstimmung ist 2012 geplant. Läuft alles nach Plan, kann der Regierungsrat die neue BZO Ende 2012 genehmigen.

rem